In einem Offenen Brief wendet sich der TU9 Präsident und Rektor der Universität Karlsruhe (TH), Professor Dr. Horst Hippler, gegen Pläne der Wirtschaftsminister, die Abschlüsse "Bachelor/Master Professional" für Meister und Techniker einzuführen, weil dies eine Vertrauenskrise bei den noch jungen Hochschulabschlüssen zur Folge hätte. Am 19./20.11.2007 tagt die Wirtschaftsministerkonferenz in Darmstadt.
Sehr geehrte Wirtschaftsminister,
sehr geehrte Damen und Herren,
TU9 ist der Verband der neun führenden Technischen Universitäten in
Deutschland: RWTH Aachen, TU Berlin, TU Braunschweig, TU Darmstadt, TU
Dresden, Universität Hannover, Universität Karlsruhe (TH), TU München,
Universität Stuttgart.
An TU9 Universitäten sind 204.000 Studierende immatrikuliert, das sind rund
zehn Prozent aller deutschen Studierenden. In Deutschland stammen 56 Prozent
der Universitäts-Absolventen in den Ingenieurwissenschaften von TU9
Universitäten.
Mit großer Sorge beobachten wir Pläne, die Abschlüsse "Bachelor/Master
Professional" für Meister und Techniker einzuführen. Dieses Vorgehen lehnen wir
entschieden ab.
Wie Sie wissen, werden an den Technischen Universitäten die Ingenieur- und
Naturwissenschaften auf die neuen Grade umgestellt. Wenn aber nun neben den
Universitäten und auch den Fachhochschulen noch berufliche
Weiterbildungsabschlüsse mit einer zum Verwechseln ähnlichen Bezeichnung
eingeführt werden, dann droht eine Vertrauenskrise bei diesen noch jungen
Hochschulabschlüssen - insbesondere in den Ingenieurwissenschaften.
Das deutsche Handwerk und die berufliche Aus- und Weiterbildung genießen
grenzüberschreitend einen sehr guten Ruf und haben es überhaupt nicht nötig,
sich bei der Bezeichnung an die Abschlüsse der Hochschulen anzulehnen. Dies
würde letztlich beiden schaden.
Ich möchte bei dieser Gelegenheit hervorheben, dass wir eine größere
Durchlässigkeit zwischen beruflicher Bildung und Studium sehr befürworten.
Diese wird aber durch eine bloße Um-Etikettierung ganz gewiss nicht erreicht.
Dass berufliche Bildungsabschlüsse international verständlich gemacht werden
müssen, ist nachvollziehbar. Wie dies mit einem Durcheinander der
Abschlussgrade erreicht werden soll, bleibt schleierhaft.
Wir möchten Sie daher eindringlich auffordern, die Pläne zur Einführung von
"Bachelor/Master Professional" nicht weiter zu verfolgen.
Mit freundlichen Grüßen
Prof. Dr. Horst Hippler
Präsident TU9
Rektor der Universität Karlsruhe (TH)
http://www.tu9.de TU9 Internetpräsenz
TU9 Präsident Professor Dr. Horst Hippler
Quelle: (Foto: U Karlsruhe [TH])
(c) TU9 German Institutes of Technology
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Wissenschaftspolitik
Deutsch

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