RUB-Mediziner präsentieren ihre Arbeiten
Von medizinischen Entscheidungen bis zur Erkennung von Hirntumoren
FoRUM-Tagung: Über 2,5 Mio. Euro für die Forschung
Aktuelle Forschungsprojekte und -ergebnisse präsentieren die Mediziner der Ruhr-Universität bei der FoRUM-Tagung am 28. November 2007 ab 13.45 Uhr in der Universitätsklinik Knappschaftskrankenhaus Bochum-Langendreer (In der Schornau 23-25, 44892 Bochum). Campus-Mediziner und Kliniker stellen auf 25 Postern ihre Arbeiten vor, deren Themengebiete von der Entscheidungsfindung in Absprache zwischen Arzt und Patient über die Früherkennung von Hirntumoren anhand charakteristischer Markerproteine bis hin zur Rolle von Zigarettenrauch bei der Entstehung von chronischen Lungenerkrankungen und der objektiven Messung von Parkinson-Symptomen reichen. Die besten Poster werden mit dem Pfizer-Forschungspreis ausgezeichnet; außerdem werden die Preise der Sofia & Fritz Heinemann-Stiftung verliehen. Aus dem Programm Forschungsförderung an der Ruhr-Universität Bochum, Medizinische Fakultät "FoRUM" sind dieses Jahr mehr als 2,5 Mio. Euro in viel versprechende Projekte geflossen. Ziel des Programms ist die Stärkung der Forschung und der Forschungsmitteleinwerbung der Fakultät. Die Medien sind zur Tagung herzlich willkommen.
Wie Krebspatienten Entscheidungsprozesse wahrnehmen
Die präsentierten Forschungsvorhaben decken die ganze Bandbreite medizinischer Forschung ab. So widmet sich ein Projekt zum Beispiel ethischen Problemen bei der Entscheidungsfindung im Medizinbetrieb. Aufklärung und Einwilligung des Patienten sind ethisch und rechtlich verbindliche Voraussetzungen für eine medizinische Behandlung. Bei der Gestaltung des Entscheidungsfindungsprozesses diskutiert die Fachwelt zurzeit vor allem das Konzept des "shared decision making", bei dem Arzt und Patient gemeinsam zu einem Entschluss kommen sollen. Prof. Dr. Jochen Vollmann und Dr. Jan Schildmann (Medizinische Ethik und Geschichte der Medizin) haben diesen Begriff und das Konzept untersucht und eingegrenzt und einer ethischen Analyse unterzogen. Außerdem haben sie Krebspatienten zu ihrer Wahrnehmung und Bewertung von Therapieentscheidungsprozessen befragt.
Proteine, die Hirntumore verraten
Aus der Proteinforschung stellen die Forscher einen Ansatz vor, mit dem sich bestimmte Hirntumore früh erkennen lassen: Meningeome sind "gutartige" Hirntumore, die durch die Entartung von Zellen einer Hirnhautschicht entstehen und langsam wachsen. Je größer sie werden, desto schwerer werden aber die klinischen Komplikationen. Ziel von Dr. Kai Stühler (Medizinisches Proteom-Center) und PD Dr. Martin Scholz (Neurochirurgie des Knappschaftskrankenhauses) ist es daher, Proteine zu identifizieren, die nur von Meningeomen produziert werden und deren Vorkommen den Tumor schon früh verrät. Sie hoffen, dass sich solche Proteine als Tumormarker in der Diagnostik oder zur Behandlung der Meningeome einsetzen lassen.
Zigarettenrauch und Viren
Virologen und Pneumologen der Ruhr-Universität haben gemeinsam die Wirkung von Zigarettenrauch auf die Entstehung von Atemwegsinfektionen untersucht. Das Rauchen ist einer der entscheidenden Faktoren bei der Entstehung der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), einer der häufigsten Todesursachen in Industrieländern. Die Forscher um Dr. Thomas Grunwald (Abteilung für molekulare und medizinische Virologie) und Dr. Marcus Peters (Abteilung für experimentelle Pneumologie) testeten im Tiermodell die Wirkung von Lipopolysacchrid (LPS), einem der Hauptbestandteile des Zigarettenrauchs, auf die Fähigkeit, ein Atemwegsvirus in Schach halten zu können. Schnitten die mit LPS behandelten Tiere anfangs noch besser ab als die Kontrollen, so wiesen sie nach einigen Wochen eine doppelt so hohe Virusbelastung auf.
Parkinson-Symptome messen
Die wichtigsten Symptome der Parkinson-Krankheit sind Bewegungsverlangsamung und Zittern. Ziel der Forscher um PD Dr. Peter H. Kraus (Neurologische Universitätsklinik im St. Josef Hospital) ist es, mittels neuer Test-Werkzeuge die Feinmotorik genau zu messen und so dem Arzt zusätzliche Informationen zur Diagnostik und zur Wirkung von Medikamenten zu liefern. Die Forscher entwickelten ein Testgerät, das neben dem Umstecken von Stiften auch eine Untersuchung schneller Klopfbewegungen (Tapping) erfasst. Verbesserungen gegenüber bisherigen Verfahren sind Standardisierung, neue Parameter (z. B. Ermüdbarkeit oder Gleichmäßigkeit), überwachte Durchführung (Erkennen und Vermeiden von Durchführungsfehlern) und alltagsnahe Einsetzbarkeit zum Beispiel durch telemedizinische Betreuung von Patienten am Gerät zu Hause. Außerdem kann das Gerät für physiologische Fragen in Zusammenhang mit motorischen Reaktionen auf Medikamenteneinnahme eingesetzt werden.
Weitere Informationen
Prof. Dr. Ulf Eysel, Forschungsdekan der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-23849, E-Mail: eysel@rub.de
Dipl.-Biol. Irmgard Borg, FoRUM-Referat der Ruhr-Universität, Postfach 100250, 44702 Bochum, Tel. 0234/97656-29, Fax: 0234/97656-19, E-Mail: forum@rub.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch
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