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25.08.2000 09:21

Natürliche Bypässe: Wenn aterielle Waldwege zu Autobahnen werden

Rudolf-Werner Dreier Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    23.08.2000

    Natürliche Bypässe:
    Wenn arterielle Waldwege zu Autobahnen werden

    Kardiologen des Universitätsklinikums erhalten 2,4 Millionen DM zur Erforschung von "arteriellen Umgehungsstraßen"

    Die Volkswagenstiftung finanziert mit 2,4 Millionen DM eine neue "Nachwuchsforschergruppe" in der Abteilung Kardiologie und Angiologie von Professor Dr. Christoph Bode an der Medizinischen Klinik der Universität Freiburg. Die Forschergruppe unter der Leitung von Dr. Ivo Buschmann wird in einem 5-Jahres Projekt die Entstehung von "natürlichen Bypässen", also einer Art von Umgehungstraßen bei Verstopfung der großen Arterien untersuchen. Die Wissenschaftler, welche zuvor unter der Federführung von Professor Dr. Dr. h.c. Wolfgang Schaper am Max-Planck-Institut in Bad Nauheim tätig waren, erforschen die Grundlagen der Arteriogenese. Diese gilt als Zukunftshoffnung in der Therapie und Vorbeugung von Herzinfarkt oder Schlaganfall.

    Von Natur aus sind besonders in Herz, Gehirn und Beinen feinste Blutgefäße (Kollateral-Arterien) angelegt, die nach einer Wachstumsphase die Blutversorgung von wichtigen Schlagadern des Körpers übernehmen können. "Bei einem Stau auf den Blutautobahnen werden diese arteriellen "Waldwege" als Umleitungen benutzt. Bei anhaltenden Schwierigkeiten werden sie sogar zu Landstraßen ausgebaut und können die Funktion der Blutautobahnen ersetzen."

    Untersuchungen zeigen, dass Patienten mit gut ausgebildeten Kollateral-Arterien deutlich kleinere oder überhaupt keine Herzinfarkte haben. Die Förderung dieser Blutgefäße könnte somit vielen Patienten helfen. "Die Arteriogenese könnte in Zukunft ein wichtiges Behandlungsprinzip der Herzmediziner werden" meint Buschmann. Bislang behandeln die Kardiologen und Kardiochirurgen ihre Patienten mit einer Gefäßweitung durch einen kleinen Ballon oder mit Bypässen.

    Die Freiburger Nachwuchsforscher um Dr. Ivo Buschmann wollen nun untersuchen, wie man die Entstehung von Kollateral-Arterien auslösen und fördern kann. Dabei scheint vor allem eine Sorte weisser Blutkörperchen, die sogenannten Monocyten, eine wichtige Rolle zu spielen. Diese wollen die Forscher mit Botenstoffen beladen und ihre Wirkung untersuchen. Es sind dazu Zellkulturstudien und später auch Studien an Patienten geplant.

    Die Volkswagenstiftung ermöglicht mit der Vergabe von Nachwuchsgruppen-Stipendien herausragenden Jung-Wissenschaftlern die Einrichtung einer selbständigen Forschergruppe an Universitäten. Der neuen Gruppe "Experimentelle und klinische Arteriogenese" werden Kardiologen, Molekular- und Zellbiologen am Freiburger Uni-Klinikum angehören.

    Kontakt:

    Dr. med. Ivo Buschmann
    Medizinische Universitätsklinik und Poliklinik
    Abteilung Innere Medizin III Kardiologie und Angiologie
    Hugstetter Str. 55
    79106 Freiburg im Breisgau
    Tel: 0761/270-3441 oder -3596 oder -3533
    Fax: 0761/270-3596
    email: buschmann@med1.ukl.uni-freiburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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