Nr. 371
... und die Rolle der Wolken beim Treibhauseffekt
"Klimapolitik als Friedenspolitik für die Zukunft" heißt der Vortrag von Prof. Dr. Klaus Töpfer beim GeoTag am 13. Dezember 2007 an der Ruhr-Universität. Der ehemalige Exekutiv-Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen kommt auf Einladung der Fakultät für Geowissenschaften ins Audimax der Ruhr-Universität Bochum. Zweiter prominenter Sprecher ist Prof. Dr. Jan Veizer, der die viel diskutierten Ergebnisse seiner langjährigen Klimaforschungen vorstellt: Die Wolken, so hat er festgestellt, sind der eigentliche Klimatreiber. CO2 reitet quasi huckepack als zweites Treibhausgas auf dem Rücken des Wasserkreislaufs. Die Vorträge (13.12., 10 bis 12 Uhr, Audimax) sind öffentlich, der Eintritt ist frei.
Folgen des Klimawandels für die Ärmsten
Klaus Töpfer ist sowohl als Politiker wie als Wissenschaftler ein ausgewiesener Klima-Experte. Der ehemaliger Direktor des Instituts für Raumforschung und Landesplanung an der Universität Hannover und ehemalige Bundesumweltminister leitete von 1998 bis 2006 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen. Dabei sorgte er unter anderem dafür, dass der Weltklimarat (IPCC) gegründet wurde, dessen Arbeit mit dem Nobelpreises geehrt wurde. Töpfer sieht seine Verantwortung darin, nicht nur die Politiker darauf hinzuweisen, dass Ökonomie ohne Ökologie und Ökologie ohne Ökonomie nicht funktioniert, sondern möglichst viele Menschen davon zu überzeugen, dass nachhaltiges Handeln dazu beitragen wird, Konflikte um die begrenzten Ressourcen der Erde zu vermeiden. Töpfer stützt sich dabei auf die Aussagen des Klimareports, der die internationalen Forschungsergebnisse des IPCC zusammenfasst. Die beängstigenden Ergebnisse gipfeln in drei Feststellungen: Der Klimawandel ist "irreversibel", er ist mir "hoher Wahrscheinlichkeit" von Menschen verursacht und die Folgen werden die ärmsten Länder am schlimmsten treffen. Diese Folgen werden im Mittelpunkt des Vortrags stehen.
Wasserdampf als Hauptschuldiger am Treibhauseffekt
Viel diskutiert sind die Forschungsergebnisse von Prof. Jan Veizer, die er in seinem Vortrag "Klima, Wasserkreislauf und CO2 - eine geologische Perspektive" vorstellt. Er stellt fest, dass der für das letzte Jahrhundert beobachtete globale Temperaturanstieg um etwa 0,6 °C üblicherweise zu etwa zwei Dritteln den Treibhausgasen und zu einem Drittel der zunehmenden Intensität der Sonneneinstrahlung zugeschrieben wird. Diese Einteilung spiegelt den Glauben wider, dass es auf der Erde keinen Verstärker für Änderungen in der eintreffenden Sonnenenergie gibt. In jüngster Vergangenheit zeigt jedoch eine Menge empirischer Beobachtungen, dass der Einfluss der Sonne auf das Klima größer ist als angenommen. Hochenergetische Partikel wie die kosmische Strahlung und der Sonnenwind dürften als Keime für die Wolkenbildung dienen. Wolken reflektieren Sonnenenergie zurück in den Weltraum und beeinflussen damit die Energiebilanz des Planeten. Es ist diese Energie, die den Wasserkreislauf auf der Erde treibt, einschließlich des Wasserdampfs, der das bedeutendste Treibhausgas ist, das in den Klimamodellen für den Temperaturanstieg verantwortlich ist. Aus dieser Sicht kann Kohlendioxid nur als zusätzliches Treibhausgas gesehen werden, das auf dem Rücken des Wasserkreislaufs reitet.
Weitere Informationen
Dekanat der Fakultät für Geowissenschaften, Tel. 0234/32-23505, E-Mail: geodekanat@ruhr-uni-bochum.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Geowissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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