Mit Miniaturkunst die Bibel verstehen
RUB ehrt Prof. Othmar Keel für herausragende Forschung
Katholisch-Theologische Fakultät verleiht Ehrendoktorwürde
Für die "bemerkenswerte und ungewöhnliche Breite" seiner Forschungsarbeiten verleiht die Katholisch-Theologische Fakultät der RUB dem schweizer Bibelwissenschaftler und Religionshistoriker Prof. Othmar Keel die Ehrendoktorwürde. Mit seinen besonders innovativen und wissenschaftlich hoch bedeutsamen Forschungen zur altorientalischen Miniaturkunst habe Prof. Keel eine beeindruckende wissenschaftliche Lebensleistung vorgelegt, heißt es in der Begründung. Mit der Ikonographie habe er ein international anerkanntes Forschungsfeld für die Exegese erschlossen. Vor allem für die Religionsgeschichte Israels haben seine Forschungen vielfach neue Perspektiven eröffnet und zum besseren Verständnis der biblischen Texte beigetragen. Die Katholisch-Theologische Fakultät verleiht in ihrer über 40-jährigen Geschichte erst zum siebten Mal eine Ehrendoktorwürde. Der Festakt findet am Mittwoch, 12. Dezember, um 15 Uhr im Saal 2a des Veranstaltungszentrums der RUB (Mensagebäude) statt, die Medien sind herzlich willkommen.
Bildwerke zur Bibelinterpretation
Die Bochumer Fakultät ehrt den Marcel-Benoist-Preisträger von 2005 für seine herausragenden Forschungsarbeiten, die maßgeblich dazu beitragen, die Welt des Alten Testaments, die religiöse Vielfalt der biblischen Texte und den biblischen Monotheismus zu verstehen und in ihrer Entwicklung nachzuvollziehen. Seine Forschungsfelder reichen von der Weisheitsliteratur und Prophetie über die Monotheismusforschung und Religionsgeschichte Israels, die Biblische Theologie und Hermeneutik bis hin zur so genannten Biblischen Archäologie und Landeskunde sowie Stadtgeschichte Jerusalems. Vor allem sein Forschungsschwerpunkt, die Ikonographie Ägyptens, Syriens und Palästinas, hat ihm zu internationaler wissenschaftlicher Anerkennung verholfen. Prof. Keel gilt als der ausgewiesenste Sammler und Kenner der Kleinkunst der südlichen Levante. Mit der Einbeziehung von Bildwerken in die Interpretation von alttestamentlichen Texten hat er innerhalb der Bibelwissenschaften eine neue Forschungsrichtung begründet, die seit über 30 Jahren untrennbar mit seinem Namen verbunden ist.
Vita Othmar Keel
1937 in Einsiedeln (Schweiz) geboren, studierte Othmar Keel Theologie, Exegese und altorientalische Religions- und Kunstgeschichte in Zürich, Fribourg, Rom, Jerusalem und Chicago. Er promovierte im Jahre 1967 unter dem Titel "Feinde und Gottesleugner. Studien zum Image der Widersacher in den Individualpsalmen" zum Dr. theol. an der Universität Misericorde in Fribourg (Doktorvater Dominique Barthélemy). Im gleichen Jahr wurde Othmar Keel Lehrbeauftragter an der Theologischen Fakultät in Fribourg, wo er seine gesamte akademische Laufbahn absolvierte. 2002 wurde er als ordentlicher Professor für Altes Testament und Biblische Umwelt emeritiert. 1996 erhielt er den Dr. h. c. der Theologischen Fakultät der Universität von Lund (Schweden) und 2000 den Dr. h. c. der Theologischen Fakultät der Universität Genf. Wissenschaftliche Auszeichnungen erhielt er vor allem für seine Publikationen (z. B. Irene Levi-Sala Book Prize in the Archaeology of Israel, Publication Award der Biblical Archaeology Society). 2005 wurde Prof. Keel der wichtigste Wissenschaftspreis der Schweiz, der Marcel-Benoist-Preis, verliehen. Seit 2005 ist er der Gründungspräsident der von ihm initiierten Stiftung "Bibel + Orient Museum".
Weitere Informationen
Katholisch-Theologische Fakultät der RUB, Dekanat, Tel. 0234/32-22619, E-Mail: kath-theol-fak@ruhr-uni-bochum.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Geschichte / Archäologie, Kunst / Design, Musik / Theater, Philosophie / Ethik, Religion, Sprache / Literatur
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
Deutsch

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