Die wertvollsten Stücke der Universitätsbibliothek Augsburg

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08.01.2008 15:13

Die wertvollsten Stücke der Universitätsbibliothek Augsburg

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Katalog der mittelalterlichen lateinischen Quart-Handschriften aus der Oettingen-Wallersteinschen Sammlung bei Harrassowitz erschienen

    Zügig geht an der Universitätsbibliothek Augsburg die Erschließung der mittelalterlichen Handschriften der Sammlung Oettingen-Wallerstein (siehe Anhang) voran: Nach dem Katalog der deutschen Handschriften (1988) und dem der lateinischen Handschriften im Folioformat (Band 1: 1996; Band 2: 1999) ist soeben der vierte Band erschienen, in dem die Quart-Handschriften beschrieben sind.

    Unter den Handschriften im "mittleren" Format, deren Buchblock eine Größe von ca. 20-27 x 15-22cm aufweist, befinden sich die spektakulärsten und wertvollsten Stücke der Universitätsbibliothek Augsburg. Ein Großteil dieser Zimelien ist der Sammelleidenschaft der Wallersteiner Fürsten Kraft Ernst (1766-1802) und Ludwig (1791-1870) zu danken.

    o Die ältesten Zeugnisse der althochdeutschen Sprache - kaum sichtbar zwischen die Zeilen mit spitzem Metallgriffel eingeritzt - enthält ein Evangeliar, das um 710 von einem Gefährten des angelsächsischen Missionars Willibrord im erst wenige Jahre davor gegründeten Kloster Echternach geschrieben wurde. Es handelt sich um eine der wenigen Handschriften im insularen Stil, die auf dem Festland geschrieben und illuminiert wurden.

    o Ein weiteres spektakuläres Stück der Augsburger Handschriftensammlung ist die Bilderbibel des Königs Sancho von Navarra (1153-1234), die dieser kurz vor 1200 in Pamplona in Auftrag gegeben hatte. Sie enthält mit fast 1000 Miniaturen den wohl umfangreichsten Bilderzyklus aller abendländischen mittelalterlichen Handschriften.

    o Zwei prachtvolle Psalterien aus der Diözese Augsburg und aus dem fränkischen Raum bezeugen den qualitativ hohen Stand der süddeutschen Buchmalerei im 14. Jahrhundert.

    o Eine Tegernseer und eine Füssener Handschrift, beide aus dem 12. Jahrhundert, überliefern die besten Texte zum Leben der Bistumsheiligen Ulrich von Augsburg und Magnus von Füssen.

    o Breit vertreten sind daneben liturgische und hagiographische Texte, Bibeln und Bibelkommentare sowie pastorale Schriften, die vielfältige Einblicke in die geistige Welt und in die mittelalterlichen Bibliotheken der Benediktinerklöster in Füssen, Donauwörth und Mönchsdeggingen im Ries gewähren. Weitere prominente Provenienzen sind Ottobeuren, Tegernsee, Altomünster, Nürnberg und Bamberg. Handschriften aus dem österreichischen Raum sind ebenso vertreten wie französische und italienische Codices.

    Die Finanzierung der aufwändigen Katalogisierungsarbeiten hat, wie schon bei den Vorgängerbänden, die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) übernommen, deren langjährige Unterstützung der hohen Wertigkeit des Augsburger Bestandes zu verdanken ist. Die Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg hat die Druckkosten bezuschusst.

    Eine Ausstellung der Universitätsbibliothek Augsburg mit Buchpräsentation wird im Frühjahr 2008 der Öffentlichkeit eine repräsentative Auswahl aus dem Band vorstellen.
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    Lateinische mittelalterliche Handschriften in Quarto der Universitätsbibliothek Augsburg, bearbeitet von Hardo Hilg, Wiesbaden: Harrassowitz Verlag 2007, 648 S., 24 Abbildungen, ISBN 978-3-447-05420-4, 98.- Euro
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    Ansprechpartner:

    Dr. Günter Hägele
    Universitätsbibliothek Augsburg
    Leiter Benutzungsabteilung & Referat Handschriften und Alte Drucke
    Universitätsbibliothek
    86135 Augsburg
    Telefon 0821/598-5350
    Telefax 0821/598-5354
    guenter.haegele@bibliothek.uni-augsburg.de
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    Anhang: Die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek

    Die Oettingen-Wallersteinsche Bibliothek ist eine auf eine Geschichte von mehreren hundert Jahren zurückblickende Privatbibliothek einer im nordschwäbischen Ries beheimateten Adelsfamilie. Diese Bibliothek, in die u. a. die Buchbestände aus fünf säkularisierten schwäbischen Klöstern eingeflossen waren, wurde 1980 vom Freistaat Bayern für 40 Mio. DM erworben, als Aufstellungsort für die Sammlung wurde die Universitätsbibliothek Augsburg bestimmt. Hier ist die Oettingen-Wallersteinsche Sammlung in einem gesonderten Magazin unter Beibehaltung der im 19. Jahrhundert eingeführten Systematik aufgestellt. Sie umfasst 1600 Handschriften, 1300 Inkunabeln, 1800 Musikhandschriften, 600 Musikdrucke sowie 117 000 Drucke aus dem 16., 17., 18. und 19. Jahrhundert. Siehe http://www.bibliothek.uni-augsburg.de/de/sondersammlungen/oettingen_wallerstein/...


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Philosophie / Ethik, Religion, Sprache / Literatur
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Spitzenstücke aus der Oettingen-Wallersteinschen Sammlung der UB Augsburg: Echternacher Evangeliar Cod. I. 2. 4° 2, um 710: Beginn des Markus-Evangeliums, und ...


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    ... die Spanische Bilderbibel Cod. I. 2. 4° 15, um 1200: Durchzug der Israeliten durch das Rote Meer.


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