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09.01.2008 11:16

Warum die "Bibliothek der verbrannten Bücher" nach Augsburg kommen sollte

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Pressekonferenz am 14. Januar 2008 zu den Argumenten, die für die Universitätsbibliothek Augsburg als künftigen Standort der Privatsammlung von Georg P. Salzmann sprechen
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    Einer Empfehlung aus dem Landtag folgend, plant der Freistaat Bayern, die private, rund 10.000 Bände umfassende "Bibliothek der verbrannten Bücher" von Georg P. Salzmann, Garching, anzukaufen. Interesse an dieser Bibliothek haben die Universität Augsburg und die Stiftung Reichsparteitagsgelände Nürnberg angemeldet. Eine Entscheidung über den künftigen Standort dieser einzigartigen Sammlung von Büchern, denen die sogenannte "Bücherverbrennung" am 10. Mai 1933 galt, wird für Februar 2008 erwartet. Bei einer Pressekonferenz am kommenden Montag, dem 14. Januar, wollen Vizepräsident Prof. Dr. Alois Loidl sowie der Direktor der Universitätsbibliothek Augsburg, Dr. Ulrich Hohoff, und der Germanist Prof. Dr. Mathias Mayer (Lehrstuhl für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft) erläutern, welche guten Gründe dafür sprechen, die Salzmann-Bibliothek künftig in der Universitätsbibliothek Augsburg unterzubringen, um sie für Forschung und Lehre nutzbar und zugleich der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die Pressekonferenz am 14. Januar beginnt um 11.30 Uhr im Raum 3040 des Rektoratsgebäudes der Universität Augsburg (Universitätsstraße 2, Gebäude A1 auf dem Campusplan http://www.uni-augsburg.de/allgemeines/neueuni/).

    Rund 10.000 Bücher von ca. 100 Schriftstellern und Publizisten

    Die private "Bibliothek der verbrannten Bücher" des Kaufmanns Georg P. Salzmann in seinem Wohnhaus in Garching umfasst rund 10.000 Bände. Sie wurde in Jahrzehnten intensiver Sammeltätigkeit zusammengetragen und ist als Quellensammlung in dieser Bestandsdichte nicht nur in Deutschland, sondern weltweit einmalig. Sie versammelt nahezu vollständig die Erstausgaben sowie alle weiteren Werke jener rund 100 deutschen Schriftsteller und Publizisten, deren Bücher bei der von den Nazis organisierten sog. Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 in zahlreichen Städten Deutschlands ins Feuer geworfen wurden. Diese Bücher wurden kurz darauf in offiziellen Listen publiziert und ihr Verkauf wurde verboten.

    Salzmann-Bibliothek soll in Bayern bleiben

    Vor einigen Jahren ist Georg P. Salzmann mit dem Wunsch an die Öffentlichkeit getreten, seine Privatbibliothek künftig öffentlich zugänglich zu machen. Mehrere wissenschaftliche Bibliotheken in Deutschland - und eine aus den USA - haben daraufhin ihr Interesse an einem Ankauf geäußert. Der Ausschuss für Hochschule, Forschung und Kultur im Bayerischen Landtag fasste im Dezember 2006 allerdings einen Beschluss, wonach die Bibliothek Salzmann in Bayern verbleiben und mit Hilfe des Freistaats erworben werden solle.

    Augsburg oder Nürnberg? - Entscheidung im Februar 2008

    Seit ca. einem halben Jahr liegen der Bayerischen Staatsregierung zwei Angebote bzw. Konzepte aus Augsburg und Nürnberg für eine künftige Unterbringung, Nutzung und Präsentation der "Bibliothek der verbrannten Bücher" vor, die im Dezember 2007 dem Hochschulausschuss im Landtag vorgestellt wurden. Eine Entscheidung über den Ankauf für Bayern und über den künftigen Standort der Bibliothek soll im Februar 2008 fallen.

    Gute Gründe für Augsburg

    Dr. Ulrich Hohoff ist davon überzeugt, dass die Universitätsbibliothek Augsburg als künftiger Standort der Bedeutung der Salzmann-Sammlung und den mit ihr verbundenen Möglichkeiten in optimaler Weise gerecht würde: "Zum einen haben wir alle Voraussetzungen, um diese Bibliothek einerseits fachlich zu betreuen und konservatorisch zu sichern, um sie andererseits aber zugleich auch der wissenschaftlichen Forschung, den Studierenden und darüber hinaus jedem Interessierten für seine Arbeit zugänglich zu machen." Darüber hinaus würde die Bibliothek Salzmann an der Universität Augsburg in ein lebendiges und renommiertes wissenschaftliches Umfeld integriert, meint Hohoff weiter und verweist dabei zum einen auf die bedeutenden Thomas Mann- und Brecht-Sammlungen, über die Augsburg verfügt, sowie zum anderen auf die entsprechenden Forschungskompetenzen und -interessen der Augsburger Literaturwissenschaften und des Instituts für Europäische Kulturgeschichte. "Und nicht zuletzt würden auch die Erfahrungen und Kompetenzen, über die die Universitätsbibliothek Augsburg in diesen Bereichen verfügt, in vollem Umfang der Präsentation und der Erschließung der Bibliothek Salzmann vor Ort und im Internet zugute kommen", versichert Hohoff.

    Anmeldung erbeten

    Bei der Pressekonferenz am 14. Januar 2008 werden Vizepräsident Alois Loidl, Bibliotheksdirektor Ulrich Hohoff und Professor Mathias Mayer das Interesse der Universität Augsburg an der Salzmann-Bibliothek sowie die Argumente, die für einen Ankauf für die UB Augsburg sprechen, im Detail erläutern. Medienvertreterinnen und -vertreter, die beabsichtigen an der Pressekonferenz teilzunehmen, werden gebeten, ihr Kommen kurz telefonisch (0821/598-2094) oder per e-mail (klaus.prem@presse.uni-augsburg.de) anzukündigen.
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    Mehr zur "Bibliothek der verbrannten Bücher" auf der Homepage des Unterstützungsvereins "Aktion Patenschaften für verbrannte Bücher e. V.": http://www.aktion-patenschaften.de/sammlung.htm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Sprache / Literatur
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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