Am 21. und 22. Januar 2008 ist Antje Rávic Strubel auf Einladung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur zu Gast bei der Mainzer Poetikdozentur an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Sie spricht am 21. Januar über "Zweifeln und Sätze bilden"
"Wenn ich wüßte, wie das geht mit dem Schreiben, würde ich es wahrscheinlich für mich behalten. Auch dann würde ich, um meiner Rolle als Schriftstellerin gerecht zu werden, etwas erfinden, das dem, was geschieht, wenn ich schreibe, nahekommt. Wenn ich wüßte, wie es geht, würde ich es für mich behalten, weil es vielleicht die einzige Voraussetzung dafür wäre, dort zu sein, wo ich bin, wenn ich schreibe: in einer Außenwelt, entfernt vom Ich. In der Innenwelt der Sprache, dort, wo die Spiegel zerschlagen sind.
Wenn ich es also wüßte, würde ich Ihnen auch nicht mehr erzählen, als ich Ihnen aktuell erzählen kann: von einem Raum, in dem sich die Wände ständig verschieben, von einem Zustand, der dem Rausch des Begehrens nahekommt, allerdings ohne Ziel, von einem Kontrollverlust ähnlich dem beim Autoscooterfahren, und ich würde Ihnen erzählen, warum es irrelevant ist, in welchem Alter man über welches Alter schreibt."
Antje Rávic Strubel, 1974 geboren, studierte nach einer Buchhandelslehre Amerikanistik, Psychologie und Literaturwissenschaften in Potsdam und New York. Ihre Romane wurden mit zahlreichen Preisen geehrt, "Kältere Schichten der Luft" war für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert und wurde 2007 mit dem Rheingau-Literatur-Preis und dem Hermann-Hesse-Preis ausgezeichnet. Sie veröffentlichte zuvor die Romane "Offene Blende", "Unter Schnee", "Fremd Gehen. Ein Nachtstück" sowie "Tupolew 134".
Ort: Johannes Gutenberg-Universität Mainz
Termine:
Vortrag am Montag, 21. Januar 2008, 18.00 Uhr (Hörsaal P5, Jakob-Welder-Weg)
Seminar am Dienstag, 22.Januar 2008, 12.00 Uhr bis 14.00 Uhr (Raum 00-142, Chemie, Jakob-Welder-Weg 15)
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Kunst / Design, Musik / Theater, Sprache / Literatur
überregional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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