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20.09.2000 13:15

Prof. Dr. Dirk Götschmann neu an der Universität Würzburg

Robert Emmerich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Seit Mitte Juli 2000 ist Dr. Dirk Götschmann Professor für Neuere und Neueste Geschichte mit Berücksichtigung der Bayerischen Landesgeschichte an der Universität Würzburg. Zuvor war er an der Universität Regensburg tätig.

    Die Landesgeschichte beschränkt sich zwar auf einen relativ überschaubaren Raum, sucht dafür aber möglichst alle Aspekte der geschichtlichen Entwicklung zu erfassen. Diese Besonderheit war es, die Dirk Götschmann veranlasste, sich dieser historischen Disziplin zu widmen.

    1948 in Heidelberg geboren, durchlief Dirk Götschmann zunächst ein technische Ausbildung. Er holte das Abitur auf dem Zweiten Bildungsweg nach und studierte dann in Regensburg Geschichte und Anglistik. Nach Staatsexamen und Referendariat wandte er sich 1982 als Assistent am Lehrstuhl für Bayerische Landesgeschichte der Universität Regensburg der bayerischen Sozial-, Wirtschafts- und Technikgeschichte der frühen Neuzeit zu. Seine Dissertation (1984) hat das oberpfälzische Montanwesen im 16. und 17. Jahrhundert zum Gegenstand und wurde mit dem "Professor Josef Engert-Preis" der Stadt Regensburg ausgezeichnet.

    Es folgten Forschungen zur bayerischen Wirtschafts-, Technik-, Sozial- und Verwaltungsgeschichte vom Spätmittelalter bis zur Gegenwart. Einen Schwerpunkt bildete hierbei die Rolle der Bürokratie im Staat des 19. Jahrhunderts. Hauptertrag dieser Arbeiten war Dirk Götschmanns Habilitationsschrift von 1990, in der er einen wesentlichen Teil der bayerischen Bürokratie umfassend analysiert. Sein Werk "Das bayerische Innenministerium 1825-1864" wurde 1993 in der Schriftenreihe der Kommission für Geschichte bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht.

    1991 erhielt Götschmann die Lehrbefugnis für das Fachgebiet Neuere und Neueste Geschichte. Seine seitherige Lehrtätigkeit umfasst die gesamte neuere und neueste bayerische Geschichte und - im Rahmen der vergleichenden Landesgeschichte - auch die der anderen deutschen Länder.

    Seinen Forschungsschwerpunkt bildete ab nun die Verfassungs- und Parlamentarismusgeschichte des 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Im Rahmen des von der Kommission für Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien herausgegebenen "Handbuchs der Geschichte des deutschen Parlamentarismus" erarbeitete er eine Darstellung über die Entwicklung des bayerischen Parlamentarismus von 1819 bis 1848, die er derzeit für den Druck vorbereitet.

    Aus der Beschäftigung mit dem Archiv des bayerischen Parlaments erwuchs ein vom Bayerischen Landtag gefördertes Projekt, das 1997 erste Ergebnisse brachte: Mittels eines speziell für diesen Zweck entwickelten EDV-Programms erfasste Prof. Götschmann den Aktenbestand des Landtagsausschusses für Verfassungsbeschwerden von 1819 bis 1918. Hierzu wurde dann eine relationale Datenbank erstellt, die im Internet zugänglich ist und unter den unterschiedlichsten Fragestellungen abgefragt werden kann:
    http://www.bayern.landtag.de/wissen/beschwerden/beschwerden_f.htm

    Zur Zeit bereitet Prof. Götschmann die weitere Erschließung parlamentarischer Aktenbestände vor, die auf ähnliche Weise zugänglich gemacht werden sollen.


    Weitere Informationen:

    http://www.bayern.landtag.de/wissen/beschwerden/beschwerden_f.htm


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Personalia
    Deutsch


    Dirk Götschmann


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