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11.02.2008 13:50

Emmy Noether trifft Rudolf Virchow

Sonja Jülich Public Science Center
Rudolf-Virchow-Zentrum / DFG - Forschungszentrum für Experimentelle Biomedizin

    Neuer Nachwuchsgruppenleiter am Rudolf-Virchow-Zentrum

    Würzburg, 11. Februar 2008.
    Mit seiner Förderung aus dem Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft hatte der 32 jährige Mediziner Dr. Asparouh Iliev freie Wahl, wo er seine Forschungen fortführt. Er hat sich für das Rudolf-Virchow-Zentrum/ DFG-Forschungszentrum und das Institut für Pharmakologie der Universität Würzburg entschieden. Hier wird er seine Forschungen an dem Bakterium Streptococcus pneumoniae fortführen, einem Hauptauslöser der bakteriellen Hirnhautentzündung.

    Sein Studium und seine Doktorarbeit hat der Bulgare Asparouh Iliev an der Medizinischen Universität, Abteilung Pharmakologie und Toxikologie seiner Heimatstadt Sofia absolviert. Danach forschte er als wissenschaftlicher Mitarbeiter am European Neuroscience Institut in Göttingen. Zuerst bei Prof. Dr. Harald Neumann in der Neuroimmunologie, dann bei Prof. Dr. Fred Wouters in der Zellbiophysik.

    "Ich habe verschiedene Möglichkeiten geprüft, aber die Universität Würzburg war immer meine Priorität. In meiner Zeit in Göttingen habe ich viel vom Rudolf-Virchow-Zentrum und dem Institut für Pharmakologie gehört. Kollegen erzählten viel Gutes über die Stimmung dort, wie effektiv die Forschung ist, vor allem hat mich aber auch beeindruckt was publiziert wird. Nach intensiven Gesprächen mit Prof. Martin Lohse und den Kollegen am Zentrum und dem Institut für Pharmakologie war für mich klar - das ist meine Wahl", so Iliev auf die Frage, warum er sich gerade diesen Platz ausgesucht hat.

    Seit seiner Doktorarbeit forscht er auf dem Gebiet der Neurologie, der Erforschung des Nervensystems. Die Förderung im Emmy Noether-Programm ermöglicht ihm, unabhängig mit einer Nachwuchsgruppe an seinem Forschungsthema zu arbeiten. Iliev untersucht Bakterien vom Typ der Pneumokokken, die Streptococcus pneumoniae. Sie lösen bei Erwachsenen, aber vor allem bei Kindern Hirnhautentzündungen (Meningitis) aus. Häufig führen sie zum Tod oder lassen neurologische Spätschäden zurück.

    Das Zellgift Pneumolysin ist ein Hauptfaktor für die Auslösung der Erkrankung. Von ihm ist bekannt, dass es die Zelllyse oder Apoptose induziert und die Zellen zerstört. An Pneumokokken-Meningitis Erkrankte müssten demnach mehr zerstörte Zellen aufweisen. Das wurde bisher allerdings nicht beobachtet. Asparouh Iliev will nun verstehen, was Pneumolysin in den Zellen auslöst. Einen ersten Hinweis hat er - es scheint zwar die Zellen nicht direkt zu zerstören, vielmehr scheint es das Zellskelett neu zu organisieren. Jetzt geht es darum, die genauen molekularen Mechanismen und Signalwege in der Zelle zu verstehen, um gezielt Medikamente für die Therapie der Meningitis zu entwickeln.


    Weitere Informationen:

    http://www.rudolf-virchow-zentrum.de


    Bilder

    Asparouh Iliev forscht jetzt in Würzburg.
    Asparouh Iliev forscht jetzt in Würzburg.
    Quelle: Quelle: Rudolf-Virchow-Zentrum


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


     

    Asparouh Iliev forscht jetzt in Würzburg.


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