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12.02.2008 09:53

Bund fördert hallesches Projekt zur Genomforschung beim Nutztier

Dipl.-Journ. Carsten Heckmann Öffentlichkeitsarbeit
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Die Professur für Tierzucht am Institut für Agrar- und Ernährungswissenschaften der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg (MLU) koordiniert ein Großprojekt zur Genomforschung beim Nutztier. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit rund 1,4 Millionen Euro gefördert und soll einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere leisten.

    Innerhalb des Rahmenprogramms "Biotechnologie - Chancen nutzen und gestalten" war vom BMBF im vergangenen Jahr die Fördermaßnahme "FUGATO-plus: Optimierte Züchtungsverfahren für komplexe Merkmale bei Nutztieren" ausgeschrieben worden. Nach Begutachtung der Anträge und einem mehrstufigen Antragsverfahren wurden jetzt die Förderbescheide versandt.

    Das von Hermann H. Swalve (Professur für Tierzucht) koordinierte Vorhaben trägt den Titel "GENE-FL - Genetic causes of a pre-disposition for diseases of the feet and leg system in cattle, swine, horse and sheep", zu Deutsch: Genetische Grundlagen der Fundamentstabilität beim Rind, Schwein, Pferd und Schaf. Beteiligt sind acht weitere Arbeitsgruppen an fünf renommierten Forschungseinrichtungen (Universitäten Göttingen, Bonn, Kiel und Gießen sowie Forschungsinstitut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere).

    Inhaltlich widmet sich das Projekt der Erforschung genetisch bedingter Faktoren für die Entstehung von Krankheiten der Fortbewegungsorgane bei den Nutztierspezies Rind, Schwein, Pferd und Schaf auf molekularer Ebene. Dabei werden neben konventionellen Techniken der Genomanalyse auch modernste Verfahren wie die Untersuchung von Single Nucleotide Polymorphism (SNP) mithilfe so genannter Genchips und die Messung der Aktivität einzelner Gene in Form der Analyse der Genexpression angewendet.

    "Ferner ist besonders innovativ, dass wir auch auf der Ebene der Erfassung der Phänotypwerte neue Wege beschreiten", erklärt Prof. Dr. Hermann H. Swalve. Phänotypwerte sind die sicht- und messbaren Werte, die an einzelnen Individuen erhoben und den Charakterisierungen auf der Genebene gegenübergestellt werden können. "Die Innovation umfasst hier beispielsweise die elektronische Erfassung von Klauenkrankheiten von Rindern beim Klauenschnitt, die Befundung an geöffneten Gelenken geschlachteter Schweine sowie die Auswertung von Röntgenbildern der Gelenke bei Pferden", so Swalve.

    Das jetzt beginnende und auf drei Jahre angelegte Projekt zeichnet sich ferner dadurch aus, dass besonders viele Tiere untersucht werden, zum Beispiel 2000 Kühe. Neben den Befunden an den Klauen werden beim Klauenschnitt auch Alter, Größe, Gewicht, Körperkondition, Rückenfettdicke und Milchleistung erfasst und Proben des Klauenhorns sowie eine Blutprobe für die DNA-Untersuchung entnommen.

    "Das Projekt ermöglicht es den beteiligten Partnern erstmals, bei großen Tierzahlen Merkmalswerte zu erfassen und dies mit modernsten Methoden der Genomanalyse zu koppeln", sagt Hermann H. Swalve. "Es ist daher zu erwarten, dass das Projekt einen signifikanten Beitrag zur Verbesserung der Gesundheit landwirtschaftlicher Nutztiere leisten kann."

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Hermann H. Swalve
    Tel.: 0345 55 22320 oder 55 22321
    E-Mail: hermann.swalve@landw.uni-halle.de


    Bilder

    Ein (leichter) Fall von Laminitis (Klauenrehe) bei der Milchkuh - sichtbar erst beim Klauenschnitt.
    Ein (leichter) Fall von Laminitis (Klauenrehe) bei der Milchkuh - sichtbar erst beim Klauenschnitt.
    Quelle: Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Prof. Dr. Hermann H. Swalve
    Prof. Dr. Hermann H. Swalve
    Quelle: Foto: Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Tier / Land / Forst
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Ein (leichter) Fall von Laminitis (Klauenrehe) bei der Milchkuh - sichtbar erst beim Klauenschnitt.


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    Prof. Dr. Hermann H. Swalve


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