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14.02.2008 10:23

Wie kommt das Subjekt ins Gehirn?

Dr. Thomas Nesseler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

    Presse-Information Nr. 1 / 14. Februar 2008
    Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN)

    Reader der philosophisch orientierten Beiträge zum DGPPN-Kongress

    Wie kommt das Subjekt ins Gehirn?

    Neue Publikation des DGPPN-Fachreferats "Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie"

    Die Fragen nach dem Zusammenhang von Subjektivität und Gehirn steht im Mittelpunkt der neuesten Publikation des Fachreferates "Philosophische Grundlagen der Psychiatrie und Psychotherapie" der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde (DGPPN). Das Buch dokumentiert eine Veranstaltung zum DGPPN-Jahreskongress 2006 und schließt thematisch an eine frühere Publikation unter dem Titel Willensfreiheit - eine Illusion an. Herausgeber sind die beiden Referats-Sprecher, Professor Dr. Dr. Thomas Fuchs und Privatdozent Dr. Martin Heinze, sowie der Kölner Neurowissenschaftler und Neuropsychiater Professor Dr. Dr. Kai Vogeley.

    Im Laufe der letzten 150 Jahre wurden dem neuzeitlichen Individuum, nicht zuletzt durch die Entwicklung der Wissenschaften, etwa durch die Forschungen Darwins, Freuds oder die Denkpositionen der Postmoderne, einige Kränkungen zugefügt, indem es seiner gottähnlichen Einzigartigkeit beraubt wurde. Nun scheint es so, dass die jüngste neurowissenschaftliche Forschung dem Konstrukt eines scheinbar willensfrei handelnden Subjekts den Todesstoß versetzen kann: Wenn alle Denkvorgänge und psychischen Erfahrungen auf biologische Vorgänge im Gehirn reduzierbar sind, dann braucht es kein in irgendeiner Weise vom Gehirn abgelöstes Subjekt mehr. Das Gehirn wäre selbst das Subjekt der Handlung und das Denken darüber veraltet. Aber selbst wenn wir uns
    intellektuell dieser monistischen Auffassung von Realität beugen wollten, bliebe diese doch für unser Handeln und Erleben weitgehend folgenlos. In der menschlichen Selbsterfahrung nehmen wir uns nicht als Gehirne wahr, sondern als Personen bzw. Subjekte, die in gesellschaftlichen Systemen mit
    anderen Subjekten interagieren. Dies wird insbesondere an dem Verhältnis von psychisch kranken Menschen und deren Therapeuten deutlich. So fragen die drei Psychiater und Philosophen Thomas Fuchs, Kai Vogeley und Martin Heinze in dem Vorwort des von ihnen herausgegebenen Bandes Subjektivität und Gehirn, ob nicht trotz der Dominanz der monistischen Auffassung "Subjektivität und Intersubjektivität [...] unerlässliche Dimensionen psychiatrischen Erkennens und Handelns" sind und ob "für die Psychiatrie ein methodischer Dualismus, der die Perspektiven der 1. und der 3. Person
    unterscheidet, nicht unerlässlich ist."

    Damit ist aber nur eine von vielen Konzeptionen des Verhältnisses von Subjektivität und Gehirn skizziert, die renommierte Philosophen und Psychiater in diesem Buch vorstellen. Dabei nehmen die Autorinnen und Autoren nicht nur die Herausforderungen der Neurowissenschaften am Beginn des 21. Jahrhunderts an, sondern vermitteln auch produktiv zwischen den oftmals verhärteten Fronten.

    Thomas Fuchs, Kai Vogeley, Martin Heinze (Hg.): Subjektivität und Gehirn, Parodos/Pabst Science Publishers: Berlin/Lengerich, 300 Seiten, ISBN: 978-3-938880-15-9, Broschur, 25,00 EUR

    Kontakt:
    PD Dr. med. Martin Heinze
    Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie; Klinikum Bremen Ost
    Züricher Str. 40; 28235 Bremen
    Tel.: +49 (0)421-4081363;
    Email: Martin.Heinze@klinikum-bremen-ost.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dgppn.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Philosophie / Ethik, Psychologie, Religion
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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