Xenakis oder: Mit Steinen und dem Zufall komponieren

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25.02.2008 21:46

Xenakis oder: Mit Steinen und dem Zufall komponieren

Klaus P. Prem Presse - Öffentlichkeitsarbeit - Information
Universität Augsburg

    Mit dem Projekt "Combining Tangible Interaction with Probability-Based Musical Composition" holen sich Studierende des Augsburger Elitestudiengangs "Software Engineering" auf der TEI 08 den Preis für die innovativste Idee.

    Durch das Legen von Steinen auf einer Glasplatte zufallsgestützt zu komponieren und ein audio-visuelles Erlebnis zu gestalten: das ist das Prinzip von "Xenakis", einem Exponat, für das Studierende des Augsburger Elitestudiengangs "Software Engineering" auf der internationalen Tagung "Tangible Embedded Interaction (TEI) 2008" Ende voriger Woche mit dem Preis für die innovativste Idee ausgezeichnet wurden.

    Alle Teilnehmer der TEI 08 hatten Gelegenheit darüber abzustimmen, welche der auf der Tagung präsentierten Ideen in ihren Augen die innovativste ist. Die meisten Stimmen und den Preis - ein von der Firma Percussa gestiftetes Paar Audio Cubes - erhielt das Studententeam aus Augsburg. "Wir freuen uns über diese Anerkennung um so mehr, als auf diesem Gebiet in der Regel die US-Amerikaner die Nase vorn haben", meint Prof. Dr. Elisabeth André, an deren Lehrstuhl für Multimedia-Konzepte und ihre Anwendungen Bettina Conradi und ihre Kommilitonen Philipp Pötzl, Kai Linde, Max Meier, Peter Lachenmaier und Markus Bischof das Projekt "Xenakis - Combining Tangible Interaction with Probability-Based Musical Composition" entwickelt haben. Die Idee zu diesem Projekt entstand bereits im Frühjahr 2007 während eines Softskill-Seminars am Chiemsee. Im darauf folgenden Sommersemester wurde der Gedanke dann in die Praxis umgesetzt.

    Auf der TEI 08, die vom 18. bis zum 20. Februar 2008 in Bonn stattfand, diskutierten mehr als 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus aller Welt neueste Entwicklungen im Bereich der Mensch-Maschine-Interaktion, die darauf abzielen, digitale Informationen in Alltagsgegenstände einzubetten, um dem Benutzer die Mensch-Technik-Interaktion so vertraut wie möglich erscheinen zu lassen. Denn einerseits gehört die Nutzung von Computern und informationstechnischen Geräten heute zum Alltag, andererseits stellt die Bedienung solcher Systeme den Benutzer aber oft vor erhebliche Probleme. Die TEI ist eines der wichtigsten Foren für Wissenschaftler unterschiedlichster Disziplinen, deren Ziel es ist, Konzepte für eine einfachere Bedienung von Computern zu entwickeln. Interfaces der Zukunft sollen ohne konventionelle grafische Oberfläche auskommen, sie sollen digitale Information durch direkte Manipulation physikalischer Objekte (be-)greifbar und dem Benutzer nach Möglichkeit auch noch Spaß machen. In erster Linie geht es dabei darum, Daten und Informationen durch Objekte zu repräsentieren bzw. sie in (Alltags-)Gegenstände "einzubetten", so dass irgendwann vielleicht einmal z. B. ein Mantel seinen Besitzer, wenn dieser ein Restaurant verlässt, daran erinnern wird, dass er mitgenommen werden möchte.

    Der Stein macht die Musik

    Mit "Xenakis" hat des sechsköpfige Team aus dem Elitestudiengang "Software Engineering" eine "Kompositionsmaschine" entwickelt, mit der der Benutzer nicht über eine konventionelle grafische Oberfläche, sondern durch das Legen von Steinen auf einer Glasplatte interagiert. Die Position der Steine wird über eine unter dieser Platte installierte Kamera erkannt und in Musik- und Lichteffekte transformiert. Dabei kann der Benutzer die Effekte nur bis zu einem gewissen Grad über die relative Lage der Steine zueinander kontrollieren. Die Entfernung der Steine, die mit Notenhöhen, Notenlängen oder Instrumenten korrespondieren, bestimmt, welche Noten als nächstes von welchem Instrument gespielt werden. Den Rest besorgt der Zufall.

    Inspiriert wurde dieses Projekt vom Werk des Komponisten Iannis Xenakis, der eine völlig neuartige Form von Musik geschaffen hat: die "stochastische Musik", die sich - nur durch den Zufall getrieben - dynamisch vor ihren Hörern entfaltet. Nicht nur Spaß beim Komponieren abwechslungsreicher und einzigartiger Musik ist garantiert, sondern auch ein anregendes Klang- und Visualisierungserlebnis. Die intuitive Bedienung regt zum spontanen Mitmachen an, selbst Benutzer, die nie ein Musikinstrument gespielt haben, können ohne jegliche Einführung gemeinschaftlich zur Gestaltung des audio-visuellen Erlebnisses beitragen.
    _______________________________

    Ansprechpartnerin:

    Prof. Dr. Elisabeth André
    Lehrstuhl für Multimediakonzepte und ihre Anwendungen
    Universität Augsburg
    D-86135 Augsburg
    Telefon ++49(0)821/598-2340
    elisabeth.andre@informatik.uni-augsburg.de
    http://mm-werkstatt.informatik.uni-augsburg.de/news.php?typ=home


    Weitere Informationen:

    http://www.xenakis.3-n.de/Index.html - Xenakis-Projekt
    http://tei-conf.org/ - Tangible Embedded Interaction 2008
    http://www.uni-augsburg.de/elite/se/ - Elitestudiengang "Software Engineering"


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Informationstechnik, Kunst / Design, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Musik / Theater
    überregional
    Forschungsergebnisse, Personalia
    Deutsch


    Die intuitive Bedienung von "Xenakis" regt zum spontanen Mitmachen ...


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    ... bei der Gestaltung audio-visueller Erlebnisse an.


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