Gletscherforschung in Skandinavien

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20.01.1998 00:00

Gletscherforschung in Skandinavien

Adolf Kaeser Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    In Westnorwegen koennten in Zukunft die Strompreise steigen: An der Sohle des Folgefonn, einem grossen Plateaugletscher, fasst man in einem Tunnel Schmelzwasser und leitet es zu den am Fjord liegenden Turbinen. Durch das Wachstum des Gletschers hat sich aber der Lauf des Schmelzwassers verlagert - fuer viele Millionen Kronen musste ein neuer Tunnel geschaffen werden.

    An diesem Beispiel macht Dr. Stefan Winkler vom Geographischen Institut der Universitaet Wuerzburg deutlich, warum er Klima- und Gletscherveraenderungen in skandinavischen Gebirgsregionen und dadurch verursachte AEnderungen der landformenden Prozesse erforscht: Die Veraenderungen sollen abschaetzbar werden, damit man die von ihnen ausgehenden Risiken vermindern kann.

    Im westlichen Suednorwegen hat Dr. Winkler ein Querprofil von der Kueste zur rund 150 Kilometer oestlicher gelegenen Gebirgsregion des Jotunheim untersucht und einen deutlichen Wandel der klimatischen Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Gletscher festgestellt. Im maritimen Westnorwegen gewannen die Gletscher in den vergangenen Jahren durch ueberdurchschnittlich viel Winterschnee an Eismasse - sie ruecken vor. Die Gletscher im Jotunheim dagegen verloren an Masse, weil leicht ueberdurchschnittliche Sommertemperaturen herrschten.

    Diese Unterschiede bezeichnet Dr. Winkler angesichts der geringen Entfernung zwischen den beiden Gebirgsregionen als enorm. Er fragt sich nun, ob die oben geschilderten Verhaeltnisse einen Sonderfall darstellen oder ob sich aehnliche Muster auch anderswo finden lassen. Dazu wird er, unterstuetzt durch ein Stipendium aus der Jubilaeumsstiftung der Universitaet Wuerzburg, ausgewaehlte Gebirgsregionen in Sued- und Nordskandinavien untersuchen.

    Vor Ort wird Dr. Winkler die durch Gletscher, Lawinen oder Schmelzwasserbaeche gestalteten Landformen kartieren. In Kombination mit anderen Methoden, etwa der Pruefung der Verwitterung von Gesteinsbloecken, kann er dann Aussagen ueber Alter und Entstehung von Landformen treffen. Am Schluss soll eine Chronologie der Klima- und Gletscherveraenderungen waehrend der vergangenen 10.000 Jahre stehen. Diese Untersuchungen haetten auch fuer die Erforschung des mitteleuropaeischen Klimas Bedeutung, sagt Dr. Winkler, weil das Klima Skandinaviens teilweise gleichen Einfluessen ausgesetzt sei.

    Kontakt: Dr. Stefan Winkler, Telefon (0931) 888-5587, Fax (0931) 888-5544, E-Mail: winkler@mail.uni-wuerzburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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