UDE: Einmal Niedriglohn, immer Niedriglohn - Geringe Chancen für Aufstieg in besseren Job

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04.03.2008 12:16

UDE: Einmal Niedriglohn, immer Niedriglohn - Geringe Chancen für Aufstieg in besseren Job

Ulrike Bohnsack Pressestelle
Universität Duisburg-Essen

    Arbeit zu Niedriglohn soll gering qualifizierten Arbeitslosen den Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtern - mit der Aussicht, sich später in bessere Jobs hocharbeiten zu können. Aber der Aufstieg fällt schwer. "Die Aufstiege aus dem Niedriglohnbereich sind in den letzten Jahren deutlich rückläufig", stellt der Arbeitsmarktexperte Thorsten Kalina vom Institut Arbeit und Qualifikation (IAQ) der Universität Duisburg-Essen fest.

    Ende der 80er Jahre gelang es in Westdeutschland noch fast jedem fünften vollzeitbeschäftigten Niedriglohnbeziehenden im Folgejahr einen besser bezahlten Job zu finden. Von 2004 auf 2005 war dies bei lediglich 8,6 Prozent der Beschäftigten der Fall. Über zwei Drittel (68,8 Prozent) der Niedriglohnbeschäftigten verblieben im Niedriglohnbereich. Knapp 14 Prozent waren im nächsten Jahr arbeitslos oder nicht mehr sozialversicherungspflichtig beschäftigt, die übrigen wechselten in Teilzeit oder Minijobs.

    Die Chancen, sich wieder nach oben zu arbeiten, stehen schlecht vor allem für Ältere, aber auch andere Gruppen sind überdurchschnittlich betroffen (s. Abbildung): Nur 4,2 Prozent der über 54-Jährigen und 5,5 Prozent der 45 bis 54-Jährigen gelang der Aufstieg, bei AusländerInnen waren es 6,9 Prozent und bei gering Qualifizierten 7,1 Prozent. Von den Männern schaffte immerhin jeder Achte (12 Prozent) den Aufstieg, bei den Frauen nur halb so viele (6,3 Prozent). Wer gut qualifiziert mit Universitäts- oder Fachhochschulabschluss zu Billiglöhnen arbeitet, erreichte im Zeitraum von 2004 auf 2005 immerhin zu 18,1 Prozent einen besser bezahlten Job.

    Die Untersuchungen des IAQ basieren auf Zahlen aus dem Beschäftigtenpanel der Bundesagentur für Arbeit. Die Auswertung bezieht sich auf Personen, die im Ausgangsjahr sozialversicherungspflichtig vollzeitbeschäftigt waren, Auszubildende sind darin nicht enthalten.

    Die Gründe für die sinkende Aufwärtsmobilität liegen unter anderem im "Outsourcing", der Ausgliederung schlecht bezahlter Tätigkeiten in auswärtige Unternehmen oder auch Leiharbeit, denn innerbetrieblicher Aufstieg wird damit abgeschnitten. Kombilohnmodelle - auch die Kombination von Teilzeitarbeit und Arbeitslosengeld II - und Minijobs mit weniger Abgaben halten schlecht Bezahlte in diesen Tätigkeiten fest.

    Redaktion: Claudia Braczko, Tel. 0209/1707-176, 0170-8761608, presse-iaq@uni-due.de

    Weitere Informationen: Thorsten Kalina, Tel. 0209/1707-330, thorsten.kalina@uni-due.de

    Hinweis für die Redaktionen:
    Zu dieser Meldung stellen wir Ihnen unter http://www.uni-due.de/de/presse/pi_fotos.php eine Grafik zur Verfügung.
    Sie zeigt: Aufstiegsmobilität aus dem Niedriglohnbereich nach Personenmerkmalen (Deutschland 2004/2005, sozialversicherungspflichtig Vollzeitbeschäftigte in 2004)
    Quelle: IAQ-Berechnung auf der Grundlage des BA-Beschäftigtenpanels.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Politik, Recht
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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