Wieder werden Bayreuther Wissenschaftler-Ideen zu Geschäftskonzepten: Es geht um neuartige sogenannte chirale Katalysatoren, die besonders für die pharmazeutische und die agrochemische Industrie bedeutend sind. Eine Firmengründung durch anorganisch arbeitende Chemiker steht unmittelbar bevor, die internationale Patentierung ist gesichert und die erste Prämierung in dem Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern (BPWN) 2008 erfolgt.
Bayreuth (UBT). Wieder werden Bayreuther Wissenschaftler-Ideen zu Geschäftskonzepten: Es geht um neuartige sogenannte chirale Katalysatoren, die besonders für die pharmazeutische und die agrochemische Industrie bedeutend sind. Die AIKAA GmbH der Bayreuther anorganischen Chemiker Dr. Torsten Irrgang und Prof. Dr. Rhett Kempe steht in den Startlöchern, die internationale Patentierung ist gesichert und das Geschäftsmodell hat bereits seine erste Bewährungsprobe bestanden und gehörte kürzlich zu den zehn besten und prämierten Teams (von insgesamt 104) der ersten Phase des Businessplan-Wettbewerbs Nordbayern (BPWN) 2008 - es kann also losgehen.
Worum geht es? Für die Entwicklung von Medikamenten und von neuen Produkten im Bereich der Agrarchemie werden häufig so genannte chirale Verbindungen benötigt. Chiralität bezeichnet die räumliche Anordnung von Atomen, bei denen bestimmte Symmetrieoperationen, zum Beispiel die Spiegelung an einer Molekülebene, nicht zu einer Selbstabbildung führen. Die linke und die rechte rechte Hand sind zu chiral zueinander. Für die Herstellung chiraler Verbindungen gibt es bisher keine einzelne Technologie, die man als Patentrezept bezeichnen könnte. Die Synthese solcher Verbindungen mittels Chemokatalyse ist teuer und abfallintensiv.
Einen Ausweg aus dieser Problematik haben Dipl.-Chemikerin Denise Friedrich, Dr. Torsten Irrgang und Prof. Dr. Rhett Kempe vom Lehrstuhl für Anorganische Chemie II der Universität Bayreuth gefunden. Das Forscherteam entwickelte neuartige, hocheffizient und -selektiv arbeitende chirale Katalysatorsysteme. Diese kostengünstigen und leistungsfähigen Katalysatoren werden modular aufgebaut und sind in einer großen Zahl von Lösungsmitteln anwendbar. Damit lassen sich Einflüsse auf das Aktivitäts- und Selektivitätsverhalten der Katalysatoren gezielt einstellen
Vor allem für die pharmazeutische und die agrochemische Industrie ist diese Bayreuther Entwicklung von erheblicher Bedeutung. Denn ausgehend von einfachen Verbindungen lassen sich jetzt gezielt Produkte mit funktionalen Eigenschaften und einem entsprechend hohen ökonomischen Wert erzeugen, ohne dass unerwünschte Nebenprodukte oder Abfälle entstehen. Die neuen Katalysatoren sind daher der Schlüssel zu einem sowohl ökonomisch als auch ökologisch optimierten Wertschöpfungsnetzwerk
Dieses einmalige Know-how wurde in Zusammenarbeit mit der Universität Bayreuth für ein internationales Patent (PCT) angemeldet. Dr. Torsten Irrgang und Prof. Dr. Rhett Kempe wollen das prämierte Geschäftskonzept zügig umsetzen und noch im ersten Quartal 2008 die AIKAA GmbH gründen.
Kontaktadresse für weitere Informationen:
Professor Dr. Rhett Kempe
Dr. Torsten Irrgang
Lehrstuhl für Anorganische Chemie II
Telefon: 0921 / 55-2541, -2540, -2561
kempe@uni-bayreuth.de
torsten.irrgang@uni-bayreuth.de
Wertschöpfungskette
Quelle: UBT-Pressestelle - Bild zur Veröffentlichung frei
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Chemie
überregional
Forschungs- / Wissenstransfer
Deutsch

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