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06.03.2008 09:52

Eine KUR für einzigartige Sammlungen deutscher Naturkundemuseen

Dr. Gesine Steiner Museum für Naturkunde Berlin
Humboldt-Universität zu Berlin

    Kulturstiftung des Bundes und Kulturstiftung der Länder unterstützen Pflege und Sicherung gefährdeter naturkundlicher Sammlungen

    Drei naturkundliche Institutionen erhalten insgesamt 894.000 EUR für die Rettung und Sicherung von wertvollem Sammlungsmaterial. Diese Förderung stammt aus dem gemeinsamen "Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut" (KUR) der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Mit dieser finanziellen Unterstützung wird einmal mehr anschaulich die hohe kulturelle Bedeutung naturkundlicher Sammlungen dokumentiert.

    Das Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin erhält 500.000 EUR für Restaurierungsmaßnahmen in seiner so genannten Nasssammlung. Diese beinhaltet rund 278.000 Gläser mit in Alkohol aufbewahrten Tierpräparaten. Darüber hinaus werden mit den KUR-Mitteln Workshops finanziert. Hier sollen neu entwickelte Restaurierungsmethoden an Kollegen anderer naturkundlicher Einrichtungen weitergegeben werden.
    Mit 100.000 EUR wird das Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg die Sammlungen "Vergleichende Anatomie, Embryologie und Histologie" restaurieren und auf den neuesten wissenschaftlich-technischen Stand bringen. Diese Sammlungen sollen der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht werden und der Wissenschaft zur Verfügung stehen.
    Als dritte Institution erhält das Naturalienkabinett Waldenburg in Sachsen 294.000 EUR, um verbunden mit umfangreichen konservatorischen Maßnahmen an den Präparaten ideale Bedingungen für die fachgerechte Unterbringung und Präsentation einer der ältesten naturkundlichen Sammlungen Deutschlands zu schaffen.

    Für Reinhold Leinfelder, Sprecher der "Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen" (DNFS), dem Verbund der großen naturkundlichen Forschungsmuseen Deutschlands, und Ulrike Stottrop, Sprecherin der Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen im Deutschen Museumsbund, sind diese drei Projekte "ein wunderbares Signal der hohen Wertschätzung" (Stottrop), die naturkundlichen Sammlungen entgegen gebracht wird. "Diese Sammlungen sind nicht nur ein Archiv der Natur und ein unverzichtbares Werkzeug für die Erforschung der Biologischen Vielfalt und ihrer Veränderungen", so Leinfelder, "sondern auch kulturell bedeutsame Sammlungen, die viel über die jeweilige Zeit aussagen, zu der diese Objekte gesammelt wurden." So spiegelt sich etwa in den Sammlungen des Berliner Museums für Naturkunde auch die politische Geschichte Deutschlands, sei es die deutsche Kolonialzeit, die viel Sammlungsmaterial aus den deutschen Kolonien ins Museum gebracht hat, oder die Zeit der DDR mit einer weitgehenden Beschränkung der Sammlungszugänge auf damalige sozialistische 'Bruderländer'. "Wer uns hilft, die deutschen Naturkundesammlungen zu bewahren, setzt sich für die Erhaltung nationalen Kulturerbes ein" betont Leinfelder.

    Gut passt in diesen Zusammenhang, dass auch die naturhistorischen Sammlungen der 1779 gegründeten Oberlausitzischen Gesellschaft der Wissenschaft, die das Kulturhistorische Museum Görlitz bewahrt, bei KUR mit 205.800 EUR berücksichtigt wurden.

    Kontakt
    Dr. Gesine Steiner, Pressesprecherin
    Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin, Invalidenstr. 43, 10115 Berlin
    Tel. +49(0)30 2093-8917, Fax: -8914, e-mail: gesine.steiner@museum.hu-berlin.de
    www.naturkundemuseum-berlin.de

    Informationen zu den Deutschen Naturwissenschaftlichen Forschungssammlungen (DNFS): www.dnfs.de

    Ulrike Stottrop, Sprecherin der Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen im Deutschen Museumsbund
    Ruhrlandmuseum, Nünningstr. 9, 45141 Essen
    Tel.: (+49) (0)201/8845-202, Fax: -138, e-mail: ulrike.stottrop@ruhrlandmuseum.essen.de

    Informationen zur Fachgruppe Naturwissenschaftliche Museen im Deutschen Museumsbund: www.museumsbund.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Informationstechnik
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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