Bei der Premiere am Göppinger Standort der Hochschule Esslingen haben gestern rund 130 Kinder erfahren, wie man Flüssigkeiten in Form bringt. Und konnten dabei zusehen, wie eine Glocke aus Zinn gegossen wurde.
Ein bisschen aufgeregt sind Tobias und Johanna schon. "Ich bin gespannt, was jetzt gleich passiert", sagt Tobias. "Immerhin sieht man nicht jeden Tag, wie mit Zinn gegossen wird."
So wie dem zwölf- und neunjährigen Geschwisterpaar aus Ottenbach ging es gestern auch den anderen Kindern in der Aula der Hochschule in Göppingen. Rund 130 Teilnehmer hatten sich zur Premiere der Göppinger Kinder-Uni angemeldet - einem Gemeinschaftsprojekt der Stadt Göppingen und dem Göppinger Standort der Hochschule Esslingen. Hauptpersonen waren dabei freilich die jungen Studenten. "Uns ist es eine Ehre, dass Ihr zu uns kommt", begrüßte Professorin Stefani Maier, Prorektorin der Hochschule Esslingen, die Gäste. Die Schlagworte "lebenslanges Lernen" seien in aller Munde - "gerade bei den Kindern, die eine Auffassungsgabe haben wie nie mehr später" sei es daher wichtig, Wissen zu vermitteln. Das steht bei der Kinder-Uni im Mittelpunkt.
"Wie bringt man Flüssigkeiten in Form?" lautete das Motto der ersten von insgesamt fünf Veranstaltungen. Professor Manfred Plank, mit Unterstützung von Jens Hahn von der Kunstgießerei Strassacker, hatte sich ein interessantes Programm einfallen lassen: "Die Technik des Gießens mit vielen Beispielen und praktischen Vorführungen" hatte er vorbereitet - und war vor der Vorlesung sichtlich nervös. "Immerhin ist es auch für mich eine Premiere, vor so jungen Studenten etwas vorzuführen - man weiß ja auch nie, ob es klappt."
Doch die Sorge war unbegründet, der Professor hatte die Kinder schnell auf seine Seite gezogen. "Eine Tafel Schokolade, Gummibärchen, Spaghetti aber auch Glas und Teile aus Plastik werden alle aus Flüssigkeiten geformt", erklärte er. Anhand von Zeichnungen und Bildern erfuhren die Nachwuchs-Studenten zunächst, wie ein Schokohase gegossen wird - dann folgte der Höhepunkt der Vorlesung: Das Gießen einer Glocke mit flüssigem Zinn. Wie in einer echten "Hütte", - "so heißen die Orte, an denen Glocken gegossen werden" - ging Plank ans Werk. Zunächst musste er eine Negativform in festem Sand fertigen, die dann unter den Augen der Kinder-Uni-Teilnehmer mit flüssigem Zinn ausgegossen wurde. Groß war dann die Spannung, als Plank ganz vorsichtig die Sand-Form und die neue Glocke löste. Und tatsächlich: Der Glockenguß war geglückt.
Am 2. April geht die Göppinger Kinder-Uni in die nächste Runde. Dann steht das "Warum raufen Jungs und sind Mädchen zickig?" auf dem Programm.
Weiter Termine sind der 7. Mai ("Warum sehen Fledermäuse mit den Ohren?"), der 4. Juni ("Warum bauen Ritter Burgen?") und der 2. Juli ("Wie kommt das Licht um die Ecke?")
wo?
Hochschule Esslingen, Aula
Standort Göppingen
Robert-Bosch-Str. 1
Wann?
Immer mittwochs, 16 Uhr
Dauer ca. 90 Minuten
Anmeldung:
i-punkt, Rathaus oder Städtisches Museum, Storchen in Göppingen
Telefonische Anmeldungen sind leider nicht möglich
Einschreibungsgebühr pro Vorlesung 2,-- Euro (inklusive Studienbuch)
Text und Bild: Steffen Wolff
06.03.08/Mc
"Nun wird Zinn gegossen." Prof. Plank in Aktion.
Quelle: Foto: Steffen Wolff
Die aufmerksamen jungen Studierenden
Quelle: foto: Steffen Wolff
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
regional
Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
Deutsch

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