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06.10.2000 11:28

Inge und Werner Grüter-Preis für hervorragende Wissenschaftspublizistik zeichnet Uwe George aus

Michael Sonnabend Kommunikation
Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft

    Zum fünften Mal wird der mit 20.000 DM dotierte Inge und Werner-Grüter-Preis verliehen. Diese Auszeichnung für gelungene Wissenschaftsvermittlung geht an Uwe George aus Hamburg. Uwe George, Wissenschaftsredakteur und Expeditionsleiter der Zeitschrift Geo, wird für seine herausragenden Verdienste um die Verbreitung von wissenschaftlichen Erkenntnissen über Wüstenforschung, Botanik, Evolution und Paläontologie ausgezeichnet.

    Der Autor zahlreicher Bücher, der sich selbst als naturwissenschaftlichen Autodidakten bezeichnet, hat in mehr als 60 naturwissenschaftlichen Reportagen spektakuläre Erkenntnisse und Funde einem breiten Publikum zugänglich gemacht. Sein erstes, 1976 erschienenes Buch "In den Wüsten dieser Erde", stand ein Jahr lang auf den deutschen Bestsellerlisten und wurde mit dem National Book Award in den USA ausgezeichnet. Seit 1979 ist George beim Geo-Magazin zuständig für die Organisation wissenschaftlicher Expeditionen weltweit. Bei diesen aufwendigen Fahrten ins Unbekannte begleitet George Wissenschaftler und Forscher bei ihren Feldstudien. Das auf diesen Reisen Erlebte und Erforschte verschwindet jedoch nicht in den Fachbibliotheken der Universitäten sondern ist Gegenstand spannend erzählter Wissenschaftsreportagen und -bücher. So hat er der Welt der einzigartigen Tafelberge Südamerikas - den "Bergen der Götter" in der Mythologie von Indianern - mit seinem Buch "Inseln in der Zeit" ein faszinierendes Denkmal geschaffen. Sein größtes Interesse gilt jedoch zwei grundverschiedenen Landschaften dieser Erde, den Regen-wäldern und Wüsten. Diesen Landschaften widmete er die großartig bebilderten Bücher "Regenwald - Vorstoß in das tropische Universum" und "Die Wüste - Vorstoß zu den Grenzen des Lebens". Im Spannungsbogen zwischen der Lebensfeindlichkeit der Wüsten einerseits und dem Überfluss und der Artenvielfalt des Regenwaldes andererseits sind für George die Gesetze der Erdgeschichte und des Lebens zu finden. Sie sind gleichzeitig aber auch Symbol für die Fragilität und Zerbrechlichkeit des Lebens. Der Regenwald als fruchtbarste und produktivste Lebensgemeinschaft, notwendig für das Klima dieser Erde, ist auf unfruchtbaren Sand gebaut. Georges Bücher sind auch immer ein Appell an die Verantwortung des Menschen für seine Welt.

    Mit dem sachlich-nüchternen Blick des Naturwissenschaftlers beobachtet er die Welt und ihre Phänomene, aber er entzaubert sie dabei nicht. Im Gegenteil gewinnen durch seine erzählende Art des Berichtens vermeintlich spröde Themen eine neue Faszination. Für George ist Wissenschaft auch immer Abenteuer. So hat man ihn auch als einen spät geborenen Entdecker bezeichnet, einen "Verwandten" von Humboldt und Darwin, der durch seine offene und unvor-eingenommene Sichtweise in vermeintlich wissenschaftlich durchleuchteten und längst bekannten Bereichen immer wieder Neues entdeckt

    Damit trifft der Preisträger ein zentrales Interesse der 1994 unter dem Dach des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft errichteten Inge und Werner Grüter-Stiftung. Das Stifterpaar, der Neurologe und Psychiater Professor Dr. med. Werner Grüter und die Pharmazeutin Inge Grüter, will angesichts der Bedeutung der Wissenschaften vom Leben mehr Verständnis für biologische Prozesse wecken, damit für die Zukunft der Gesellschaft größere Verantwortung für das eigene Handeln wachsen kann.

    Die Preisverleihung an Uwe George findet am 9. 10. 2000 im Rahmen einer Feierstunde im Senckenbergmuseum Frankfurt/M. statt. Der Preisträger hält einen Vortrag zum Thema "Wie die Sahara die Regenwälder Südamerikas erblühen lässt".

    Inge und Werner Grüter-Preisträger 1996 bis 1999:

    1996: Dr. Matthias Glaubrecht, Museum für Naturkunde der Humboldt Universität zu Berlin, vor allem für sein Buch: "Der lange Atem der Schöpfung"

    1997: Dr. Peter Wellnhofer, Bayerische Staatssammlung für Paläontologie und historische Geologie München, für sein Werk "Flugsaurier" und zahlreiche Arbeiten

    PD Dr. Volker Sommer, Department of Anthropology, University College London, für sein Gesamtwerk zur modernen Soziobiologie

    1998: Professor Dr. Irenäus Eibl-Eibesfeldt, Leiter der Arbeitsgruppe für Humanethologie des Max-Planck-Instituts in Andechs, für seine Verdienste um Meeresbiologie und Rifforschung

    Deutsches IYOR-Komitee "International Year of the Reef", Stuttgart, für seine breite Öffentlichkeitsarbeit zur Kenntnis und Gefährdung der Riffe einschließlich der Ausstellung "Städte unter Wasser - 2 Milliarden Jahre" unter Leitung von Professor Dr. Reinhold Leinfelder

    1999: PD Dr. Friedemann Schrenk, Leiter der Geologisch-Paläontologischen & Mineralogischen Abteilung des Hessischen Landesmuseums Darmstadt, für seine Arbeiten zur modernen Paläoanthropologie

    Professor Dr. Claus Mattheck, Leiter der Abteilung Biomechanik am Forschungszentrum Karlsruhe, für sein Buch "Stupsi erklärt den Baum"


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Geowissenschaften, Informationstechnik, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


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