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12.03.2008 14:20

"Mein Gott, jetzt hat sie's!" - erfolgreich akzentfrei sprechen lernen: Die TU Dresden weitet das Projekt "Automat zur Akzentreduktion" (AZAR) auf andere europäische Sprachen aus

Kim-Astrid Magister Pressestelle
Technische Universität Dresden

    "Es grüünt so grüün, wenn Spaniens Blüüten blüühen" - allein die deutschen Vokale akzentfrei auszusprechen, stellt vor allem für erwachsene Migranten eine Hürde dar. Selbst wenn sie die Fremdsprache schon seit ihrer Schulzeit beherrschen, behalten sie oft zeitlebens einen starken Akzent bei, der ihre Integration - zum Beispiel am neuen Arbeitsplatz - sehr erschwert. Wissenschaftler am Institut für Akustik und Sprachkommunikation der Technischen Universität Dresden, unter Leitung von Professor Rüdiger Hoffmann, forschen zusammen mit zwei Partnerfirmen schon seit mehreren Jahren an einer neuen Lehrmethode, die Aussprachefehler immigrierter Russlanddeutscher mithilfe des Computers analysiert und dann gezielt verbessern hilft. Eine audiovisuelle Datenbank, die auf Sprachmuster verschiedener deutscher und russischer Muttersprachler zurückgreift, unterstützt die Sprachschüler dabei.

    Um die komplexen Feedbackfunktionen zu entwickeln, setzen die Forscher und Entwickler um Projektmanager Oliver Jokisch Verfahren der Spracherkennung und der Sprachsynthese ein, die das dynamische Detektieren akzentbedingter Abweichungen von der Standardaussprache ermöglichen. Zusätzlich zur akustischen Ein- und Ausgabe wurden auch visuelle Feedbackfunktionen, zum Beispiel die Darstellungen der Lippenartikulation des Sprechers sowie animierter Sprechorgane, in das AZAR-Programm integriert.

    Neue linguistische Untersuchungen der Dresdner Arbeitsgruppe, die das Erlernen der deutschen Sprache durch Nichtmuttersprachler dokumentieren, bauen auf Ergebnissen des Prototyps AZAR I aus dem Jahr 2005 auf. Hinzugekommen sind vor kurzem Untersuchungen zur Aneignung der Umlautvokale 'ö' und 'ü' durch Sprecher mit Ausgangssprache Russisch. Der entsprechend entworfene Übungsprozess setzt zunächst bei einem Parameter an, zum Beispiel dem Öffnungsgrad eines Vokals. Im weiteren Verlauf kommen dann Verhältnisgrößen hinzu, etwa die Relation zwischen Öffnungsgrad und Vokaldauer.

    Im EU-Nachfolgeprojekt "Euronounce" erweitern die Dresdner Sprachforscher ihr Konzept nun auf andere mittel- und osteuropäische Sprachen (Tschechisch, Slowakisch, Polnisch) und, auf die zu erwartende starke Nachfrage hin, auch auf Englisch. Gemeinsam mit neuen Partnern - u. a. der Universität Poznan, der Slowakischen und der Russischen Akademie der Wissenschaften und dem Dresdner Goethe-Institut - arbeiten sie daran, möglichst vielen Fremdsprachlern zum akzentfreien Beherrschen der deutschen Sprache zu verhelfen. Der kolossale Aha-Effekt, der Prof. Higgins in der deutschen Übersetzung des bekannten Musicals "My fair Lady" begeistert ausrufen lässt: "Mein Gott, jetzt hat sie's!" - durch AZAR bzw. "Euronounce" ist er für sie in greifbare Nähe gerückt.

    Informationen für Journalisten: Prof. Rüdiger Hoffmann, Tel. +49 351 463-32747, Fax +49 351 463-37781, E-Mail: ruediger.hoffmann@ias.et.tu-dresden.de
    Dipl.-Ing. Oliver Jokisch, Tel. +49 351 463-32289, Fax +49 351 463-37781, E-Mail: oliver.jokisch@ias.et.tu-dresden.de
    (während der Tagung über Tagungsbüro: 0351 4866410)


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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