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14.03.2008 15:59

Zwei Heinz Maier-Leibnitz-Preise für die TU Darmstadt

Jörg Feuck Kommunikation
Technische Universität Darmstadt

    Forscher aus Politik- und Materialwissenschaft ausgezeichnet

    Darmstadt, 14.3.2008. Gleich zwei Forscher aus der TU Darmstadt erhalten in diesem Jahr den Heinz Maier-Leibnitz-Preis, den wichtigsten deutschen Preis für Nachwuchswissenschaftler: Dr. Nicole Deitelhoff vom Institut für Politikwissenschaft am Fachbereich Gesellschafts- und Geschichtswissenschaften, und Dr. Torsten Granzow vom Fachgebiet Nichtmetallisch-Anorganische Werkstoffe im Fachbereich Material- und Geowissenschaften. Der Preis ist mit jeweils 16.000 Euro dotiert.

    "Dass gleich zwei Nachwuchswissenschaftler der TU Darmstadt mit dem renommierten Heinz Maier-Leibnitz-Preis ausgezeichnet werden, freut uns außerordentlich und ist eine großartige Auszeichnung auch für die TU Darmstadt", sagte Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Martin, und ergänzte: "Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses hat an der TU Darmstadt hohen Stellenwert. Wir verstehen die Preise auch als Ansporn, in diesem Bemühen nicht nachzulassen."

    Dr. Nicole Deitelhoff (33) gilt laut DFG als eine der herausragendsten jungen Politikwissenschaftlerinnen in Deutschland, deren Arbeiten sich durch besonders originelle und innovative Ansätze und Erkenntnisse auszeichnen. Vor allem mit ihrer bereits mehrfach preisgekrönten Dissertation "Überzeugungen in der Politik. Grundzüge einer Diskurstheorie internationalen Regierens" bei Prof. Dr. Klaus Dieter Wolf verband Deitelhoff Grundfragen der politischen Theorie mit den Herausforderungen der Vergleichenden Politikwissenschaft und anderer angrenzender Gebiete.

    Ausgehend von Jürgen Habermas und dessen Diskurstheorie untersuchte Deitelhoff darin, welche Bedeutung "Überzeugungen" in der Politik und Politik-Analyse im Allgemeinen und in internationalen Beziehungen im Speziellen haben. Ihre Erkenntnisse sind in allen Politikbereichen von Bedeutung, in denen kein durchsetzungsfähiges Recht existiert und deshalb Konflikte durch "weichere" Formen der Regulierung und Ordnungsbildung gelöst werden müssen.

    Konkret könnte die von Deitelhoff entwickelte Policy-Diskursethik etwa in der globalen Klimapolitik dazu beitragen, zu neuen, zeitgemäßen Formen internationaler Beziehungen zu kommen. Promoviert an der TU Darmstadt und mit vielfältigen internationalen Erfahrungen ausgestattet, leitet die Politikwissenschaftlerin inzwischen zwei Projekte der Hessischen Stiftung Friedens- und Konfliktforschung und hat sich darüber hinaus als Autorin, Redakteurin und Mitherausgeberin wissenschaftlicher Zeitschriften und Buchreihen sowie in der Deutschen Vereinigung für Politikwissenschaft hervorgetan. Als "principal investigator" ist die Nachwuchsforscherin auch an dem Exzellenzcluster "Formation of Normative Orders" beteiligt, das im Oktober 2007 im Rahmen der Exzellenzinitiative bewilligt wurde.

    Gleich auf mehreren Teilgebieten der Festkörperphysik hat Torsten Granzow, ebenfalls 33 Jahre alt, schon als Nachwuchswissenschaftler auf sich aufmerksam gemacht. Herausragend sind vor allem die Arbeiten des Materialwissenschaftlers zu modernen keramischen Funktionsmaterialien sowie zu ferroelektrischen Relaxormaterialien. Granzow gelang es als erstem Wissenschaftler, in diesen Materialien Zufallsfelder nachzuweisen und in ihrer Struktur und Dynamik zu beschreiben. Diese Zufallsfelder verursachen einen umfassenden Ermüdungsprozess, der die Einsatzmöglichkeit ferro- und piezoelektrischer Materialien erheblich beeinflusst.

    Granzows Erkenntnisse sind von enormer Bedeutung für die Entwicklung neuer Technologien, etwa für die Steuerung von Verbrennungsprozessen in emissionsminimierten Motoren oder von hochempfindlichen Detektoren für die medizinische Diagnostik. Ebenso bedeutsam und originell sind seine Arbeiten zur Entwicklung eines neuen optischen Untersuchungsverfahrens auf der Basis der holographischen Streuung. Auch hier verknüpft Granzow naturwissenschaftliche Grundlagenforschung und technische Anwendung, was ihm international hohe Beachtung eingebracht hat.

    Vier weitere Preise gehen an Nachwuchswissenschaftler der Universitäten Göttingen, Tübingen, Erlangen-Nürnberg und des Max-Planck-Instituts für Kohleforschung Mülheim/Ruhr. Die sechs Preisträgerinnen und Preisträger waren zuvor vom zuständigen Auswahlgremium unter 76 Kandidatinnen und Kandidaten nominiert worden.

    Der Heinz Maier-Leibnitz-Preis wird von der DFG seit 1977 jährlich zur Förderung eines eigenständigen wissenschaftlichen Profils an herausragende Nachwuchsforscherinnen und -forscher vergeben. Die Auszeichnung soll Anerkennung und zugleich Ansporn sein, die wissenschaftliche Laufbahn geradlinig weiterzuverfolgen.

    Nach Angaben der DFG wählten die wichtigsten Forschungseinrichtungen in Deutschland den Heinz-Maier-Leibnitz-Preis zum drittwichtigsten Wissenschaftspreis hierzulande, nach dem Gottfried Wilhelm Leibniz-Preis der DFG und dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten.

    Für Medienvertreter bietet die TU Darmstadt dazu ein Pressegespräch an. Daran werden TU-Vizepräsident Prof. Dr. Alexander Martin, Dr. Torsten Granzow und Prof. Dr. Klaus Dieter Wolf in Vertretung für Dr. Nicole Deitelhoff teilnehmen:

    Pressegespräch an der TU Darmstadt:
    Montag, 17. März 2008, 13.00 Uhr,
    Rundeturmstr. 12, Raum 0.7 .

    Preisverleihung:
    Montag, 2. Juni, 16 Uhr, Auditorium Friedrichstraße (Quartier 110), Friedrichstraße 180-183, 10117 Berlin,
    Die DFG lädt Medienvertreter herzlich zur Preisverleihung ein.

    he


    Weitere Informationen:

    http://idw-online.de/pages/de/news251234


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Personalia
    Deutsch


     

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