Erhalt des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) in Köln

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11.10.2000 10:29

Erhalt des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) in Köln

Frederik Borkenhagen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Vereinigung für Sportwissenschaft

    Vorstand und Hauptauschuß der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft (dvs) sowie das Präsidium der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) setzen sich nachdrücklich für den Erhalt des Bundesinstituts für Sportwissenschaft (BISp) in Köln ein.

    Bei der Koordinierung und Förderung sportwissenschaftlicher Forschungsvorhaben ist das Bundesinstitut der wichtigste Partner der deutschen Sportwissenschaft und Sportmedizin. Daher begrüßen dvs und DGSP einerseits die Planungen des BMI, die durch eine Verwaltungsgemeinschaft des BISp freigesetzten Mittel für die Forschungsförderung zu verwenden. Andererseits muß jedoch sichergestellt sein, daß das BISp personell handlungsfähig bleibt, um die Forschungsförderung zu administrieren. Bereits jetzt zeichnen sich hier Probleme ab: diverse Statements zur unsicheren Zukunft des BISp haben dazu geführt, daß nahezu ein Drittel der bisherigen beim BISp beschäftigten Personen nach dem derzeitigen Bewerbungsstand die Einrichtung verlassen wird. Einige Personen sind bereits in andere Einrichtungen gewechselt und haben sich beruflich neu orientiert. So wird das BISp die notwendige Beratung und Unterstützung der Forschungsnehmer kaum noch gewährleisten können. Einer solchen Entwicklung muß nun die Politik mit einem klaren Votum Einhalt bieten!

    Gleiches gilt für die Diskussion um die Fortführung der Serviceleistungen des BISp: Vor allem die Datenbanken SPOLIT und SPOFOR sind hier zu nennen, die für die Unterstützung sportwissenschaftlicher Forschungsvorhaben unerläßlich sind. Präsenz und Aktualität dieser Datenpools ermöglichen präzise Vorarbeiten im Forschungsprozeß, helfen Forschungsdefizite aufzudecken und verhindern Doppelforschung. Das BISp ist als neutrale Informations- und Dokumentationsstelle sowohl national wie international anerkannt und ist auf gutem Wege, seine angesehene Position auch mit Blick auf die neuen Technologien auszubauen, was eine unbedingte Unterstützung erfahren sollte!

    Die derzeit ebenfalls diskutierten künftigen Aufgaben des BISp dürfen u.E. nicht auf die Förderung des Spitzensports und der damit einhergehenden Spitzensportforschung beschränkt bleiben. So sollte die Berichterstattung über die sozialen Funktionen des Sports und über die enorme kulturelle Bedeutung des Sports stärker als bisher dem BISp als Aufgabe zugewiesen werden. Auch die Kooperationen mit anderen Ressorts der Bundesregierung oder Ministerien der Länder - z.B. in Fragen des Sports mit bestimmten Zielgruppen (Kinder, Jugendliche, Ältere, Behinderte) oder mit besonderer Ausrichtung (Sport in der Prävention und Rehabilitation, Sport in der Entwicklungshilfe, Sport und Umwelt, Sport in der Schule und im Verein, etc.) - sollten ausgeweitet werden. Der Sport und die Sportwissenschaft sind mit ihren vielschichtigen und sich gegenseitig bedingenden Ausprägungen sowohl Bundes- als auch Ländersache!

    Nicht zuletzt schätzen wir das BISp als Stätte der Kommunikation in der deutschen Sportlandschaft, was vor allem durch die räumliche Nähe zur Deutschen Sporthochschule und zur Trainerakademie begünstigt wird. Eine Zerstörung dieses einmaligen Verbundes von sportwissenschaftlichen wie sportmedizinischen Forschungs- und Ausbildungsstätten sowie einer Beratungs- bzw. Koordinierungsstelle durch eine Verlagerung des Bundesinstituts nach Bonn würde die Effizienz des BISp erheblich mindern und zugleich die Leistungsfähigkeit der gesamten deutschen Sportwissenschaft schwächen. Auch am Standort Köln ließen sich u.E. die vom BMI angestrebten Verwaltungseinsparungen erreichen.

    Die dvs und die DGSP fordern die politisch Verantwortlichen in der Bundesregierung und im Parlament auf, das Bundesinstitut für Sportwissenschaft als Koordinierungsstelle für die sportwissenschaftliche Forschungsförderung am Standort Köln zu stärken.

    Essen / Tübingen, den 10. Oktober 2000

    Prof. Dr. Werner Schmidt
    Präsident der Deutschen Vereinigung für Sportwissenschaft e.V. (dvs)

    Prof. Dr. med. Hans-Hermann Dickhuth
    Präsident der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention e.V. (DGSP)


    Weitere Informationen:

    http://www.tu-darmstadt.de/dvs
    http://www.dgsp.de
    http://www.bisp.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Sportwissenschaft
    überregional
    Wissenschaftspolitik
    Deutsch


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