Fachkongress zur kommunalen Landschaftsplanung
Bonn/Leipzig, 2. April 2008: Heute beginnt in Leipzig der Fachkongress "Biodiversität, Klima und Demographie - Erhalten und den Wandel gestalten". Der vom Deutschen Institut für Urbanistik (Difu) und dem Bundesamt für Naturschutz (BfN) veranstaltete Kongress beschäftigt sich mit der Zukunft der örtlichen Landschaftsplanung zwischen fachlichem und kommunalpoliti-schem Anspruch sowie angesichts aktueller gesellschaftspolitischer Herausforderungen.
Integrativer kommunaler Naturschutz muss die individuellen Problemlagen in den Kommunen mit den Anforderungen des internationalen, europäischen und deutschen Naturschutz-, Umwelt- und Fachrechts in Einklang bringen. Zur Umsetzung der Ziele der auf der Ebene von Arten, Lebensräumen und Landschaften ist gerade auch die kommunale Ebene gefordert. Auf dieser kommunalen Ebene sind Umsetzungsmaßnahmen aufzugreifen und zu bündeln, aber auch die gesell-schaftlichen und raumstrukturellen Entwicklungstrends vor Ort zu berücksichtigen. In diesem Sinne sowie über die Einbindung der verschiedenen Akteursgruppen kann die Landschaftspla-nung wesentliche Beiträge zur Umsetzung der in der Strategie formulierten Biodiversitätsziele leisten.
Prof. Dr. Beate Jessel, Präsidentin des BfN sagte im Vorfeld der Tagung: "Demographische und wirtschaftliche Entwicklungen beeinflussen maßgeblich die Entwicklung ländlicher wie städtischer Räume. Ein moderner Naturschutz kann wichtige Impulse geben, um hier zukunftsweisende Konzepte zu entwickeln. Die damit verbundenen neuen Raumstrukturen in den Städten und Kommunen, wie z. B. die Zunahme von Brachen, die Perforierung von Städten und Stadtteilen, und der Klimawandel erfordern einen qualifizierten konzeptionellen Beitrag zur zukünftigen Kommunalentwicklung." Dabei komme der örtlichen Ebene der Landschaftsplanung als bürgernahe Handlungs- und Umsetzungsebene für den Naturschutz eine zentrale Bedeutung zu.
"Die Landschaftsplanung ist ein langjährig bewährtes, dabei flexibles und problembezogenes Planungsinstrument zur Bewältigung der kommunalen Aufgaben und Verantwortungen zur Erhaltung der Biodiversität und Lebensqualität" ergänzte Arnd Winkelbrandt, zuständiger Fachbereichsleiter für "Naturschutz und Entwicklung" im BfN. Er hatte über mehr als 30 Jahre hinweg, seit der Aufnahme der Landschaftsplanung in das Bundesnaturschutzgesetz, die Gelegenheit, den Weg dieses Instruments zu verfolgen; - um so wichtiger war es ihm, zum Abschluss seiner Dienstzeit im BfN, die Zukunftsfähigkeit dieses Planungsinstrumentes noch einmal zu verdeutlichen.
Auf dem Fachkongress werden neben den naturschutzpolitischen auch die gesellschaftspolitisch relevanten Zukunftsfragen thematisiert, so z.B. die Einbeziehung der Öffentlichkeit in die Arbeit der Landschaftsplaner.
Hinweis:
Die Bundesregierung setzt sich besonders für den Erhalt der biologischen Vielfalt ein. Im Vorfeld der UN-Naturschutzkonferenz führt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit eine Kampagne zur biologischen Vielfalt durch, um die Öffentlichkeit auf den Wert und den Nutzen der biologischen Vielfalt aufmerksam zu machen. Weitere Information unter www.naturallianz.de.
Hintergrundinformationen
Mit der Verabschiedung der "Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt" durch das Bundeskabinett im November 2007 ist der Erhalt der Biodiversität, welche 1992 auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung in Rio de Janeiro beschlossen wurde, in Deutschland auf eine verlässliche politische Grundlage gestellt worden. Angesprochen sind dabei verschiedene gesellschaftliche Akteure. Die Landschaftsplanung wird in diesem Zusammenhang künftig stärker gefragt sein, entsprechende Beiträge zur Umsetzung der Biodiversitäts-Strategie auf örtlicher, regionaler und landesweiter Ebene zu entwickeln und zu bündeln.
Eine weitere, sich in den kommenden Jahren verstärkende Herausforderung besteht im Zusam-menhang mit erforderlichen Anpassungsstrategien an den Klimawandel. Der Klimawandel wird nach den derzeitigen Prognosen in Zukunft zu einem Hauptgefährdungsfaktor für die biologische Vielfalt auch in Deutschland. Diese Situation verlangt daher auf Seiten des Naturschutzes zum einen die Entwicklung einer Dynamik und Veränderungen in der Natur und Landschaft antizipie-renden und berücksichtigenden Schutz- und Managementansatzes, der letztlich durch die vorhandenen Planungsinstrumente zu leisten ist. Zum anderen gilt es die Beiträge deutlich zu machen, die der Naturschutz (etwa über die Leistungen bestimmter Ökosysteme) aktiv zur Minderung der Folgen des Klimawandels erbringen kann.
Die Anforderungen im Zusammenhang mit der europäischen Wasserrahmenrichtlinie, zum Hochwasserschutz, zum Netz Natura 2000 und zur Umweltprüfung von Projekten, Plänen und Programmen, aber auch der sich rasant abspielende Strukturwandel in den ländlichen Räumen sowie die dynamische Entwicklung vieler urbaner Bereiche erfordern ein alle Schutzgüter integrierendes Informationssystem, wie es die Landschaftsplanung mit ihren unterschiedlichen Ebenen bietet.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Biologie, Meer / Klima, Tier / Land / Forst, Umwelt / Ökologie
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.
Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).
Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.
Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).
Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).