idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
02.04.2008 14:50

Intelligenter radeln

Dr. Janine Drexler Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Fraunhofer-Gesellschaft

    Radfahren macht Spaß - wenn man den richtigen Tritt findet. Wer sich falsch belastet, verliert allerdings schnell die Lust, auf zwei Rädern die Welt zu erobern. Abhilfe schaffen könnten bald adaptronische Bauteile, die - in der Tretkurbel eingegossen - Fehlbelastungen melden.

    Moderne Fahrräder lassen keine Wünsche offen. 21, 24, 27 Gänge! Dieser Luxus überfordert manchen Freizeitsportler. Er schaltet zu selten, zu spät, gerät außer Atem und hat wenig Spaß. Fraunhofer-Forscher stellen auf der Hannover-Messe (21. bis 25. April) ein Fahrrad mit intelligenter Tretkurbel vor, die dem Fahrer hilft, seine Kraft kontrolliert in die Pedale zu leiten (Halle 2, Stand D28).

    In einer Tretkurbel dieses Fahrrads sind zwei Piezosensoren integriert. Die Sensoren messen die Kräfte, die dem Vorankommen dienen und zeigen dem Fahrer, wie "rund" er tritt. Die erfassten Daten werden bei dem ausgestellten Prototypen per Funk in Echtzeit an einen PC übermittelt - für den Einsatz in der Praxis entsprechend etwa an einen PDA oder ein Handy.

    Die funktionsintegrierte Tretkurbel ist ein Ergebnis aus dem Projekt InGuss. Ziel des Projekts ist die Herstellung intelligenter Gussteile, indem sensorische, aktorische sowie elektronische Komponenten direkt während der Bauteilentstehung integriert werden. Forscher der Fraunhofer-Institute für Fertigungstechnik und Angewandte Materialforschung IFAM, für Betriebsfestigkeit und Systemzuverlässigkeit LBF und für Integrierte Schaltungen IIS entwickeln in diesem Projekt die Fertigungstechnik sowie die zu integrierenden Komponenten. Das Besondere bei der Fahrradtretkurbel: Die piezokeramischen Aktoren, Sensoren und die elektronischen Komponenten werden schon beim Gießen in die Leichtmetallbauteile integriert. Kein einfaches Unterfangen, denn die hohen Temperaturen von über 700°C, die beim Gießen wirken, können die empfindlichen elektronischen und elektromechanischen Komponenten zerstören. "Wir schützen die Komponenten durch spezielle Isoliermaterialien und entsprechende Umstellungen im Prozess, um eine Schädigung der Komponenten zu verhindern", sagt Christoph Pille vom IFAM in Bremen. Somit ließen sich erstmals Komponenten wie RFID-Transponder unverlierbar eingießen, um Bauteile zu verfolgen, zu erkennen und gegen Raubkopien zu schützen.

    Heiko Atzrodt vom LBF ist sich sicher, dass dieser Tretkurbel-Demonstrator nur ein erstes Anwendungsbeispiel für die neue Technologie ist: "Schon bald dürfte die Integration sensorischer und adaptronischer Funktionen in vielen Produkten Eingang finden - zum Beispiel könnten Sensoren in Flugzeugteilen eine Ermüdung des Materials rechtzeitig melden. Auch Schwingungen lassen sich mit integrierten Aktoren aktiv beeinflussen."


    Weitere Informationen:

    http://www.fraunhofer.de/presse/presseinformationen/2008/04/Mediendienst42008The... Anspechpartner


    Bilder

    Adaptronische Bauteile, die in der Tretkurbel eingegossen sind, melden Fehlbelastungen beim Radfahren.
    Adaptronische Bauteile, die in der Tretkurbel eingegossen sind, melden Fehlbelastungen beim Radfahre ...
    Quelle: © Fraunhofer IFAM


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Sportwissenschaft, Verkehr / Transport, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

    Adaptronische Bauteile, die in der Tretkurbel eingegossen sind, melden Fehlbelastungen beim Radfahren.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).