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04.04.2008 13:50

"Gute" Fragen trainieren

Jens Panse Pressestelle
Universität Erfurt

    Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Uni-Projekt zum computerbasierten Training von Lerntechniken

    Das Fragenstellen ist eine wichtige Lerntechnik. "Schüler, die in Lehr-Lern-Situationen sinnvolle Fragen stellen, erzielen in der Regel bessere Lernergebnisse", ist Prof. Dr. Helmut Niegemann überzeugt. Dennoch seien "gute" Fragen im Unterricht eher seltene Ereignisse. Trainingsansätze dafür lernten Lehrer leider bislang nicht. Der Professor für Lernen und neue Medien an der Universität Erfurt hat deshalb ein Forschungsprojekt entworfen, bei dem ein computerbasiertes Training zum Fragestellen erprobt werden soll. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat dafür eine Förderung von insgesamt rund 100.000 EUR bewilligt. Daraus können zwei Jahre lang eine halbe Forscherstelle, Hilfskräfte und Programmierkosten für das Vorhaben finanziert werden.

    "Wie es scheint, ist die Annahme, dass Schüler, wenn sie etwas nicht verstanden haben, Fragen stellen, naiv und unzutreffend", stellt Niegemann fest. "Obwohl auch sozial-emotionale Fragehemmungen eine Rolle spielen, haben Schüler offenbar erhebliche Schwierigkeiten 'gute' Fragen zu stellen, d.h. solche die geeignet sind, ein aktuelles Verständigungsdefizit aufzuheben. Die bislang vorliegenden Trainingsstudien weisen Lücken auf", so Niegemann, der mit einem Vergleich der unterschiedlichen Trainingsformen und Befunde ansetzen will. Mehr Beachtung müsste die Qualität der Fragen bzw. das Frageniveau des jeweiligen Trainings finden, sowie das "Vorwissen" für die Fragestellungen. Ziel des Forschungsvorhabens sei es daher, zu empirisch fundierten Aussagen zu gelangen, welche Form des Fragetrainings unter welchen Bedingungen (insbesondere das Vorwissen des Adressaten) effektiv sei. Dazu will er ein computerbasiertes Fragetraining in zwei methodischen Varianten entwickeln. Eine Trainingsform verwendet sogenannte "Fragestämme", die andere basiert auf vorformulierten Fragen, aus denen die Lernenden jeweils eine Auswahl treffen. Beide für ein effektives Training des Fragestellens geeigneten Formen sollen verglichen werden. Das Feldexperiment soll mit Schülern der 8. und 9. Klasse anhand von Inhalten des Fachs Geschichte durchgeführt werden. Dafür sucht Niegemann noch Gymnasien, die Interesse an einer Mitwirkung haben und über eine gute Computerausstattung verfügen.

    Weitere Informationen/Kontakt:
    Prof. Dr. Helmut Niegemann Tel.: 0361-737-2031
    Email: helmut.niegemann@uni-erfurt.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Medien- und Kommunikationswissenschaften, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Forschungsprojekte, Organisatorisches
    Deutsch


     

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