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08.04.2008 08:58

Palliativmedizin flächendeckend verankern - Erster Patient vor 25 Jahren auf Palliativstation in Köln betreut

Sina Vogt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Uniklinik Köln

    Am 7. April 1983 wurde der erste Patient auf der Palliativstation an der Uniklinik Köln aufgenommen. Die Deutsche Krebshilfe sowie die Klinik und Poliklinik für Palliativmedizin Köln nehmen dies zum Anlass, heute, am 7. April 2008, ein Symposium "25 Jahre Palliativmedizin in Köln - 25 Jahre Palliativmedizin in Deutschland" zu veranstalten. Wichtigste Botschaft: Die Palliativmedizin ist ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Gesundheitssystems. Sie muss flächendeckend umgesetzt, ausreichend finanziert und in die Ausbildung aller beteiligten Berufsgruppen integriert werden. Außerdem ist es wichtig, die palliativmedizinische Forschung verstärkt zu unterstützen und Qualitätskriterien zu etablieren.

    Unheilbar kranke Menschen psychosozial zu unterstützen und ihre körperlichen Beschwerden zu lindern - das ist Aufgabe der Palliativmedizin. Sie legt sich wie ein schützender Mantel (lat. pallium) um Schwerstkranke und Sterbende. Die Deutsche Krebshilfe versteht sich als Wegbereiterin dieser Medizin in Deutschland: Mit mittlerweile rund 60 Millionen Euro hat sie den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen maß-geblich unterstützt und die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet nachhaltig gefördert. Die Palliativstation an der Univer-sitätsklinik für Chirurgie zu Köln war dabei der Start. Diese Sta-tion war die erste palliativmedizinische Einrichtung in Deutsch-land. Sie wurde von der Deutschen Krebshilfe mit initiiert und gefördert. Heute ist sie im Dr. Mildred Scheel Haus Köln - auf dem Gelände der Universitätskliniken - beheimatet, dem Kris-tallisationspunkt für die Palliativmedizin in Deutschland.

    "Was mit fünf Betten begonnen hat, wurde ein Leuchtturm und Vorreiter für ganz Deutschland", sagte Professor Dr. Edgar Schömig, Vorstandsvorsitzender der Universitätsklinik Köln. "Wir sind stolz darauf, in diesem Jahr 25 Jahre Palliativmedizin nicht nur an unserer Klinik, sondern in Deutschland feiern zu können", so Schömig. Sterben nicht als Scheitern medizinischen Handels zu begreifen, sondern Sterbende als Patienten mit speziellen Bedürfnissen wahrzunehmen, das habe hier in Köln vor 25 Jahren bereits einen sichtbaren Platz eingenommen.

    Der Bedarf an Palliativmedizin wird in den kommenden Jahren weiter steigen. Hauptgrund: Die Menschen werden immer älter und die Krebserkrankungen nehmen weiter zu. "Eine qualitätsgesicherte Palliativmedizin ist in Deutschland jedoch noch nicht flächendeckend umgesetzt", sagte Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krebshilfe, in Köln. Um einen weiteren Beitrag zur Verbesserung der palliativmedizinischen Versorgung und Ausbildung zu leisten, hat die Deutsche Krebshilfe kürzlich einen neuen Förderschwerpunkt auf den Weg gebracht. "Mit diesem Programm möchten wir unter anderem erreichen, dass die Palliativmedizin verstärkt in die Hochschullandschaft, also in den universitären Bereich integriert wird", so Nettekoven.

    Auch hierbei ist die Deutsche Krebshilfe mit ihren Fördermaßnahmen in Köln beispielgebend: Mit der Einrichtung des seit November 2004 besetzten Lehrstuhls für Palliativmedizin an der Universitätsklinik Köln ermöglichte sie die fachübergreifende Ausbildung der Ärzte - ein wichtiger Baustein für eine gute, flächendeckende palliativmedizinische Betreuung. "Darüber hinaus gilt es, die palliativmedizinische Forschung auf allen Ebenen zu fördern, ein Forschungsnetzwerk aufzubauen und translationale Forschungsprojekte zu initiieren", betonte Professor Dr. Raymond Voltz, Direktor der Kölner Klinik für Palliativmedizin und Inhaber der Stiftungsprofessur. Neben der Stiftungsprofessur in Köln fördert die Deutsche Krebshilfe zurzeit eine weitere Stiftungsprofessur am Universitätsklinikum Göttingen. Im Rahmen des neuen Schwerpunktprogramms werden vier weitere Standorte folgen.
    "Die Palliativmedizin muss fester Bestandteil unseres Gesundheitswesens und der Versorgungsstrukturen werden", sagte Nettekoven. Gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin und allen weiteren im Bereich der Palliativmedizin engagierten Organisationen und Körperschaften ist die Deutsche Krebshilfe auch in Zukunft bestrebt, tragfähige Konzepte zu erarbeiten, damit der Bedarf an qualitätsgesicherter palliativmedizinischer Versorgung in Deutschland gedeckt werden kann. Diese Konzepte betreffen sowohl die Krankenversorgung als auch die Bereiche Lehre und Forschung sowie Qualitätssicherung.


    Bilder

    von links: Prof. Edgar Schömig, Vorstandsvors. Uniklinik Köln, Prof. Raymond Voltz, Direktor Klinik für Palliativmedizin Uniklinik Köln, Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer Deutsche Krebshilfe e.V.
    von links: Prof. Edgar Schömig, Vorstandsvors. Uniklinik Köln, Prof. Raymond Voltz, Direktor Klinik ...
    Quelle: MFK


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    von links: Prof. Edgar Schömig, Vorstandsvors. Uniklinik Köln, Prof. Raymond Voltz, Direktor Klinik für Palliativmedizin Uniklinik Köln, Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer Deutsche Krebshilfe e.V.


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