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22.04.2008 10:22

LMU und WILEX schließen gemeinsamen Patentvertrag

Luise Dirscherl Referat Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München

    Die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München und das international renommierte Münchener Biotechnologie-Unternehmen WILEX AG haben einen exklusiven Lizenzvertrag über ein Patent zur Verwendung Urokinase-Typ Plasminogen Aktivators (uPA) Inhibitoren WX-340 zur Therapie neurodegenerativer Erkrankungen geschlossen. Der Vertragsabschluss wurde durch die Bayerische Patentallianz GmbH - die Patentagentur der Bayerischen Hochschulen - vermittelt.

    "Mit dieser Einlizenzierung können wir für die WILEX AG ein weiteres Therapiegebiet sichern. Wir werden in 2008 zusammen mit der LMU Experimente durchführen, um die bisherigen Erkenntnisse zu bestätigen und zu erweitern. Auch wenn wir - positive Ergebnisse vorausgesetzt - potenziell erst in einigen Jahren klinische Studien beginnen können, so ist dieser Vertrag dennoch ein langfristiger Baustein in der WILEX Strategie, durch akademische Kooperationen die Pipeline zu stärken", sagt Dr. Paul Bevan, Vorstand für Forschung und Entwicklung der WILEX AG.

    Ein Patent von WILEX für den uPA-Inhibitor WX-340 zur Tumortherapie bestand bereits. Eine Arbeitsgruppe um PD Dr. Stefan Lorenzl von der Neurologischen Klinik des Klinikums der Universität München, Standort Großhadern, konnte nun aber zeigen, dass sich WX-340 neben einem potenziellen Einsatz in der Tumorbehandlung auch für die Therapie neurodegenerativer Erkrankungen, insbesondere für die Amyotropische Lateralsklerose (ALS), eignen könnte. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden im vergangenen Jahr im Fachmagazin "Experimental Neurology" veröffentlicht. Unter ALS leidet beispielsweise der britische Astrophysiker Stephen Hawking.

    Bei der Substanz WX340 handelt es sich um einen Inhibitor des Urokinase- Plasminogenaktivators (uPA). uPA ist eine Protease, die bei verschiedenen Krebserkrankungen signifikant erhöht ist. Die Arbeitsgruppe von Dr. Lorenzl konnte nun zeigen, dass die Aktivität von uPA auch bei ALS-Patienten erhöht ist. uPA ist an Infiltrations- und Umbauprozessen von Geweben beteiligt, welche sowohl bei Krebserkrankungen, wie auch bei ALS eine Rolle spielen.

    "Wir erhoffen uns von dem Inhibitor vor allem die Verringerung schädigender Mechanismen im zellulären Bereich, die zu ALS führen können", sagt Dr. Stefan Lorenzl. Eine Erweiterung auf andere neurodegenerative Erkrankungen und entzündliche Erkrankungen des Nervensystems hält er für wahrscheinlich.
    Durch den nun abgeschlossenen Lizenzvertrag, der in enger Abstimmung zwischen der Bayerischen Patentallianz GmbH, des Bereichs Patente & Lizenzen sowie der Rechtsabteilung der LMU erarbeitet wurde, erhält WILEX das Recht, an der Verwendung dieser gemeinsam mit der LMU erarbeiteten neuen Anwendungsmöglichkeit. Der Vertrag zeigt, dass an der LMU mit dem Klinikum Großhadern wissenschaftliches Know-how, klinische Praxis und wirtschaftliche Führung auf hohem Niveau gebündelt sind und so innovative Entwicklungen möglich machen.

    Publikation:
    "A role for the urokinase-type plasminogen activator system in amyotrophic lateral sclerosis", M. Glas, B. Popp, B. Angele, U. Koedel, C. Chahli, W.A. Schmalix, J.M. Anneser, H.W. Pfister, S. Lorenzl. "Experimental Neurology" 207 (2007); Seiten 350-356

    Ansprechpartner LMU:
    PD Dr. Stefan Lorenzl
    Neurologische Klinik
    Tel.: 089 / 7095-4930 / 7948
    E-Mail: stefan.lorenzl@med.uni-muenchen.de

    Ansprechpartner WILEX AG:
    Juliane Giese
    Tel.: 089 / 413138-29
    E-Mail: press@wilex.com

    Ansprechpartner Bayerische Patentallianz GmbH:
    Dr. Detlef Eric Hinz
    Tel.: 089 / 5 48 01 77 12
    E-Mail: hinz@bayerische-patentallianz.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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