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25.04.2008 12:47

Physikalisches Plasma als zukunftsweisende Behandlungsmethode

Liane Glawe Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

    Millionenförderung vom Forschungsministerium für plasmatis -
    Neues Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) entsteht in Greifswald

    plasmatis - die Initiative zum Aufbau eines Zentrums für Innovationskompetenz um die Greifswalder Professoren Weltmann, Kramer und Lindequist überzeugte die Juroren bei der diesjährigen Mittelvergabe im BMBF Programm "Unternehmen Region".

    Ein Jahr lang arbeitete ein Team von Plasmaphysikern, Medizinern und Pharmazeuten des Leibniz-Instituts für Plasmaphysik Greifswald e.V. (INP) und der Universität Greifswald an dem Strategiekonzept auf dem Gebiet "Plasma plus Zelle" und holt damit eine Millionenförderung nach Greifswald. "Diesen Erfolg verdanken wir vielen klugen Köpfen. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind" freut sich Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP und Sprecher der Initiative.

    Das neue Zentrum wird sich in erster Linie mit der Erforschung von Grundlagen der Wechselwirkungen physikalischer Plasmen mit lebenden Zellen und Geweben befassen. "Die meisten der bisher bekannten Untersuchungen zu biologischen und medizinischen Plasmaanwendungen sind vor allem unter Anwendungsgesichts-punkten bearbeitet worden und überwiegend durch Empirie gekennzeichnet" erklärt Prof. Weltmann. "Im Unterschied hierzu wird mit plasmatis erstmals der umgekehrte Weg beschritten, das heißt am Anfang steht die wissenschaftlich begründete Hypothese" so Weltmann weiter. "Dabei werden wir uns zunächst auf Möglichkeiten des Einsatzes von Plasmen zur Unterstützung der Geweberegeneration unter spezieller Berücksichtigung der Wundheilung konzentrieren" ergänzt Prof. Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald.

    Hier ist dringend Forschung nötig, denn allein in Deutschland leben rund 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit chronischen - also dauerhaften - Wunden.
    Nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ist beeinträchtigt. Schätzungen zufolge verursachen chronische Wunden jährlich Kosten von rund fünf Milliarden Euro. "Wir wollen nicht nur die Phänomene beobachten", erklärt Frau Prof. Lindequist vom Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, "sondern den Prozess auf molekularer und biochemischer Ebene verstehen, um die entsprechenden therapeutischen Ansätze ableiten zu können". Lindequist weiter, "Das Zusammenspiel der antiseptischen Wirkung mit der Neubildung von gesundem Gewebe ergibt ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise im "tissue engineering", der Gewebezüchtung".

    Keime zerstören ohne menschliche Zellen zu schädigen

    Als größte Herausforderung sehen die plasmatis-Initiatoren Weltmann, Kramer und Lindequist darin, die grundlegenden Mechanismen der Interaktion von Plasmen mit eukaryotischen - also hoch entwickelten - Zellen bzw. Geweben zu verstehen. "Um diesen zurzeit noch bestehenden Mangel an Grundlagenwissen möglichst schnell zu beheben, ist eine interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit unabdingbar" betont Weltmann.

    Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des INP Greifswald mit den Instituten der Pharmazie (Prof. Lindequist) sowie Hygiene und Umweltforschung (Prof. Kramer) der Universität Greifswald hat plasmatis gute Chancen weltweit eine federführende Rolle auf dem Gebiet der Anwendungen von Plasmen in der Wundheilung einzunehmen. Das neue Zentrum für Innovationskompetenz plasmatis wird in seiner zukünftigen Arbeit von einem Beirat unterstützt, der sich ausschließlich aus Vertretern klinischer Fächer und Vertretern der Industrie zusammensetzt.


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Chemie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

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