Die Interventionelle Tumortherapie konzentriert ihre Wirkung auf den Tumor selbst
Berlin, 29. April 2008. Die Behandlung von Krebs erfordert ein entschiedenes Vorgehen und ist häufig mit Folgeschäden verbunden. Daher sind die Mediziner stets auf der Suche nach effektiven, aber dennoch schonenden Techniken. Dazu zählt die "minimal-invasive", die Interventionelle Therapie, die eine offene Operation oder eine Chemo-therapie ersetzen oder ergänzen kann. Ein sehr kleiner Schnitt reicht bereits aus, um den Katheter in den Körper einzuführen. An der Spitze des Endoskops oder der Sonde be-findet sich ein medizinisches Werkzeug, das mit Kälte, Hitze, Mikrowellen oder Laser den Krebs auf kleinstem Raum bekämpft. So wird die Belastung des Körpers so gering wie möglich gehalten. Die meisten dieser Verfahren gelten als einfach durchführbar und für den Patienten wenig belastend. Sie sind aber noch in der Testphase.
Prof. Dr. Dierk Vorwerk vom Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Klini-kum Ingolstadt wendet die Technik erfolgreich an: "Wir wissen von vielen Patienten, dass es funktioniert. Aber für einen Vergleich mit anderen Verfahren fehlen uns noch größere Studien mit höheren Fallzahlen." Zahlreiche Verfahren für verschiedene Krankheitsbilder werden zur Zeit klinisch erprobt. Noch kommt die Interventionelle Tumortherapie vorwiegend als "kleinere" Alternative zu einer Operation zum Einsatz, zum Beispiel, wenn ein Patient den Belastungen eines großen Eingriffs nicht gewachsen wäre, oder wenn andere Behandlungsmethoden nicht die gewünschte Wirkung gezeigt haben.
Bereits etabliert ist die Interventionelle Tumortherapie bei der Bekämpfung von Metastasen in der Leber. Wenn eine Operation hier nicht möglich ist, kann der Radiologe über die Arterie radioaktive Partikel oder kleine, mit Medikamenten gefüllte Kugeln wie kleine U-Boote in die Leber führen oder die Metastasen mit Radiowellen, Röntgenstrahlung, Laser, Kälte oder Medi-kamenten zerstören.
Auch die Vorbereitung von Leberoperationen ist ein Kerngebiet der Interventionellen Radiologie: Hat der Patient einen Tumor in einem der beiden Leberlappen, so ist bisher die erfolgreichste Methode, diesen Teil durch eine Operation zu entfernen. Damit aber ausreichend gesunde Lebermasse bestehen bleibt, bringt der Radiologe zunächst den befallenen Leberlappen durch Unterbrechung der versorgenden Pfortader zum Schrumpfen und zwingt so den gesunden Teil zum Wachsen. Bei dieser "Pfortader-Embolisation" verschließt der Arzt die zum Tumor führenden Blutgefäße beispielsweise mit Gel oder Kügelchen. Sobald der gesunde Teil groß genug geworden ist, kann der Patient operiert werden.
Die Anwendungszahlen der Interventionellen Tumortherapie steigen in jüngerer Zeit stark an, vor allen Dingen, weil die Patienten immer älter werden und dann nicht mehr so leicht zu operieren sind. Prof. Vorwerk: "Obwohl minimalinvasive Techniken erst am Anfang der Ent-wicklung stehen, zeigen sie schon heute ein hohes Maß an Effektivität direkt am Krankheitsherd und ersparen manchen Krebspatienten eine Operation oder die Beeinträchtigung des gesamten Körpers durch eine Chemotherapie."
Prof. Vorwerk, der in diesem Jahr Deutscher Kongresspräsident des 89. Deutschen Röntgen-kongresses ist, sieht für die Technologie eine große Zukunft: "Wir ahnen, dass wir hier höchste Effektivität vor Ort bei starker Reduktion der Nebenwirkungen erreichen können. Aber wir stehen bei der Tumorbekämpfung erst am Anfang."
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Deutsche Röntgengesellschaft e.V.
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Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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