Berlin, 01. Mai 2008. Ausdauersportler sind hart zu sich selbst. Verletzungen an Gelenken, Knochen und Gewebe beachten sie erst, wenn sie starke Schmerzen haben. Schäden entstehen aber schon wesentlich früher. Mediziner des Landeskrankenhauses Klagenfurt haben in einer Studie Teilnehmer des Kärntner Triathlons vor und nach dem Wettkampf untersucht. Sie fanden heraus, dass viele Athleten schon vor dem Wettkampf so genannte Mikroverletzungen aufwiesen - die sich dann durch den Wettkampf verschlimmerten. Mit Hilfe moderner Magnetresonanztomographen können Radiologen heute schon kleinste Veränderungen feststellen, die bei Belastung aber möglicherweise
zu Frakturen und ernsthaften Knorpelverletzungen führen.
Im Laufe des Wettkampfes in Kärnten vergrößerten sich die Vorschäden bei einigen Athleten
und entwickelten sich zu Kniegelenksergüssen, Entzündungen der Achillessehne, Muskelödemen und periostalen Ödemen. Besonders häufig diagnostizierten die Radiologen Ödeme, das sind Wasseransammlungen, die in dauerhaft überbelasteten Gelenken entstehen und das Gewebe schwächen. Dr. Sandra Habernig, Radiologin am Landekrankenhaus Klagenfurt und Leiterin der Studie, rät: "Sportler können Überlastungsschäden durch eine MRT-Untersuchung schon früh erkennen und ihr Training entsprechend gestalten." Deshalb sei es auch für Breitensportler sehr wichtig, sich rechtzeitig medizinischen Checks zu unterziehen. "Im Ausdauersport
sind die Belastungen für Amateure ähnlich hoch wie für Profis", erklärt Habernig.
Zu ähnlichen Ergebnissen kommt eine Studie des Radiologischen Instituts der Universität
Essen und des Erwin L. Hahn Instituts für Magnetresonanz in Essen. Die Mediziner untersuchten
mit einem neuen Hochleistungs-Magnetresonanztomographen mit einer Stärke von sieben
Tesla die Sprunggelenke von Marathonläufern nach einem Wettkampf. "Bei vielen Athleten
wiesen wir im Anschluss an den Wettkampf winzige Verletzungen nach. Wann diese entstanden
sind, können wir mit dieser Studie allerdings nicht sagen", erläutert die Leiterin der Studie,
Dr. Susanne Ladd. "Einige Athleten hatten zum Beispiel Knorpelverletzungen, die irreparabel
sind. Veränderungen wie diese hätten wir mit normaler Technik kaum sehen können - sie
führen aber häufig zu einer Arthrose", bestätigt Patrick Kokulinsky, Radiologe aus dem Team
von Dr. Ladd.
Die Mediziner der Triathlon-Studie bestätigen, dass besonders das Laufen für die diagnostizierten
Verletzungen verantwortlich ist. In der Untersuchung der Triathleten stellten die Ärzte beispielsweise
kaum Veränderungen in Schulter-, Brust- und Armbereich fest, obwohl die Athleten
knapp vier Kilometer geschwommen waren und auch in der Vorbereitung intensiv im Wasser
trainiert haben. Dr. Habernig rät daher, das Training für ausdauerndes Laufen umzustellen und
sich schonend auf einen Wettkampf vorzubereiten. Jedoch betonen die für die Studien verantwortlichen
Ärzte auch, dass niemand sich vom Sport abhalten lassen soll. Denn ein ausgewogenes
Training trainiert schließlich auch die Knochen und Gelenke sowie das Herz-Kreislauf-
System. Dies zählt auch und vor allem für Breiten- und Freizeitsportler.
Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung.
http://www.roentgenkongress.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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