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01.05.2008 16:01

89. Deutscher Röntgenkongress: MR-PET: Neuester Meilenstein in der Medizin

Pressesprecher Florian Schneider Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Röntgengesellschaft e.V.

    Berlin, 1. Mai 2008. Radiologen und Nuklearmediziner des Universitätsklinikums Tübingen
    haben den weltweit ersten MR-PET-Scanner erfolgreich für medizinische Anwendungen
    in ihre Klinik integriert. Das gemeinsam mit Siemens Medical Solutions entwickelte
    Kombinationsgerät eröffnet den Ärzten ganz neue Möglichkeiten der Diagnose
    von Erkrankungen des Gehirns und der Schädelbasis. Die Fusion von Magnetresonanztomographie
    (MR) und Positronen-Emissionstomographie (PET) verbessert die Aussagekraft
    der Bilder entscheidend. Zudem verkürzt die simultane Durchführung die Scanzeiten
    um ein Vielfaches und reduziert so die Behandlungsdauer für die Patienten.
    Momentan kommt die Innovation hauptsächlich bei neurologischen Befundungen zum
    Einsatz. Das Tübinger Team sieht in der MR-PET-Hybridtechnik jedoch auch Potenzial
    für die frühzeitige Krebserkennung sowie die Vermeidung von Schlaganfällen und Herzinfarkten.

    Die Anwendung der parallelen MR-PET-Bildgebungstechnik in einer klinischen Einrichtung ist
    ein enormer medizinischer Fortschritt: Der neue Kombinationsscanner bündelt die Vorzüge
    beider Verfahren in einem Kamerasystem. Jetzt kommen bei einer einzigen Untersuchung
    sowohl die hohe Spezifität und der Weichteilkontrast der MR als auch die hochgradige
    Empfindlichkeit der PET zum Tragen. Die erzeugten Bilder ermöglichen es den Ärzten, die
    physiologische Beschaffenheit der untersuchten Organe und deren Stoffwechselfunktion
    präzise zu beurteilen.
    "Der neue MR-PET-Scanner ist äußerst effizient. Die Dauer der Untersuchung verkürzt sich
    erheblich und wir können direkt eine exakte Diagnose stellen. Die meisten Patienten halten
    bereits nach wenigen Stunden ihren Befund in der Hand", erläutert Prof. Dr. Heinz-Peter
    Schlemmer von der Radiologischen Klinik der Universität Tübingen einen weiteren Vorteil des
    Gerätes. Lebensrettende Therapiemaßnahmen können folglich noch schneller eingeleitet
    werden.
    Das Tübinger Ärzteteam setzt die 3-Tesla starke MR-PET-Verbundtechnik momentan zur
    Diagnose des Schädels ein. Das Gerät ist gerade für Neuroonkologen und Neurologen zukunftsweisend.
    Laut Prof. Schlemmer birgt das simultane Bildgebungsverfahren jedoch ein
    weitaus höheres Potenzial: "Ich denke, dass sich diese Hybridtechnik zu einem Ganzkörperscanner
    entwickeln wird. Im onkologischen und kardiovaskulären Bereich weist sie klare
    Vorteile gegenüber anderen Geräten auf. Vor allem bei der frühen Erkennung von Krebsherden
    ist sie den bisher verfügbaren Methoden überlegen." Das Team um Prof. Dr. Heinz-Peter
    Schlemmer, Prof. Dr. Bernd J. Pichler und Prof. Dr. Claus D. Claussen arbeitet daran, die Möglichkeiten
    des MR-PET-Scanners konsequent weiterzuentwickeln.
    Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur
    Verfügung.


    Weitere Informationen:

    http://www.roentgenkongress.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

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