Berlin, 1. Mai 2008. Radiologen und Nuklearmediziner des Universitätsklinikums Tübingen
haben den weltweit ersten MR-PET-Scanner erfolgreich für medizinische Anwendungen
in ihre Klinik integriert. Das gemeinsam mit Siemens Medical Solutions entwickelte
Kombinationsgerät eröffnet den Ärzten ganz neue Möglichkeiten der Diagnose
von Erkrankungen des Gehirns und der Schädelbasis. Die Fusion von Magnetresonanztomographie
(MR) und Positronen-Emissionstomographie (PET) verbessert die Aussagekraft
der Bilder entscheidend. Zudem verkürzt die simultane Durchführung die Scanzeiten
um ein Vielfaches und reduziert so die Behandlungsdauer für die Patienten.
Momentan kommt die Innovation hauptsächlich bei neurologischen Befundungen zum
Einsatz. Das Tübinger Team sieht in der MR-PET-Hybridtechnik jedoch auch Potenzial
für die frühzeitige Krebserkennung sowie die Vermeidung von Schlaganfällen und Herzinfarkten.
Die Anwendung der parallelen MR-PET-Bildgebungstechnik in einer klinischen Einrichtung ist
ein enormer medizinischer Fortschritt: Der neue Kombinationsscanner bündelt die Vorzüge
beider Verfahren in einem Kamerasystem. Jetzt kommen bei einer einzigen Untersuchung
sowohl die hohe Spezifität und der Weichteilkontrast der MR als auch die hochgradige
Empfindlichkeit der PET zum Tragen. Die erzeugten Bilder ermöglichen es den Ärzten, die
physiologische Beschaffenheit der untersuchten Organe und deren Stoffwechselfunktion
präzise zu beurteilen.
"Der neue MR-PET-Scanner ist äußerst effizient. Die Dauer der Untersuchung verkürzt sich
erheblich und wir können direkt eine exakte Diagnose stellen. Die meisten Patienten halten
bereits nach wenigen Stunden ihren Befund in der Hand", erläutert Prof. Dr. Heinz-Peter
Schlemmer von der Radiologischen Klinik der Universität Tübingen einen weiteren Vorteil des
Gerätes. Lebensrettende Therapiemaßnahmen können folglich noch schneller eingeleitet
werden.
Das Tübinger Ärzteteam setzt die 3-Tesla starke MR-PET-Verbundtechnik momentan zur
Diagnose des Schädels ein. Das Gerät ist gerade für Neuroonkologen und Neurologen zukunftsweisend.
Laut Prof. Schlemmer birgt das simultane Bildgebungsverfahren jedoch ein
weitaus höheres Potenzial: "Ich denke, dass sich diese Hybridtechnik zu einem Ganzkörperscanner
entwickeln wird. Im onkologischen und kardiovaskulären Bereich weist sie klare
Vorteile gegenüber anderen Geräten auf. Vor allem bei der frühen Erkennung von Krebsherden
ist sie den bisher verfügbaren Methoden überlegen." Das Team um Prof. Dr. Heinz-Peter
Schlemmer, Prof. Dr. Bernd J. Pichler und Prof. Dr. Claus D. Claussen arbeitet daran, die Möglichkeiten
des MR-PET-Scanners konsequent weiterzuentwickeln.
Wenn Sie Fragen haben oder zusätzliche Informationen benötigen, stehen wir Ihnen gerne zur
Verfügung.
http://www.roentgenkongress.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
überregional
Buntes aus der Wissenschaft, Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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