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07.05.2008 14:57

Forscher der Universität Hamburg entdecken Palast der Königin von Saba

Viola Griehl Pressestelle
Universität Hamburg

    Viele Legenden ranken sich um die Königin von Saba und die Bundeslade. Forscher der Universität Hamburg konnten nun einige Geheimnisse lüften. Eine Gruppe von Wissenschaftlern um Prof. Dr. Helmut Ziegert hat während ihrer dreimonatigen Feldforschung im Frühjahr 2008 den Palast der Königin Saba aus dem 10 Jh. v. Chr. in Axum-"Dungur" (Äthiopien) gefunden. In diesem Gebäude könnte zeitweise auch die Bundeslade aufbewahrt worden sein.

    Entdeckt wurde das Bauwerk unter dem Palast eines christlichen Königs. Die Untersuchung hat gezeigt, dass dieser erste Palast der Königin von Saba nach kurzer Zeit abgetragen und, ausgerichtet zum Stern Sirius, neu errichtet wurde. Die Forscher vermuten, dass Menelek, nach der Überlieferung Sohn der Königin von Saba und des Königs Salomon in Jerusalem, für die Neuerrichtung verantwortlich war. Hier wurde auch ein Altar mit zwei Basaltsäulen errichtet, nach O 18°S zum Sirius orientiert, auf dem möglicherweise vor dem Bau des ersten Tempels in Axum die Bundeslade stand. Die besondere Bedeutung dieses Altars muss über Jahrhunderte überliefert worden sein. Dies zeigen die vielen Opfergaben, die rund um diese Stelle gefunden worden sind.

    Später wurde die Bundeslade im 1. Tempel am Platz der ersten Kirche "St. Maryam" aufbewahrt, nach 325 n. Chr. im 2. Tempel, nach 400 n. Chr. in dem heute noch stehenden Bau auf den Mauern jenes Tempels.

    Prof. Dr. Ziegert und seine Mitarbeiter untersuchen seit 1999, teilweise unterstützt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und die C. Nordmann-Mission, in Axum den Beginn des Äthiopischen Staates und der Äthiopisch-Orthodoxen Kirche. Im Mittelpunkt der Feldforschung 2008 stand die Fragestellung: "Wie kam im 10. Jh. v. Chr. das Judentum nach Äthiopien, und wo ist die Bundeslade heute?" Die nun vorliegenden Ergebnisse weisen darauf hin, dass mit der Bundeslade und dem Judentum ein bis nach 600 n. Chr. praktizierter Sothis-Kult nach Äthiopien kam, für den die Sirius Zeichen, die Orientierung aller Kultbauten zum Sirius-Aufgang und aufgefundene Reste von Rinder-Opfern charakteristische Merkmale sind.

    Folgende Fotos können bei Prof. Dr. Ziegert oder bei der Pressestelle der Universität Hamburg angefordert werden:

    "Altar" mit Basaltsäulen S und N, Orientierung Ost, 18o Süd zum Sirius-Aufgang im 10. Jh. v.Chr., im Palast des Königs Menelek. Rechts ein Mauerfundament des Palastes der 'Queen of Sheba', (Königin von Saba) Aufnahme H. Ziegert.

    Blick auf Axum-Dungur, südl. Richtung: Palast 600-640 n.Chr. (Ausgrabung F. Anfray 1966-68); darunter ein Palast aus dem 10. Jh. v.Chr., nach kurzer Zeit abgetragen und neu errichtet in der Orientierung des Sirius: die Paläste der 'Queen of Sheba' und ihres Sohnes Menelek.
    Südlich der Straße der gleichzeitige Stelenfriedhof, Aufnahme S. Ziegert

    Mauerblock mit Opfer (Schaf über Mensch) im Palast des Königs Menelek aus dem 10. Jh. v.Chr., Aufnahme H. Ziegert

    Mauerblock über einem Opfer (Kuh mit 3 Keramikschalen, darüber ein Kalb) in einem Vorratsraum des Palastes 600-640 n.Chr.: Traditionen des Osiris-Kults bis in christliche Zeit? Aufnahme H. Ziegert

    Für Rückfragen:

    Prof. Dr. Helmut Ziegert
    Universität Hamburg
    Archäologisches Institut
    Tel.: (040) 428 83-2006/ 2050/ 2233
    E-Mail: ziegert@uni-hamburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geschichte / Archäologie, Philosophie / Ethik, Religion
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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