In der zweiten Akademievorlesung in der Reihe "Nichts ist praktischer als eine gute Theorie" kommt am 19. Mai 2008 ein Sprachwissenschaftler zu Wort: Prof. Christian Lehmann, Erfurt spricht darüber, wie eine empirische Sprachwissenschaft grundlegend das Verständnis verändert, was Sprache eigentlich ist (Montag, 19. Mai 2008, 19.00 Uhr, Baseler Hof Säle, Esplanade 15). Weitere Informationen unter http://www.awhamburg.de.
Während die klassische Sprachwissenschaft dazu neigte, am grünen Tisch Theorien über das Wesen der Sprache formulieren, setzt die empirische Forschung bei der Praxis der Sprache an: Ausgangspunkt sind hier große Mengen von Daten, die durch die Erfassung der Sprache in ihrer - mündlichen und schriftlichen - Anwendung gewonnen werden. Es geht dabei nicht darum, eine Ebene zu finden, auf der die Differenzen zwischen allen Sprachen aufgehoben sind - etwa im Sinne einer "universalen Grammatik", die das "Grundgerüst" aller Sprachen bildet. Statt dessen werden die Unterschiede zwischen Sprechern, Sprachen und Sprachgemeinschaften ernst genommen. Dabei wagt die Empirische Sprachwissenschaft sogar zu bezweifeln, dass tatsächlich alle Sprachen im Kern dieselbe Funktion haben - und rüttelt damit an einem Dogma der Linguistik.
Der Referent das Abends, Prof. Lehmann ist einer der profiliertesten Vertreter der Empirischen Sprachwissenschaft in Deutschland. Er lehrt und forscht an der Universität Erfurt, zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen neben der theoretischen Linguistik die Dokumentation und Analyse mittelamerikanischer Sprachen.
Im Rahmen der Vorlesungsreihe "Nichts ist praktischer als eine gute Theorie" erörtern Referenten aus Natur- und Geisteswissenschaften das Wechselspiel von Theorie und Praxis und seine Bedeutung für die Forschung. Veranstalter ist die Akademie der Wissenschaften in Hamburg, die Vorträge stehen allen Interessierten offen. Der Eintritt ist frei.
Der Akademie der Wissenschaften in Hamburg (gegründet 2004) gehören herausragende Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus Norddeutschland an. Sie versteht sich als klassenlose Arbeitsakademie: Ihre Mitglieder konzipieren und bearbeiten interdisziplinäre Projekte zu wissenschaftlichen Grundlagenproblemen und gesellschaftlich bedeutenden Zukunftsfragen. Die Akademie fördert die Zusammenarbeit zwischen Fächern, Hochschulen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Region und engagiert sich für den Dialog zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Sprache / Literatur
regional
Buntes aus der Wissenschaft
Deutsch

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