Breite Finanzierung der Lehre muss langfristig gesichert werden - Verschlechterung der Studienbedingungen an den Hochschulen in Hessen und Hamburg befürchtet - Arend Oetker: Studienbeiträge sind richtig und gerecht
Der Präsident des Stifterverbandes für die Deutsche Wissenschaft Arend Oetker wendet sich gegen die Abschaffung der Studienbeiträge in Hessen. Aus Anlass der heutigen Anhörung im Wissenschaftsausschuss des hessischen Landtags sagte Oetker in Berlin: "Hessen ist bildungspolitisch auf dem falschen Weg. Studienbeiträge sind richtig, weil sie die dringend benötigte Verbesserung der Lehre ermöglichen und weil gerade Studierende aus bildungsfernen Schichten von kleinen Tutorien und persönlicher Betreuung profitieren, wie jüngste Studien beweisen. Und sie sind gerecht, weil diejenigen, die später durch ihren Hochschulabschluss von höheren Gehältern profitieren, auch einen finanziellen Beitrag zu ihrer kostspieligen Ausbildung leisten sollten. Durch das System von Krediten, BAföG, Stipendien und Studienbeitragsbefreiungen können wirklich alle studieren, die studieren wollen."
Der Stifterverband befürchtet, dass die von der Politik versprochene Kompensation für die entgangenen Studienbeiträge nicht von Dauer ist. "Die Landesregierungen können leider nicht dafür garantieren, dass die Hochschulen von den nächsten Haushaltseinsparungen verschont bleiben", warnt Oetker. Die vielen Sparrunden, von denen Hochschulen in den letzten Jahren betroffen waren, zeigten die verbreitete Neigung, als erstes bei der Hochschulbildung zu kürzen. Die richtige Entscheidung, die Hochschulfinanzierung auf eine breitere Basis zu stellen, werde wieder rückgängig gemacht. Am Ende würden die hessischen Studenten unter einer verschlechterten Hochschulqualität leiden. "Bayern, Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen werden Hessen bei der Lehrqualität überholen und dadurch die besten Studierenden anlocken", so Oetker.
Auch der schwarz-grüne Kompromiss zu Studienbeiträgen in Hamburg ist aus Sicht des Stifterverbandes halbherzig. Die Kürzung des Studienbeitrags um 25 Prozent bedeute einen starken Einnahmeverlust für die Hochschulen. Außerdem sei derzeit vollkommen unklar, wie die Landesregierung die Einnahmeausfälle kompensieren und den Systemwechsel zur Erhebung nachgelagerter Studienbeiträge vollziehen wolle. "Ich appelliere an die neue Hamburger Wissenschaftssenatorin Gundelach, hier schnell ein tragfähiges Konzept vorzulegen, damit die Hamburger Hochschulen Planungssicherheit erhalten", sagt Oetker.
Kontakt: Frank Stäudner, Tel. (0201) 8401-158
Merkmale dieser Pressemitteilung:
fachunabhängig
überregional
Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
Deutsch

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