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20.05.2008 10:38

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert an der Universität Rostock ein neues fächerübergreifendes Graduiertenkolleg

Ingrid Rieck Presse- und Kommunikationsstelle
Universität Rostock

    Unter den sieben neuen Graduiertenkollegs, die die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) einrichtet, ist auch ein Vorhaben von der Universität Rostock, das zunächst für viereinhalb Jahre mit ca. 3,3 Millionen Euro gefördert wird. Im Mittelpunkt des Graduiertenkollegs "Analyse und Simulation elektrischer Wechselwirkungen zwischen Implantaten und Biosystemen" (welisa) stehen technische Implantatsysteme. Sprecherin des Kollegs ist Frau Prof. Ursula van Rienen vom Institut für Allgemeine Elektrotechnik der Fakultät für Informatik und Elektrotechnik.

    Implantate besitzen in der medizinischen Therapie eine wachsende Bedeutung. Dies ergibt sich aus der stetig steigenden Lebenserwartung bei gleichzeitigem Wunsch nach Erhöhung der Lebensqualität der Patienten, sei es im Alter oder bei Behinderungen. So unterstützen oder ersetzen Implantate bestimmte Körperfunktionen, die auf Grund hohen Alters, Unfalls, schwerer Erkrankung oder durch Behinderung eingeschränkt sind.

    Gemeinsam werden sich diesem Forschungsthema Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Material- und Ingenieurwissenschaften, der Informatik, der Medizin, der Biologie und der Mathematik widmen. Ziel ihrer Arbeiten ist es, Implantate mit verbesserter Funktionalität,
    höherer Verträglichkeit und längerer Haltbarkeit zu entwickeln, insbesondere unter besonderer Berücksichtigung der Prozesse an der Grenzfläche zwischen Implantat und dem umgebenden Gewebe. Die breite interdisziplinäre Zusammensetzung des Kollegs erlaubt die Einbeziehung vielfältiger Analysemethoden, sodass eine angemessene Modellierung und Simulation der Prozes-se im Biosystem (mit und ohne Implantate) und im Ergebnis die Entwicklung neuartiger Implan-tate realisierbar wird. Vordergründig geht es darum, Zusammenhänge zwischen Ursachen (Merkmale der Implantate, wie Oberflächentopographie, Elektrochemie der Phasengrenze, elektrische Stimuli) und Wirkungen (Zellverhalten) zu finden.

    Die Doktorandinnen und Doktoranden des Kollegs können an der Schnittstelle zwischen Medizin, Biologie, Technik und Wissenschaftlichem Rechnen promovieren. Zugleich eröffnen sich den jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern durch die hohe Interdisziplinarität ihrer Forschungsthemen hervorragende berufliche Möglichkeiten in der medizintechnischen Forschung und Industrie.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Ursula van Rienen
    Universität Rostock
    Fakultät für Informatik und Elektrotechnik
    Institut Allgemeine Elektrotechnik
    Albert-Einstein-Str. 2
    18051 Rostock
    Tel.: 0381-498-7070 (-7080 Sekretariat, Frau Sund)
    E-Mail: ursula.van-rienen@uni-rostock.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Forschungsprojekte, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Prof. Dr. Ursula van Rienen


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