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30.05.2008 12:16

Perspektiven der Kinder- und Jugendpsychiatrie am Klinikum der Universität München

Philipp Kressirer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Klinikum der Universität München

    Neubau verbessert die Situation der Kinder und Jugendlichen mit
    psychischen Erkrankungen

    Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen ist bisweilen ausgesprochen problematisch. Teilweise warten Betroffene bis zu 6 Monate auf einen stationären Behandlungsplatz. Der Bedarf hat sich in den vergangenen zehn Jahren beinahe verzehnfacht, Schätzungen zufolge sind jährlich mindestens 15.000 Kinder und Jugendliche in München und der Region auf eine kinder- und jugendpsychiatrische Diagnostik, Behandlung und Therapie angewiesen. "Bei Kindern handelt es sich bei den Erkrankungen häufig um Entwicklungsstörungen, Aufmerksamkeitsstörung und Hyperaktivität sowie Ängste. Jugendliche sind oftmals aufgrund von Ess- oder Zwangsstörungen, depressiven Störungen oder Psychosen, aber auch aufgrund der Folgen von Traumatisierung und Alkohol- und Drogenproblemen behandlungsbedürftig", erklärt Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie am Klinikum der Universität München.

    Mit der Errichtung des 8,25 Millionen Euro teuren Neubaus für die Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie und den damit entstehenden therapeutischen Kapazitäten trägt das Klinikum der Universität München zu einer maßgeblich besseren Versorgungslage im gesamten süddeutschen Raum bei. Insbesondere die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Patientenversorgung ermöglicht eine sehr spezifische Diagnostik und Therapie. "In dem Neubau, der in ca. 2 Jahren fertig gestellt sein wird und bezogen werden kann, stehen für die stationäre Versorgung mindestens 20 Betten zur Verfügung. Hinzu kommen voraussichtlich 10 Plätze in der Tagesklinik und eine Institutsambulanz, um das gesamte Spektrum kinder- und jugendpsychiatrischer Krankenversorgung vorzuhalten. Das Gebäude ist so angelegt, dass moderne therapeutische Konzepte sich auch in den Räumlichkeiten widerspiegeln", sagt Prof. Schulte-Körne.

    Dazu gehört z.B., dass der Neubau ausschließlich mit 1- und 2-Bett-Zimmern den Bedürfnissen der psychisch kranken Kinder und Jugendlichen gerecht wird und dass es eine "Schule auf Station" geben wird, um Kinder und Jugendliche während ihres Klinikaufenthaltes adäquat unterrichten zu können. Durch ein interdisziplinäres Team von Medizinern, Psychologen, Pflegekräfte, Pädagogen und Ergotherapeuten wird eine hoch individualisierte und spezifische Therapie für jedes einzelne psychisch kranke Kind und jeden Jugendlichen angeboten.

    "Es besteht klinischer und wissenschaftlicher Handlungsbedarf vor allem in der Psychotherapie und der Pharmakotherapie bei Kindern und Jugendlichen mit affektiven Störungen", so Prof. Schulte-Körne. Erforscht werden sollte, welche Form der Psychotherapie bei Kindern und Jugendlichen und bei welcher Störung am besten wirkt und vor allem, warum. Gleiches gilt für die medikamentöse Behandlung. "Wir sind sehr auf die Wissenschaft angewiesen", betont Dr. Edwin Fischer, Ehrenvorsitzender der Regionalgruppe Bayern des Berufsverbandes für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und -psychotherapie in Deutschland e.V. "Die Koordination umfangreicher Studien, an denen natürlich niedergelassene Fachärzte beteiligt sein sollten, kann nur über eine Uniklinik erfolgen."

    Die neue Klinik wird durch ihre Lage auf dem Innenstadt-Campus und in direkter Nähe zum Dr. von Haunerschen Kinderspital und der Klinik für Psychiatrie die Versorgung für die Kinder mit körperlichen und psychischen Erkrankungen und die Übergänge vom Jugend- zum Erwachsenenalter für die chronisch psychisch erkrankten Patienten deutlich verbessern. "Wir benötigen ein stabiles psychosoziales Netzwerk für unsere Patienten, das alle für die psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen helfenden Partner integriert", so Prof. Schulte-Körne.

    Forschungsprojekte zu Entwicklungs- und Verhaltensstörungen und zu depressiven Störungen in München und Bayern werden darüber hinaus ein wesentlicher Teil der neuen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie sein, die bislang noch in den Räumen der Medizinischen Poliklinik in der Pettenkoferstr. 8a, in der Lindwurmstr. 2a und Waltherstr. 23 in München untergebracht ist. Zum Spatenstich am kommenden Montag, 14.30 Uhr in der Nußbaumstraße 7, wird auch der Bayerische Staatsminister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Thomas Goppel, erwartet.

    Ansprechpartner:
    Prof. Dr. Gerd Schulte-Körne
    Direktor der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie
    Campus Innenstadt
    Tel: 089/5160-5900


    Weitere Informationen:

    http://"www.bmg.bund.de Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit"


    Bilder

    Neubauskizze LMU-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Quelle: Staatl. Bauamt München 2
    Neubauskizze LMU-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Quelle: Staatl. Bauamt München 2


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Gesellschaft, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Organisatorisches
    Deutsch


     

    Neubauskizze LMU-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Quelle: Staatl. Bauamt München 2


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