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03.06.2008 11:36

Regensburger "Mini-HLM" ausgezeichnet

Cordula Heinrich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Regensburg

    Tragbare "Mini-Herz-Lungen-Maschine" (Mini-HLM) für die Notfallrettung erhält Sonderpreis bei der Verleihung des Bayerischen Innovationspreises 2008.

    Kardiotechniker Alois Philipp und Anästhesist Dr. Matthias Arlt erhielten für ihre am Universitätsklinikum Regensburg entwickelte tragbare "Mini-Herz-Lungen-Maschine" einen Sonderpreis für herausragende Leistung im Bereich Lebensrettung. Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein verlieh diese Auszeichnung am 2. Juni 2008 beim Bayerischen Innovationspreis 2008.

    Die Mini-HLM setzte einen Meilenstein im Intensivtransport und revolutionierte den bisherigen Einsatz der Herz-Lungen-Maschine. Trotz technischer Fortschritte sind herkömmliche Herz-Lungen-Maschinen bis zu 1,50 m lang und 200 Kilo schwer. Derartige Geräte eignen sich nicht für einen mobilen und flexiblen Einsatz. Sie sind jedoch lebensrettend bei der Versorgung von akut schwerstkranken Patienten mit kombiniertem Herz- und Lungenversagen.

    Deshalb hat eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe am Uniklinikum Regensburg unter der Leitung von Kardiotechniker Philipp eine tragbare Herz-Lungen-Maschine in Miniatur entwickelt: Lediglich aus zwei Teilen besteht die Mini-Maschine und kann mit einem Gewicht von 27 Kilo von einer einzigen Person getragen werden. Außerhalb von Krankenhäusern kann sie 90 Minuten unabhängig von Strom- oder Sauerstoffanschlüssen betrieben werden.

    Die Mini-HLM war erstmals bei einem Notfall im März 2006 im Einsatz: Eine lebensbedrohlich erkrankte junge Patientin mit schwerstem Herz-Lungenversagen wurde an der laufenden Mini-Herz-Lungen-Maschine mit dem Rettungshubschrauber an das Uniklinikum transportiert. Ohne das innovative Gerät hätte sie sehr wahrscheinlich keine Überlebenschance gehabt. Bei Notfällen hat die Mini-HLM inzwischen 18 lebensbedrohlich erkrankte Personen erfolgreich versorgt. Im Universitätsklinikum selbst wurde die mobile Mini-Herz-Lungen-Maschine bei mehr als 100 Patienten bei Wiederbelebungsmaßnahmen eingesetzt.

    Schwerstkranke, sonst nicht transportfähige Patienten können so sicher und schnell zur weiteren Behandlung in eine Klinik der Maximalversorgung verlegt werden. Im Rettungshubschrauber und Rettungswagen stellt die Mini-HLM eine ausreichende Versorgung des Patienten mit Sauerstoff sicher und stabilisiert den Kreislauf.

    Die Mini-Herz-Lungen-Maschine wird von der Firma Maquet AG in Hechingen in Abstimmung mit dem Uniklinikum Regensburg entwickelt, produziert und weltweit vermarktet (Maquet Emergency Life Support System). Die "geistigen Urheber", Dr. Arlt und Kardiotechniker Philipp, setzten ohne wirtschaftliche oder finanzielle Vorteile ihre Idee um, eine völlig neuartige, lebensrettende Therapiemöglichkeit zu schaffen. Für dieses herausragende soziale und medizinisch-technische Engagement erhalten sie einen Sonderpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten.

    Hintergrund: Bayerischer Innovationspreis
    Die Bayerische Staatsregierung hat den Innovationspreis zum siebten Mal verliehen. Ausgezeichnet wurden Unternehmen, Teams, Einzelpersonen, Unternehmensgründer und Wissenschaftler für eine herausragende und praxisorientierte innovative Leistung, die sich auch in Erhalt und Schaffung von Arbeitsplätzen in Bayern auswirkt. Für die herausragende Leistung der Regensburger Forscher wurde in diesem Jahr erstmalig ein Sonderpreis verliehen.


    Bilder

    Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, Oberarzt Dr. Matthias Arlt und Kardiotechniker Alois Philipp
    Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, Oberarzt Dr. Matthias Arlt und Kardiotechniker Alois Philip ...
    Quelle: Foto: Bayerische Staatskanzlei


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Ministerpräsident Dr. Günther Beckstein, Oberarzt Dr. Matthias Arlt und Kardiotechniker Alois Philipp


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