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25.04.2008 11:57

Sind die Gene schuld an Gicht?

Cordula Heinrich Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Regensburg

    Regensburger Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass bestimmte Genveränderungen in direkten Zusammenhang mit dem Auftreten der Volkskrankheit Gicht stehen. Die Ergebnisse erschienen im Online-Journal PLoS ONE.

    Eine Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Christian Hengstenberg aus der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Regensburg hat genetische Varianten beschrieben, die das Risiko an Gicht zu erkranken beeinflussen. Die Analyse wurde im Rahmen der Regensburger Herzinfarkt-Familienstudie an 665 Gicht-Patienten durchgeführt. Verglichen mit derselben Anzahl gesunder Probanden wurde gezeigt, dass bestimmte Veränderungen im GLUT9-Gen das Gichtrisiko - unabhängig vom Geschlecht - um mehr als 60% erhöhen. Das Gen GLUT9, auch als SLC2A9 bezeichnet, wurde kürzlich im Zusammenhang mit erhöhten Serum-Harnsäurespiegeln beschrieben. Erhöhte Serum-Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) sind als eine Ursache von Gicht bekannt.

    Die Arbeitsgruppe konnte nun erstmals eine direkte Verbindung zwischen Veränderungen am GLUT9-Gen und der Volkskrankheit Gicht nachweisen. Ergebnisse, die zwischenzeitlich durch zwei unabhängige Arbeitsgruppen bestätigt wurden. "Damit ist der erste Schritt zu diagnostischen und zukünftig vielleicht auch therapeutischen Anwendungen bei der Volkskrankheit Gicht getan", sagt Dr. Klaus Stark, der Autor der Arbeit.
    Hintergrund
    In den vergangenen Jahrzehnten wurde Gicht oft mit kardiovaskulären Erkrankungen, wie dem Herzinfarkt, in Verbindung gebracht. Hintergrund ist eine auffällige Häufung von Gichtpatienten in der Gruppe der Herzinfarktkranken. Eine gesunde Ernährung, die regelmäßige Kontrolle und Behandlung von Bluthochdruck, Diabetes und erhöhten Blutfettwerten fördern also nicht nur die Gesundheit des Herzens, sondern können auch einer Gicht vorbeugen.

    Die Untersuchungen fanden im Rahmen der Regensburger Herzinfarkt-Familienstudie mit mehr als 7.500 Teilnehmern, die zum Teil bereits mehr als 10 Jahre begleitet werden, statt.

    Die Publikation ist erschienen am 9. April 2008 im Online-Wissenschaftsjournal PLoS ONE (Public Library of Science) und ist als open access für jedermann zugänglich unter http://www.plosone.org/doi/pone.0001948


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Ernährung / Gesundheit / Pflege, Informationstechnik, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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