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17.06.2008 09:15

Terrorismusexperten zu Gast in Tübingen

Michael Seifert Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Eberhard Karls Universität Tübingen

    Gastvorträge zum Thema islamistischer Terrorismus am 24. Juni und 1. Juli 2008

    Zwei führende Wissenschaftsexperten aus dem Bereich Islamkunde werden am 24. Juni und am 1. Juli 2008 jeweils um 18.00 Uhr einen Gastvortrag zum Thema islamistischer Terrorismus halten. Die beiden Gastvorträge werden vom Orientalischen Seminar der Universität Tübingen organisiert und finden jeweils im Hörsaal 14 in der Neuen Aula statt.

    Am Dienstag, den 24. Juni 2008, wird Gilles Kepel, Professor für Politische Studien vom Institut d'Etudes Politiques in Paris über "The idea of Martyrdom in Islamic Terrorism" referieren. Kepel ist einer der weltweit führenden Kenner des islamistischen Terrorismus, den er seit den frühen 1980er Jahren untersucht.
    Seit dem 11. September 2001 bestimmt vor allem der amerikanische Krieg gegen den Terror die gegenwärtigen Auseinandersetzungen im Nahen Osten. Beide Seiten, die Amerikaner und die jihadistischen Kämpfer, beanspruchen dabei für sich moralische Höherwertigkeit - ungeachtet der Bilder von verstümmelten Opfern von Selbstmordattentaten oder der Folteropfer von Abu Ghuraib. Paradoxerweise haben beide Seiten durch ihren Konflikt ihren gemeinsamen Feind, den schiitischen Iran, gestärkt. Alte Konfliktlinien zwischen Persen und Arabern, Schiiten und Sunniten reißen erneut auf und erlangen zusätzliche Bedeutung durch die schiitische Hizbollah und deren Kampf gegen Israel. Wie soll der Kreislauf der Gewalt durchbrochen werden? Gilles Kepel plädiert für eine verstärkte Rolle Europas, das nach dem 11. September 2001 zunächst politisch an den Rand gedrängt wurde. Das Ziel soll dabei eine Neuordnung der Region vom Persischen Golf bis über das Mittelmeer sein, um so einen adäquaten Rahmen für eine friedliche Zukunft zu schaffen.

    Dr. Guido Steinberg von der Stiftung Wissenschaft und Politik aus Berlin hält am 1. Juli 2008 einen Vortrag zum Thema "Jihad im Sauerland: al-Qaida, Islamische Jihad-Union und islamistischer Terrorismus in Deutschland". Der Vorderorientexperte Guido Steinberg, ehemaliger Referent im Referat Internationaler Terrorismus im Bundeskanzleramt, berichtet über die "Sauerlandbomber", die im Herbst 2007 in Deutschland kurz vor der Durchführung des vermutlich größten Terroranschlags in der deutschen Nachkriegsgeschichte verhaftet wurden. Die "Sauerlandbomber" wurden von der islamischen Jihad-Union in Pakistan ausgebildet; diese Organisation stammt aus Usbekistan, hat aber in ihrem Heimatland bislang kaum Einfluss. Vielmehr strebt die islamische Jihad-Union danach, ihren Kampf zu internationalisieren. In diesem Zusammenhang gelang es der Organisation, gezielt eine Gruppe von Türken und Deutschen zu rekrutieren. Sollte sich dieser Trend verfestigen, würde sich der internationale islamistische Terrorismus verändern, der bislang vornehmlich von Arabern getragen wurde. Dies würde die Bedrohungslage in Deutschland erheblich verschärfen.

    Die Vertreter der Medien und die interessierte Öffentlichkeit sind zu beiden Gastvorträgen herzlich eingeladen.

    Weitere Informationen:
    Dr. Thomas Eich
    Orientalisches Seminar der Universität Tübingen
    Islamkunde
    Wilhelmstraße 113, 72074 Tübingen
    Tel: (07071) 29-73979
    E-Mail: thomas.eich@uni-tuebingen.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Geowissenschaften, Geschichte / Archäologie, Gesellschaft, Politik, Recht
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


     

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