idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
19.06.2008 12:48

Tiefe Temperaturen im Thüringer Wald: IPHT veranstaltet internationalen Elektronik-Workshop

Dipl. Biol. Susanne Liedtke Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Institut für Photonische Technologien

    Das Institut für Photonische Technologien Jena (IPHT) ist in diesem Jahr Veranstalter des "International Workshops on Low Temperature Electronics" (WOLTE - 8). Rund 70 Wissenschaftler aus aller Welt empfängt Organisator PD Dr. Hans-Georg Meyer, Leiter der IPHT-Abteilung Quantendetektion, vom 22. - bis 25. Juni im Tagungshotel Gabelbach im Thüringer Wald.

    Thema des seit 1994 regelmäßig stattfindenden Workshops ist die Tieftemperaturelektronik. Die Konferenz beschäftigt sich mit Vorgängen in kalter Materie in der Nähe des absoluten Nullpunktes (- 273,15 Grad Celsius). Elektronische Schaltkreise und Sensoren verändern bei Abkühlung ihre physikalischen Eigenschaften. So werden Sensoren beispielsweise viel empfindlicher und können noch Signale "sehen", die sie bei Raumtemperatur nicht registrieren können.
    Wissenschaftler möchten diese Eigenschaften nutzen, um neue Generationen von superschnellen elektronischen Bauelementen und ultraempfindlichen Sensoren zu entwickeln. Anwendung finden solche Techniken bereits heute in der Luft- und Raumfahrt, der Astronomie, in der Medizintechnik oder bei der geologischen Erkundung. Die am Workshop beteiligten Wissenschaftler haben sich das Ziel gestellt, die Möglichkeiten für die Nutzung dieser neuen Technik deutlich zu erweitern.
    Das IPHT Jena hat solche neuartigen Technologien bereits weit vorangetrieben und ist weltweit führend bei der Entwicklung so genannter Kantenbolometer. Mit diesen Sensoren kann man Informationen über den Ursprung des Universums "einfangen". So kann man in die Geburtstube der Sterne schauen und die frühen Stadien des Weltalls studieren. Diese extrem empfindlichen Detektoren werden gemeinsam mit dem Max-Planck-Institut für Radioastronomie (Bonn) am Radioteleskop APEX der Europäischen Südsternwarte in der chilenischen Atacama-Wüste eingesetzt.
    Ähnliche tiefkalte Bolometer-Sensoren werden vom IPHT auch auf der Erde genutzt, um beispielsweise die vom Menschen ausgesandte Terahertzstrahlung zu messen. Ist man einmal in der Lage, diese extrem kleinen Signale nachzuweisen, so kann man unter der Kleidung verborgene Gegenstände, beispielsweise Waffen sichtbar machen. Gemeinsam mit der Firma Jena-Optronik sollen hieraus in den nächsten Jahren neue Produkte für den Sicherheitsmarkt entstehen, z. B. Kameras zur Sicherheitskontrolle an Flughäfen.
    Auf dem Programm der diesjährigen WOLTE-Tagung stehen unter anderem Halbleiter-, Opto- und digitale Elektronik bei tiefen Temperaturen, kryogene Verstärker, quantenlimitierte Detektoren sowie elektromechanische Mikrosysteme. Die Konferenz beginnt mit einer Vorlesung für Studenten und Nachwuchswissenschaftler zum Thema kalte Halbleiterbauelemente und deren Anwendung in der Raumfahrt. Nach bisherigen Veranstaltungen in den Niederlanden, Frankreich, Belgien und Italien findet der Workshop zum ersten Mal in Thüringen statt. Mit der Vergabe der Konferenz an das IPHT honorierte das Programmkomitee auch die technologische Pionierleistung des Institutes auf dem Gebiet der superempfindlichen Detektoren.

    Ihr Ansprechpartner:
    PD Dr. Hans-Georg Meyer
    Abteilung Quantendetektion
    Telefon +49 (0) 3641/ 206 116
    Telefax +49 (0) 3641 / 206 199
    hans-georg.meyer@ipht-jena.de


    Weitere Informationen:

    http://www.wolte8.eu - weitere Informationen und vollständiges Programm
    http://http:www.ipht-jena.de - Internetpräsenz des Institutes für Photonische Technologien


    Bilder

    Sternentstehung im "Katzenpfotennebel" (Cat's paw nebulae) links ausfgenommen mit den extrem empfindlichen Sensoren des IPHT, rechts  zum Vergleich das Hubble-Bild des gleichen Nebels, aufgenommen im optischen Bereich.
    Sternentstehung im "Katzenpfotennebel" (Cat's paw nebulae) links ausfgenommen mit den extrem empfind ...
    Quelle: Bilder: IPHT/ MPI für Radioastronomie

    Ultraempfindilches supraleitendes Bolometer zur Messung von Terahertz-Strahlung für den Einsatz bei Sicherheitskontrollen.
    Ultraempfindilches supraleitendes Bolometer zur Messung von Terahertz-Strahlung für den Einsatz bei ...
    Quelle: Foto: IPHT/ Wehking


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Mathematik, Physik / Astronomie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


     

    Sternentstehung im "Katzenpfotennebel" (Cat's paw nebulae) links ausfgenommen mit den extrem empfindlichen Sensoren des IPHT, rechts zum Vergleich das Hubble-Bild des gleichen Nebels, aufgenommen im optischen Bereich.


    Zum Download

    x

    Ultraempfindilches supraleitendes Bolometer zur Messung von Terahertz-Strahlung für den Einsatz bei Sicherheitskontrollen.


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).