ABS für die Schiene

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30.04.1998 00:00

ABS für die Schiene

Sabine Gerbaulet Stabsstelle Kommunikation und Medien
Technische Universität Darmstadt

    Ein optimaler Schlupf muss sein: ABS fuer die Schiene

    Welcher Strassenbahnfahrer oder Lokfuehrer kennt das nicht: Kaum regnet es, drohen erhebliche Verspaetungen. Die neuen Niederflurwagen der Darmstaedter HEAG sind da einen Schritt weiter: Ein neuartiges Bremssystem erlaubt auch bei Naesse ein zuegiges Anfahren und schnelles Bremsen. Dieses "ABS-System" fuer Schienenfahrzeuge wurde von Hans Juergen Schwartz am Institut fuer Elektrische Energiewandlung der TU Darmstadt entwickelt.

    Stahlraeder rollen auf Stahlschienen sehr viel leichter als Gummiraeder auf der Strasse. Leider rutschen sie aber auch mindestens dreimal leichter auf nassen Schienen als Gummiraeder auf Beton oder Asphalt. Dadurch kann das Einhalten des Fahrplans vor allem im Herbst bei Nieselregen und Laubfall zu einem ernsten Problem fuer die Fahrer von Strassenbahnen und Eisenbahnzuegen werden. Nicht nur die Anfahrt nach dem Halt wird schwierig, vor allem die Bremswege werden sehr viel laenger und damit gefaehrlicher. Aehnlich wie die moderne Technik den Autofahrer auf vereister oder nasser Strasse durch ein Antiblockiersystem (ABS) unterstuetzt, hilft die Radschlupfregelung dem Strassenbahnfahrer und Lokfuehrer, bei jedem Wetter seinen Zug puenktlich und sicher ueber die Strecke zu bringen. Bisher war man hier weitgehend auf die Erfahrungen der Fahrer beim Anfahren und Bremsen angewiesen. Die Loesung von Schwartz benoetigt kein aufwendiges Zusatzgeraet: Sie besteht aus einem ausgefeilten Computerprogramm, das in den ohnehin auf jedem modernen Schienenfahrzeug vorhandenen Antriebsrechner geladen wird. Die Radschlupfregelung ueberwacht die Drehzahlen der Fahrmotoren und stellt ueber die Motorleistung den fuer eine moeglichst grosse Anfahr- und Bremskraft jeweils optimalen Schlupf zwischen Rad und Schiene ein. Da der von der Darmstaedter Radschlupfregelung eingestellte Schlupf in der Regel klein ist, wird unnoetiger Verschleiss an Raedern und Schienen vermieden. Auch das Sanden beim Anfahren und Bremsen kann wirksam reduziert werden, wodurch die Wartungs- und Unterhaltungskosten gesenkt werden.

    Kontakt: Marina Pabst, TU Darmstadt, Pressestelle, Telefon 06151/16 2750, Fax: 16 4128, e-mail: pabst@pvw.tu-darmstadt.de 30.4.1998


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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