idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
27.07.2008 23:47

"Flensburger" Energieexperten tagten in Ghana und Nepal

Dr. Helge Möller Rektorat
Universität Flensburg

    Wissenschaftler sind sich weitgehend einig darüber, dass der Klimawandel begonnen hat. Am stärksten betroffen sind die Menschen in den Entwicklungsländern Asiens und Afrikas: Rückgang der Ernteerträge, Trinkwassermangel und regelmäßige Überflutung von Küstenregionen sind nur einige der Herausforderungen, vor denen diese Länder stehen. Vor diesem Hintergrund trafen sich im Mai 20 afrikanische Energieexperten aus zehn Ländern in Accra und Kumasi/Ghana und 25 asiatische Energieexperten aus fünf Ländern zu einem Erfahrungsaustausch in Kathmandu und Pokhara/Nepal.

    Sie alle studierten zwischen 1990 und 2007 Energiemanagement im Studiengang Sustainable Energy Systems and Management (SESAM) an der Universität Flensburg und arbeiten heute in Regierungsabteilungen, Privatunternehmen und internationalen Organisationen.

    Für die afrikanischen Absolventen war es die erste Zusammenkunft dieser Art. Die Themen reichten vom Einsatz von erneuerbaren Energien zur wirtschaftlichen Entwicklung Ghanas (wobei das deutsche Einspeisegesetz Pate steht) über kritische Anmerkungen zu den Möglichkeiten von Biokraftstoffen im südlichen Afrika bis zu konkreten Ausführungen zur Verbreitung von verbesserten Herden in Uganda koordiniert. Ein Ergebnis der Veranstaltung war die Gründung eines afrikanischen Sektornetzwerks, in dem die Teilnehmer sich fachlich austauschen und zusammenarbeiten. Ziel ist es, Wissen und Erfahrung zu bündeln, um gemeinsam auf die Energiepolitik einzuwirken oder an Ausschreibungen und Projekten im Energiebereich beratend teilzunehmen. Das afrikaweite Programm der Weltbank "Lighting Africa", das die Teilnehmer für zwei Tage besuchten, bietet dazu in den nächsten Jahren eine Möglichkeit. Ein anderes Ergebnis der Tagung ist eine Vereinbarung zur Kooperation der Universität Flensburg mit der Kwame Nkrumah University of Science and Technology (KNUST), an der bereits vier "ehemalige Flensburger" forschen und lehren, und die für drei Tage Gastgeber der Tagung in Kumasi war. Gemeinsam wollen die beiden Hochschulen in den kommenden Jahren einen internationalen Doktorandenkurs im Bereich Energiepolitik und -management entwickeln.

    Ein wichtiges Thema ist in Nepal derzeit die Anbindung der vielen von Dorfgemeinschaften betriebenen ländlichen Kleinwasserkraftanlagen an das nationale Netz. Dadurch kann nicht nur die Stromversorgung der Städte verbessert werden, sondern der Verkauf von Strom an den nationalen Energieversorger schafft auch Einkommen, das für die Entwicklung der Dörfer ausgegeben werden kann. Pate standen bei diesen Überlegungen auch die Bürgerwindparks, die die Absolventen in Deutschland und während eines Auslandspraktikums in Schottland kennen gelernt hatten. Eines der Ergebnisse der Tagung in Nepal war, dass die Ehemaligen über Nepal hinaus nun eine asiatische Vereinigung von in Deutschland ausgebildeten Energieexperten aufbauen wollen. Neben dem Austausch von Informationen und der Lobbyarbeit für erneuerbare Energien sollen dann auch überregionale Projekte initiiert werden, um die Energieversorgung im ländlichen Raum Asiens klimaneutral zu verbessern.

    Kontakt: Dr. Dieter Willi Klein, Sustainable Energy Systems and Management (SESAM), Universität Flensburg, Tel: 0461 805 2502, E-Mail: klein@uni-flensburg.de


    Bilder

    Das Bild zeigt die Tagungsteilnehmer in Pokhara in Nepal
    Das Bild zeigt die Tagungsteilnehmer in Pokhara in Nepal


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Das Bild zeigt die Tagungsteilnehmer in Pokhara in Nepal


    Zum Download

    x

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).