An der GSI sind zum letzten Mal Krebspatienten mit Ionenstrahlen behandelt worden. In Zukunft werden Patienten in Heidelberg, Marburg und Kiel im klinischen Routinebetrieb behandelt. An der GSI wurden in zehn Jahren 440 Patienten mit Tumoren an Schädelbasis, Rückenmark und Prostata mit großem Erfolg behandelt. Wissenschaftler an der GSI wollen nun eine Technik entwickeln, um Tumoren in Weichteilen wie Lunge oder Leber bestrahlen zu können und somit die Anwendungsmöglichkeiten der Therapie zu erweitern.
In den ersten abgeschlossenen klinischen Studien konnten Heilungsraten von 75 bis 90 Prozent, je nach Art des Tumors, beobachtet werden. Gleichzeitig sind die Nebenwirkungen verschwindend gering. Für die Behandlung an der GSI wird die mehrere hundert Meter große Beschleunigeranlage benutzt, die für die physikalische Grundlagenforschung konzipiert ist. Für einen klinischen Routinebetrieb hat die GSI eine maßgeschneiderte Beschleunigeranlage entwickelt, die am Heidelberger-Ionentherapie-Zentrum HIT demnächst den Patientenbetrieb aufnehmen wird.
Im Rahmen eines Kooperationsvertrags mit der GSI bietet Siemens Therapieanlagen, nach dem Vorbild der Anlage in Heidelberg, schlüsselfertig auf dem Medizinmarkt an. Die ersten Anlagen an den Universitätskliniken in Marburg und in Kiel befinden sich bereits im Bau.
Die Behandlung mit Ionenstrahlen ist ein sehr präzises, hochwirksames und gleichzeitig sehr schonendes Therapieverfahren. Ionenstrahlen dringen in den Körper ein und entfalten ihre größte Wirkung erst tief im Gewebe, hochpräzise in einem nur stecknadelkopfgroßen Bereich. Sie werden so gesteuert, dass Tumoren bis zur Größe eines Tennisballs Punkt für Punkt millimetergenau bestrahlt werden können. Das umliegende gesunde Gewebe wird weitgehend geschont. Das Verfahren eignet sich vor allem für tiefliegende Tumore in der Nähe von Risikoorganen, wie z.B. dem Sehnerv oder dem Hirnstamm.
Projektpartner der Therapie mit Ionenstrahlen an der GSI sind das Universitätsklinikum und das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg, das Forschungszentrum Dresden Rossendorf und die GSI.
http://www.gsi.de/portrait/Pressemeldungen/30072008.html
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Ernährung / Gesundheit / Pflege, Mathematik, Medizin, Physik / Astronomie
überregional
Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
Deutsch

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