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20.08.2008 11:38

Müdigkeit am Steuer - Was rät der Psychologe?

Dr. Elisabeth Hoffmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Technische Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig

    Die Entstehung und die Ursachen für Müdigkeit am Steuer sind sehr einfach: Schlechter und zu kurzer Schlaf. Leider gibt es nur wenige effektive Gegenmaßnahmen: Fenster öffnen, Gebläse einschalten, laute Musik hören oder Kaffeetrinken, das alles bringt sehr wenig - also was bleibt? "Die einzige wirksame Maßnahme ist - Schlafen", rät der Ingenieurpsychologe Prof. Mark Vollrath von der Technischen Universität Braunschweig. Aber auch technische Lösungen, die durch den Menschen ergänzt werden, kann sich der Ingenieurpsychologe vorstellen. Sein Forschungsgebiet ist die Wechselbeziehungen zwischen Mensch und Maschine speziell im Straßenverkehr ist.

    Insbesondere mit der Gestaltung und Auswirkung von Fahrerassistenzsystemen und Automationsfunktionen zur Lösung des Problems Müdigkeit am Steuer hat sich der Ingenieurpsychologe Vollrath beschäftigt. Bereits heute können intelligente Tempomaten, so genannte ACC-Systeme (Adaptiv Cruise Control), nicht nur Geschwindigkeit, sondern auch den Abstand selbstständig regeln. Diese werden zurzeit von Fahrzeugherstellern und Zulieferern weiterentwickelt, sodass sie auch Notbremsungen durchführen können. Außerdem werden für die Spurhaltung Systeme entwickelt, die die Fahrerinnen und Fahrer beim Verlassen der Spur warnen, aber auch selbstständig die Spur halten können. Assistenzsysteme könnten umso früher eingreifen, je müder der Fahrer wird. Sie bremsen das Fahrzeug ab, wenn das Vorderfahrzeug langsamer ist oder steht, und sie halten die Spur, wenn das Fahrzeug dabei ist, von der Fahrbahn abzukommen. "Solche Systeme mit einer Müdigkeitserkennung zu koppeln, könnte ich mir sehr gut vorstellen", so Vollrath. Systeme zur Müdigkeitserkennung, die den Lidschluss beobachten oder das Lenken überwachen, gibt es bereits. "Die Gefahr dabei ist, dass sich die Fahrer dann auf diese Systeme verlassen und länger fahren und müder - dieser Ansatz setzt also extrem zuverlässige und sichere Systeme voraus, um nicht neue Gefahren zu schaffen", warnt Vollrath.

    "Es wird nicht die einfachen technischen Lösungen geben, die Müdigkeit erkennen und sicher bekämpfen. Unterschiedliche Maßnahmen sind notwendig für Berufskraftfahrer und für Privatfahrer. Technische Lösungen müssen durch den Menschen ergänzt werden, um das Problem der Müdigkeit am Steuer wirkungsvoll zu bekämpfen", resümiert Vollrath. Optimal ist bei langen Fahrten eine Pause mit einem kurzen Schlaf von 15 bis maximal 25 Minuten. Damit wird die Müdigkeit am wirksamsten bekämpft. Aber: "Warten Sie damit nicht bis zum letzten Augenblick. Man kann als Fahrer ganz schlecht vorhersagen, wann man einschlafen wird, oder wie lange man noch wach bleiben kann. Oder noch besser: Schon in der Nacht vorher so gut und lange zu schlafen, dass man bei der Fahrt nicht müde wird", rät Prof. Vollrath.

    Kontakt:
    Prof. Dr. Mark Vollrath, Kognitions- und Ingenieurpsychologie
    Institut für Psychologie der TU Braunschweig
    Tel.: 0531-391-3644
    E-Mail: mark.vollrath@tu-braunschweig.de


    Weitere Informationen:

    http://www.tu-braunschweig.de/psychologie/abt/ingenieur


    Bilder

    Müdigkeit am Steuer
    Müdigkeit am Steuer
    Quelle: K. Rottig / TU Braunschweig

    Müdigkeit am Steuer
    Müdigkeit am Steuer
    Quelle: K. Rottig / TU Braunschweig


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Gesellschaft, Psychologie, Verkehr / Transport
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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