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28.08.2008 13:52

"Schlachtplatte ist schrecklich"

Diplom-Übersetzerin (FH) Cornelia Mack Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Marketing
Hochschule Esslingen

    Der erste Jahrgang hat es geschafft: Fünf deutsch-chinesischen Mechatronik-Studenten wurde gestern an der Hochschule in Göppingen Bachelor-Urkunden überreicht - eine Premiere für den Standort.

    (Göppingen.) Die Freude ist groß bei Bo Zhang, Xi Zhang, Ziyuan Liu, Danying Hu und Pei Tian - den fünf Studierenden aus China, die gestern am Göppinger Standort der Hochschule Esslingen ihre Bachelorurkunden erhalten haben. Rund 50 000 Kommilitonen sind es an der Tongji-Universität in Shanghai, China - fünf davon haben das vergangene Jahr in Deutschland verbracht. Sie sind an der "Chinesisch-Deutschen Hochschule für Angewandte Wissenschaften" (CDHAW) eingeschrieben. Voraussetzung dafür ist ein sehr guter Abschluss in der chinesischen Hochschulzugangsprüfung. Gleich zu Beginn des Studiums lernen die Studierenden in sehr intensiven Kursen die deutsche Sprache: 1000 Stunden sind Pflicht - 300 zusätzliche sind freiwillig. Denn ungefähr die Hälfte der Vorlesungen in der chinesischen Hochschule werden auf Deutsch gehalten. Die Lehrveranstaltungen werden von Professoren der Tongji-Universität, der deutschen Hochschulen und durch Lehrbeauftragte deutscher Firmen in Shanghai präsentiert. Die Federführung bei diesem Projekt liegt bei der Hochschule Esslingen.

    Die letzten beiden Semester der Studienzeit waren die fünf Studierenden an der Hochschule in Göppingen. Wie auch an deutschen Fachhochschulen ist der Praxisbezug des Studiums ein wesentliches Kernstück der vierjährigen Ausbildung. Doch auch nach dieser Zeit haben sie ihre Zeugnisse nicht in der Tasche: Anfang September geht es für die fünf zunächst zurück in die Heimat. In China werden dann noch einmal letzte Prüfungen abgelegt - erst dann erhalten sie ihre Doppelabschluss-Dokumente. "Ich bin mir aber sicher, das wird kein Problem sein", sagt Prof. Jürgen Minuthvon der Hochschule Esslingen, der die Chinesen ein Jahr betreute. Denn die Leistungen der fünf Kommilitonen aus China sind eindrucksvoll: Vier Mal 1,3, ein Mal 1,1. Für viele Studierenden, die die Vorlesungen in ihrer Mutterspache Deutsch hören, ist ein solches Resultat ein Traumergebnis. Auch das Alter der Absolventen ist beachtlich: Zwischen 21 und 24 Jahre sind sie alt - das ist im Vergleich zu ihren deutschen Kommilitonen sehr jung. Die fünf Chinesen gehören zu den Besten. Nicht nur in Deutschland, auch in ihrer Heimat China haben sie die strengen Qualifizierungshürden geschafft.

    Die Chinesisch-Deutsche-Hochschule wurde vor rund vier Jahren von einem Konsortium aus 15 deutschen Hochschulen unter Beteiligung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung ins Leben gerufen. Damit reagierten die Hochschulen auf die Anforderungen der deutschen und chinesischen Wirtschaft, Studierende nicht nur in der Theorie sondern auch in der Praxis auszubilden. Das Modell der Fachhochschule war hierfür genau richtig. Die von deutschen Missionaren vor 100 Jahren gegründete Tongji-Universiät hat als zweite Fremdsprache Deutsch, und ist somit der richtige Partner für dieses Studienmodell. Jedes Jahr kommen gut drei Dutzend Studierende nach Deutschland - Tendenz steigend.

    Der deutsch-chinesische Studiengang wird immer beliebter. Nach dem Bachelorstudium in Göppingen wollen die fünf Kommilitonen noch weiter lernen - vier werden im nächsten Semester in Deutschland ihren Master an den TUs in München, Karlsruhe, Berlin und Aachen beginnen, eine Studentin wird in der Heimat weiter lernen. Der weitere Karriereweg ist längst geplant: Nach dem Master-Abschluss wollen die chinesischen Nachwuchsingenieure in einer Firma in der Bundesrepublik bleiben und Erfahrung sammeln. Danach wollen sie wieder zurück nach China, um hier meist bei einem deutschen Unternehmen Fuß zu fassen. Denn nicht nur die fachliche, sondern auch die Mentalität der deutschen Unternehmen und ihren Mitarbeitern gehört zum Studium dazu und wird in China geschätzt - eine Erfahrung, die sie mitbringen werden. Eines jedoch werden sie sicher nicht mit nach China nehmen: "Schlachtplatte ist schrecklich", sind sie sich einig. Mit dieser Spezialität haben sie sich nicht anfreunden können.


    Weitere Informationen:

    http://www.hs-esslingen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Elektrotechnik, Energie, Maschinenbau, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Studium und Lehre
    Deutsch


    Bild: Das letzte Mal beim Fotoshooting im Labor Automatisierungstechnik (v.l. Bo Zhang, Ziyuan Liu, Pei Tian, Xi Zhang und Danying Hu, zweite Reihe: Dr. Hans Wiedmann, Koordinator, und Prof. Dr. Jürgen Minuth).


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