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01.09.2008 16:30

Greifswalder Ehrendoktor Prof. Dr. Wilhelm Friese ist gestorben

Jan Meßerschmidt Presse- und Informationsstelle
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

Die Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald trauert um Ehrendoktor Prof. Dr. Wilhelm Friese. Wie die Universität erst jetzt erfuhr, verstarb der international bekannte Skandinavist bereits am 9. Juni 2008 in Tübingen / Baden-Württemberg im Alter von 84 Jahren. Er wurde im Familiengrab in Heiligenstadt beigesetzt.

"Professor Friese hat bis kurz vor seinen Tod wissenschaftlich gearbeitet. Er hat sich als Erster der Barockliteratur in allen skandinavischen Ländern und auf Island gewidmet. Seine Bücher über die nordische Barockdichtung und Barocklyrik werden in der Skandinavistik noch immer als Standardwerk e für die Lehre genutzt." Das erklärt Prof. Dr. Walter Baumgartner, der 1994 seinen Lehrstuhl am Nordischen Institut übernahm.

Wilhelm Friese wurde am 27. Mai 1924 in Heiligenstadt im Eichsfeld geboren. Nach seiner Teilnahme am 2. Weltkrieg kehrte er 1948 in seine Heimat zurück und nahm in Jena ein Studium in Englisch, Deutsch und Altnordisch auf.
1954 wurde er Wissenschaftlicher Assistent am Nordischen Institut in Greifswald. Da er sich weigerte, die damalige sozialistische Staatsideologie als Grundlage für die wissenschaftliche Suche nach Wahrheit anzuerkennen, geriet er zunehmend unter Druck. Wenige Jahre später, 1958, flüchtet er in die Bundesrepublik Deutschland, wo er promovierte.
Bis 1989 hatte er an der Universität Tübingen den Lehrstuhl für Nordische Philologie inne. Neben seiner wissenschaftlichen Arbeit betätigte er sich auch als Herausgeber. 1992 kehrte er nach Greifswald zurück und war bis 1994 Professor an der Universität Greifswald.

Am 20. Oktober 1993 verlieh die Philosophische Fakultät Prof. em. Dr. phil. Wilhelm Friese den akademischen Grad doctor philosophiae honoris causa. Sie würdigte damit sowohl sein wissenschaftliches Gesamtwerk und dabei ganz besonders seine Verdienste um die Erforschung der nordischen Barockliteratur als auch sein konsequentes Auftreten für die Freiheit der Wissenschaft.

Jüngere Veröffentlichungen:
Knut Hamsun und Halldór Kiljan Laxness (2002, Francke Verlag)
Abenteuer mit den Deutschen (2004, Francke Verlag)
Begegnungen mit Halldór Kiljan Laxness (2008, Francke Verlag)


Ergänzung vom 02.09.2008

Wilhelm Friese promovierte nicht erst nach seiner Flucht in die Bundesrepublik sondern bereits 1955 in Greifswald.


Merkmale dieser Pressemitteilung:
Sprache / Literatur
überregional
Personalia
Deutsch


Prof. Dr. phil. Wilhelm Friese bei der Verleihung der Ehrendoktorwürde am 20. Oktober 1993 in Greifswald


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