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18.09.2008 12:25

Reges Interesse an Freiburger Epilepsie-Datenbank

Rudolf-Werner Dreier Kommunikation und Presse
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

    Daten helfen Hirnforschern aus aller Welt

    Wie entstehen epileptische Anfälle, und wie können diese rechtzeitig erkannt und verhindert werden? Diese Fragen motiviert nicht nur eine Freiburger Arbeitsgruppe um den Physikprofessor Jens Timmer und den Leiter des Freiburger Epilepsiezentrums, Professor Andreas Schulze-Bonhage, sondern auch unzählige Wissenschaftler in aller Welt. Viele Antworten konnten bereits aus Messungen der Gehirnströme der Patienten gewonnen werden. Schon kurz nach der Erfindung des Elektroenzephalogramms (EEG) durch den deutschen Neurologen Hans Berger im Jahre 1924 wurde erkannt, dass es den Schlüssel zum Verständnis der "Gewitter im Gehirn" enthalten könnte. In Freiburg wird es nicht nur über die herkömmlichen Elektroden auf der Kopfhaut gemessen, sondern bei einigen Patienten auch am "Tatort": direkt am Nervengewebe im Gehirn, wo die Anfälle entstehen. "Dies ist für Patienten eine Chance, bei denen trotz Gabe spezieller Medikamente noch zu viele Anfälle auftreten, so dass bei ihnen die Möglichkeit eines chirurgischen Eingriffs abgeklärt wird", erläutert Professor Schulze-Bonhage.

    Da weltweit nur an wenigen Epilepsiezentren diese auch für Grundlagenforscher besonders interessanten Daten erhoben werden, hat sich das Freiburger Forschungsteam bereits 2004 Jahren dazu entschlossen, sie nicht nur für die eigene Forschung zu verwenden. So wurden EEG-Aufzeichnungen von 21 Patienten mit jeweils 24 Stunden Dauer über das Internet weltweit allen Kollegen zur Verfügung gestellt. Das rege Interesse der inzwischen 115 Wissenschaftler aus mehr als 20 Ländern, welche die Datenbank für ihre Forschung verwenden, hat den Freiburgern Recht gegeben. "Nicht nur für unser Projekt zur Vorhersage epileptischer Anfälle, welches in Kooperation vom Freiburger Bernstein-Zentrum, dem Epilepsiezentrum und dem Zentrum für Datenanalyse und Modellbildung durchgeführt wird, sondern für viele Hirnforscher stellen diese Daten besonders hoher Qualität eine wertvolle Grundlage dar", so Professor Timmer.

    Doch wird auch schon an der Verwirklichung neuer Ziele gearbeitet: Zusammen mit Kollegen aus Paris und Coimbra ist die Freiburger Gruppe derzeit dabei, eine deutlich größere Datenbank aufzubauen. Dies geschieht als Teil des von der Europäischen Union geförderten Projekts "EPILEPSIAE", im Rahmen dessen innerhalb von drei Jahren sogar automatische Vorhersagegeräte entwickelt werden sollen. Als gute Nachricht verrät Dr. Björn Schelter vom Freiburger Zentrum für Datenanalyse und Modellbildung, dass auch diese Daten am Ende der Projektlaufzeit Forschern aus aller Welt zur Verfügung gestellt werden sollen.

    Weitere Informationen:
    http://epilepsy.uni-freiburg.de/freiburg-seizure-prediction-project/eeg-database

    Kontakt:
    Epilepsiezentrum
    Universitätsklinikum Freiburg
    Breisacher Str. 64
    79106 Freiburg im Breisgau
    E-Mail: epilepsydatabase@epilepsy.uni-freiburg.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

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