Internationale Tagung der School of Language & Literature im Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) vom 14. bis 17. Oktober 2008
Im Spektrum der "zwei Kulturen" kommt der Mathematik als "geistiger Naturwissenschaft" eine eigenartige Zwitterstellung zu und doch wird die Mathematik in der geisteswissenschaftlichen Reflexion nur allzu oft einseitig den Naturwissenschaften zugeschlagen und im "Jenseits der Kultur" verortet.
Die School of Language & Literature im neugegründeten Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS) nimmt das "Wissenschaftsjahr der Mathematik" zum Anlass, die vielfältigen Beziehungen zwischen Mathematik auf der einen, Kunst, Musik und Literatur auf der anderen Seite ins Zentrum einer internationalen Tagung zu stellen. Im Rahmen der Konferenz "Zahlen, Zeichen und Figuren. Mathematische Inspirationen in Kunst und Literatur"
vom 14. bis 17. Oktober 2008,
im Kollegiengebäude I, Hörsaal 1199,
Platz der Universität, Freiburg
werden sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Israel und Österreich mit der These auseinandersetzen, dass gerade die Künste einen Schauplatz darstellen, auf dem sich die verschiedensten Stränge der Geschichte des Wissens miteinander kreuzen und in ihren komplexen Wechselwirkungen beobachten lassen. Von dieser Voraussetzung ausgehend, richtet die Tagung den Fokus nicht nur aus literatur-, musik- und kunsthistorischer, sondern auch aus mathematikphilosophischer und wissenschaftshistorischer Perspektive auf die vielfältigen Praxis-, Erkenntnis- und Repräsentationsformen, aus denen sich der Mythos der "Mathematizität" speist. Die Tagung beginnt am Dienstag, den 14. Oktober 2008, um 16.00 Uhr.
Es wird oft übersehen, dass die ästhetische Auseinandersetzung mit der mathematischen Wissensordnung schon seit der Antike ein konstitutives Element der kulturellen Selbstverständigung darstellt - ein Element freilich, das das kulturelle Feld der Neuzeit bis zum heutigen Tag immer erneut zu polarisieren vermochte. Künstler, Musiker und Dichter wie Leonardo da Vinci, Bach, Novalis, Paul Valéry, Arnold Schönberg, Max Ernst, Iannis Xenakis oder Thomas Pynchon haben sich durch die Eigentümlichkeit des Mathematischen immer wieder inspirieren lassen und die vermeintliche Kluft zwischen den mathematischen und den ästhetischen Paradigmen zu vermessen oder gar zu überbrücken versucht. Die moderne Mathematik ihrerseits kommt diesen Annäherungsversuchen auf besondere Weise entgegen: Als selbstreferentielles Sprachspiel orientiert sie sich häufig an Kriterien von Schönheit, Stimmigkeit und Eleganz und folgt darin ihrem eigenen Prinzip des l'art pour l'art.
Kontakt:
Dr. Gesa von Essen
Freiburg Institute for Advanced Studies (FRIAS)
School of Language & Literature
Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Albertstr. 19
79104 Freiburg i.Br.
Tel.: 0761/203-97391
E-Mail: lili@frias.uni-freiburg.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Mathematik
überregional
Wissenschaftliche Tagungen
Deutsch

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