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08.10.2008 14:36

Der Beginn einer neuen Ära

Jörg Feuck Kommunikation
Technische Universität Darmstadt

    Ausstellung und Veranstaltungsreihe zum Jubiläum 100 Jahre Studium von Frauen an der Technischen Universität Darmstadt

    Darmstadt, 8.10.2008. Für die Frauenemanzipation in Hessen ist das Jahr 1908 ein wichtiges Datum: Ab dem Wintersemester 1908 konnten sich Frauen als Studentinnen in Darmstadt, Gießen und Marburg einschreiben. Als erste ordentliche Studentin an der damaligen Technischen Hochschule Darmstadt nahm Franziska Braun ihr Studium der Architektur auf. Grund genug, das Jubiläum "100 Jahre Studium von Frauen an der Technischen Universität Darmstadt mit einer Ausstellung und einer Veranstaltungsreihe mit Vorträgen, Lesungen und Diskussionen in diesem Wintersemester zu begehen. Die feierliche Auftaktveranstaltung findet heute um 18 Uhr im Darmstadtium statt.

    "Die Geschichte der TU Darmstadt ist auch eine Geschichte des Zugangs von Frauen zu gleichen Bildungschancen und des Aufstiegs von Frauen in wissenschaftliche Positionen", sagte Professor Dr. Hans Jürgen Prömel, Präsident der Technischen Universität Darmstadt. "Das Jubiläum ist für uns eine Chance zur Selbstreflexion der Universität in einer Zeit, in der talentierter und ambitionierter Fachkräfte-Nachwuchs in Wissenschaft und Wirtschaft dringend gesucht wird. Deshalb begreifen wir es als wichtigen Auftrag, Studentinnen, Wissenschaftlerinnen und Mitarbeiterinnen zu fördern und zu unterstützen."

    Das Ausstellungsteam um die Frauenbeauftragte Dr. Uta Zybell freut sich sehr, bei der Eröffnung im Darmstadtium als Festrednerin Prof. Dr. Gesine Schwan (bisher Präsidentin der Europa-Universität Viadrina, Frankfurt/Oder), Prof. Dr. Ute Schneider von der Universität Duisburg-Essen und langjährige Mitarbeiterin der TUD sowie Annemarie Sanio, die Tochter der ersten TH-Studentin Franziska Braun, begrüßen zu können. Im Anschluss findet die Eröffnung der Ausstellung im neuen Eingangsgebäude der TU am Karolinenplatz statt.

    Die Ausstellung zeigt die Geschichte der Studentinnen an der TU Darmstadt im Kontext der Entwicklung der Hochschule vom frühen 20. Jahrhundert bis zur Gegenwart. Damit soll ein Beitrag zum Verständnis der heutigen Situation von Studentinnen und Wissenschaftlerinnen an der TU Darmstadt geleistet werden und dazu ermutigt werden, sich von Stereotypen und herkömmlichen Rollenzuschreibungen abzuwenden.

    Die Ausstellung ist chronologisch aufgebaut und spannt einen Bogen über die vergangenen 100 Jahre. Ein Beispiel ist die Lehrtätigkeit von Frauen: So wurde 1916 Else Schöll als erste Assistentin für höhere Mathematik eingestellt, und 1934 wurde Ottilie Rady die erste außerplanmäßige Professorin der Technischen Hochschule. Die nächste Professorin war Dr. Maria Fekete. Sie erhielt im Jahr 1971 einen Ruf als Professorin für Botanik.
    Ein weiteres Beispiel ist die Phase von 1970 bis 1994, ein Zeitraum, in den zum einen grundlegende Veränderungen der Hochschulstruktur fallen, zum anderen aber auch gesetzliche und gesellschaftliche Reformen der Geschlechterrollen. In der Neuen Frauenbewegung engagierten sich Frauen für den Wandel ihrer sozialen und beruflichen Situation und zeitgleich wurden die "Genderstudies" zu einem neuen Feld der wissenschaftlichen Forschung. So wirkten beispielsweise die Debatte um die Abtreibungsregelung oder die rechtliche Stellung der Ehefrau auch auf die Situation an den Universitäten. Neben dem historischen Überblick stellt die Ausstellung die thematischen Schwerpunkte 'Wohnsituation', 'Sportliche Aktivitäten' und 'Politische Organisation' über die historischen Zäsuren hinweg vor.

    Zur Ausstellung erscheint eine Dokumentation, die in der Ausstellung oder über das Büro der Frauenbeauftragten zum Preis von drei Euro erhältlich ist. Die Dokumentation enthält neben den Texten der Ausstellung eine ausführlichere Einordnung des Themas in den hessischen Kontext und im Anhang jeweils einen Quellentext zu den Zeitschnitten der Ausstellung.

    Ort der Ausstellung ist das neue Eingangsgebäude der TU Darmstadt am Karolinenplatz. Die Ausstellung ist vom 9. Oktober bis 31. Januar 2009 jeweils montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos.

    Im Rahmen des 100-jährigen Jubiläums lädt die TU Darmstadt außerdem im Wintersemester 2008/2009 zu einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm mit Vorträgen und Diskussionen, einer Lesung, einer studentischen Theateraufführung und einem Kinofilm ein. Die Veranstaltungsreihe bietet die Möglichkeit, sich weiter über historische Aspekte zu informieren, aber in erster Linie über die aktuelle Situation von Studentinnen und Akademikerinnen zu reflektieren.

    Die Veranstaltungsreihe beginnt am 16. Oktober mit dem Vortrag "Luise Büchner und ihr Einsatz für die Bildung von Frauen und Mädchen" von Agnes Schmidt, Luise-Büchner-Bibliothek. Am 23. Oktober folgt ein Vortrag von Dr. Kira Stein zum Thema "Netzwerken - mit Ingenieurinnen und den, die es werden wollen". Die Vorträge finden jeweils von 18 bis 20 Uhr im Hörsaal 36 im Darmstädter Residenzschloss, Marktplatz 15, statt. Alle Veranstaltungen sind für interessierte Bürgerinnen und Bürger offen.

    Weitere Informationen und das Programm der Veranstaltungsreihe:
    www.100-jahre-frauenstudium.tu-darmstadt.de

    Kontakt:
    Dr. Uta Zybell, 06151 16-6102, frauenbeauftragte@pvw.tu-darmstadt.de


    Weitere Informationen:

    http://www.100-jahre-frauenstudium.tu-darmstadt.de


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    fachunabhängig
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Studium und Lehre
    Deutsch


     

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