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09.10.2008 14:51

RUBIN: Wenn Muskeln nicht mehr richtig arbeiten - RUB-Mediziner entdecken neue erbliche Muskelerkrankung

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Nach jahrelangen Studien haben Bochumer Mediziner eine neue Muskelerkrankung und die dazugehörige Mutation entdeckt. Myopathien nennen sich die Erkrankungen der Muskulatur, die meist durch Genmutationen verursacht werden. Sie führen zu einem Untergang oder einer Funktionsstörung von Muskelfasern, die sich meistens durch eine langsam fortschreitende Muskelschwäche bemerkbar macht. Über ihre Arbeit berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität, in seiner aktuellen Ausgabe Herbst 2008.

    RUBIN: Wenn Muskeln nicht mehr richtig arbeiten
    RUB-Mediziner entdecken neue erbliche Muskelerkrankung
    Suche nach passenden Medikamenten kann beginnen

    Muskelerkrankungen sind für die betroffenen Patienten schicksalhaft. Sie bedeuten unaufhaltsam fortschreitende Einschränkungen, die schließlich sogar zum Tod führen können. Für Mediziner bedeuten sie Detektivarbeit, denn sie sind äußerst vielgestaltig. Findet man die verursachende Genveränderung, kann man auf die Suche nach Therapiemöglichkeiten gehen. Die Bochumer Mediziner Dr. med. Rudolf A. Kley und Prof. Dr. med. Matthias Vorgerd der Neurologischen Universitätsklinik Bergmannsheil haben jetzt nach jahrelangen Studien eine neue Muskelerkrankung und die dazugehörige Mutation entdeckt. Über ihre Arbeit berichtet RUBIN, das Wissenschaftsmagazin der Ruhr-Universität, in seiner aktuellen Ausgabe Herbst 2008.

    RUBIN im Internet

    Den gesamten Beitrag mit Bildern finden Sie im Internet unter
    http://www.rub.de/rubin

    Mutation auf Chromosom 7q32

    Myopathien nennen sich die Erkrankungen der Muskulatur, die meist durch Genmutationen verursacht werden. Sie führen zu einem Untergang oder einer Funktionsstörung von Muskelfasern, die sich meistens durch eine langsam fortschreitende Muskelschwäche bemerkbar macht. Zur Folge hat dies zunächst oftmals den Rollstuhl und führt letzten Endes zum Tod. Forscher des Ruhr-Universitätsklinikum Bergmannsheil haben nun entdeckt, dass eine dieser Mutationen mit hoher Wahrscheinlichkeit auf dem Chromosom 7q32 sitzt. Für Betroffene ein Funken Hoffnung, denn durch diese Entdeckung kann nun das Forschen nach den notwendigen Medikamenten beginnen.

    Mit hoher Wahrscheinlichkeit gemeinsamer Vorfahr

    Bei den Untersuchungen haben die Wissenschaftler 31 Personen aus vier deutschen Familien untersucht. Alle Patienten waren Träger der Mutation, die die Forscher p.W2710X getauft haben. Dies deutet darauf hin, dass alle untersuchten Familien mit hoher Wahrscheinlichkeit einen gemeinsamen Vorfahren haben. Erste klinische Beschwerden traten im Durchschnitt mit 44 Jahren auf. Die meisten Patienten litten unter langsam fortschreitenden Muskelschwächen, die zu Beginn die Beckengürtelmuskulatur betrafen und sich im Verlauf auf die Schultergürtelmuskulatur ausbreiteten. Bei ca. 90 Prozent der Patienten betrafen die Schwächen eher stammnahe Muskeln, zum Beispiel Schulter- und Gesäßmuskeln. Weiter fanden die Genetiker heraus, dass dieser Gendefekt sich mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit weitervererbt, es dabei aber egal ist, ob der Gendefektträger weiblich oder männlich ist.

    Weitere Informationen

    Dr. med. Rudolf A. Kley, Prof. Dr. med. Matthias Vorgerd, Neurologische Universitätsklinik
    Bergmannsheil, Klinikum der Ruhr-Universität Bochum, Tel. 0234/302-0, -6809, E-Mail: matthias.vorgerd@rub.de


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


     

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